Der Teufelskreis der „persönlichen Validierung“
Hyman beschreibt in seiner Forschung ein Phänomen, das er „Personal Validation“ (persönliche Validierung) nennt. Das bedeutet: Die Gültigkeit einer Aussage wird allein daran gemessen, ob das Gegenüber damit zufrieden ist und es sich „richtig anfühlt“. Wenn ein Anfänger in der Prophetie jemandem ein Wort weitergibt und die Person tief berührt reagiert, entsteht ein mächtiger psychologischer Effekt. Hyman schreibt dazu:„Selbst wenn der Praktiker seine Karriere mit wenig Glauben an seine Methode begann, erhöht die unvermeidliche Bestätigung durch überzeugte Klienten sein Vertrauen in sich selbst und sein System. Auf diese Weise entsteht ein Teufelskreis.“Übertragen auf die Gemeindeordnung heißt das: Ein gut gemeintes, aber rein menschliches Wort löst beim Empfänger eine emotionale Reaktion aus. Diese Reaktion spiegelt dem Anfänger zurück: „Das war Gott!“ Ohne es zu merken, werden beide Seiten davon überzeugt, einen direkten Draht zur Wahrheit zu haben, obwohl hier lediglich psychologische Knöpfe gedrückt wurden. Der Ausübende wird immun gegen Kritik, weil der „Erfolg“ ihm scheinbar recht gibt.
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