in Anlehnung an „Der Zauberlehrling“ von Johann Wolfgang von Goethe Hat der alte Malermeister sich doch einmal wegbegeben, und nun sollen Farb‘ und Kleister auch nach meinem Willen leben. Seinen Stil und Werke merkt‘ ich und den Brauch, und mit Pinselstärke tu‘ ich Wunder auch. Tropfe, tropfe, manche Strecke, dass, zum Zwecke, Farbe fließe und aus reichem, vollem Topfe auf die Leinwand sich ergieße. Seht, da kommen die Motive fast wie von alleine her, wenn ich mich nun noch vertiefe, läuft die Farbe kreuz und quer. Fast wie in Gedankenschnelle fährt der Pinsel auf dem Stoffe und ich aus meiner Seelenquelle mir Inspiration erhoffe. Doch nun ist es aus mit heiter aus meiner Seele kommen Hass Betrug und Neid und immer weiter fließen die Gefühle, nass, wie vollgesogen schwarzer Farbe und dunkler wird das ganze Bild. Ich merke, wie ich elend darbe, verderbt, in den Gefühlen wild. Nein, nicht länger will ich malen, will mich stoppen, will mich stören! Doch die Kraft ist wie zermahlen. Hilfe! Kann mich keiner hören? Kann mich keiner vor mir retten aus dieser Pein und Seelennot? Aus dieser Sünde, die mit Kletten mich hält und wünschet mich nun tot? Da kommt ein Licht und hält mich fest, durchbohrte Hände, Löwe und Lamm. Dank, dass Du mich rettetest und führtest mich auf Bergeskamm. Für immer will ich Dir gehören, erlöst aus Gnade, unverdient. Mit Dir des Teufels Werk zerstören als einer, der Dir ewig dient. 27.12.2020, Jonas Erne