Monday Humor: Neue Rebellen werden traditionell-konservativ

In der jüngeren Generation gibt es ein Problem: Da alle progressiven, linksliberalen, rechtsextremen, atheistisch-agnostischen und esoterischen Positionen von der Elterngeneration bereits zur Genüge vertreten werden, bleibt den jungen Rebellen nur noch die Möglichkeit, traditionell, konservativ und bibeltreu zu werden. Familiengründung, konservative Werte und Treue zu Gottes Wort sind die neuen rebellischen Inhalte. Bereits Gilbert Keith Chesterton meinte dazu, dass er in seiner rebellischen Phase versuchen wollte, eine neue, bessere Weltanschauung zu erfinden – bis er merkte, dass er damit die biblische Weltanschauung gewonnen hatte.

Nun gibt es in den erwachsenen Generationen ein großes Wehklagen; schließlich hatte man schon seit Jahrzehnten dafür gekämpft, genau diese Inhalte zu verbannen und mit einem Tabu zu belegen, doch auf Dauer wird das nicht gelingen, denn die neue Revolution hat schon zu große Wellen geschlagen. Denn nun stehen diese „schrecklichen veralteten Worte“ hoch im Kurs: Ehe, Familiengründung, lebenslange Treue, Zuverlässigkeit, Fleiß, Eigenverantwortlichkeit und die verbindliche Mitgliedschaft in einer Gemeinde mit solider Theologie. 

Einer dieser neuen Rebellen, Kevin Muth, drückt es folgendermaßen aus: „Meine Generation wurde von einer Institution zur nächsten weitergereicht, von der Krippe bis zur Ganztagsschule. Das möchten wir nicht noch einer weiteren Generation zumuten. Sobald meine Freundin Chantalle 18 wird, wollen wir heiraten und unseren Teil zum Gelingen der Gesellschaft beitragen. Wir wünschen uns natürlich, mit unseren zukünftigen Kindern eine gute Gemeinde zu besuchen, in welcher die Predigt viel Tiefgang hat und länger dauert als das psychedelische Gedudel und das hektische Scheinwerfergeblinke davor.“ 

Buchtipp: Mit Rechten reden

Leo, Per, Steinbeis, Maximilian, Zorn, Daniel-Pascal, Mit Rechten reden, Klett-Cotta Verlag, 2017, 183S., Verlagslink, Amazon-Link

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar, das ich als Kindle-Datei erhalten habe.

Hier haben wir ein Buch, das ich jedem Lehrer empfehlen möchte, in seiner Schulklasse ab der Oberstufe zu lesen und gründlich zu besprechen. „Mit Rechten reden“ ist ein Buch, das sich für eine Erneuerung der Diskussionskultur einsetzt. Der Titel ist reißerisch, aber es geht grundsätzlich um viel mehr als nur um den Dialog zwischen Rechten und anderen, und darüber werde ich weiter unten noch etwas mehr ausführen.

Eins vorweg: Ich habe mit dem Buch hauptsächlich eineinhalb Probleme. Das erste Problem ist aber zugleich eine der Stärken des Buches, es macht das Buch erst zu einem Ratgeber für jede einzelne Diskussion zwischen wem auch immer. Das erste Problem ist, dass die Autoren „rechts“ nicht über Inhalte definieren, sondern über Denkweisen und vielleicht noch etwas mehr über Sprechweisen: „Nennen wir es ein Wortspiel. Im Sinne dieses Begriffs wollen wir als ‚rechts‘ nicht in erster Linie bestimmte Inhalte bezeichnen, sondern eine Praxis, eine bestimmte Art zu reden.“ (Pos. 267) Das Problem dieser Definition ist, dass sie sehr allgemein gehalten ist, und das führt zu ihrer Stärke, weil sie sich so auf jede Diskussion bezieht. Das zweite Problem ist damit eng verknüpft: Es finden sich in praktisch allen Ideologien und Gesinnungen entlang des politischen Spektrums Menschen, die so als „Rechte“ definiert werden. Das macht die Definition für den Alltag enorm unbrauchbar, hilft aber auch hier wieder sehr, die Hinweise des Buchs auf praktisch jede mögliche Situation einer Diskussion anzuwenden.

Die in der Mitte des Buches eingeflochtene Geschichte vom Theater hat mich amüsiert. Sie ist sehr treffend geschrieben, vermutlich vollständig frei erfunden, aber mit sehr vielen Punkten, die echt treffend sind. Und damit komme ich zum allerbesten Teil des Buches – die Sache mit dem Kreis. Das hat mich an einen uralten Spruch erinnert, den ich mir schon in der Kindheit eingeprägt habe: „Manche Menschen haben einen Horizont mit einem Radius von 0 und das nennen sie dann ihren Standpunkt.“ Die Sache mit dem Kreis ist echt enorm wertvoll. In vielen Diskussionen kommt man immer wieder an einen Punkt, an welchem manchen Menschen die Argumente ausgehen, und dann springen sie einfach auf einen anderen Punkt auf diesem „Kreis“. Ein Punkt auf dem Kreis steht für Behauptung und ein anderer für Zweifel, einer für Patt (Gleichstand: „Ihr denkt das, und wir was ganz anderes; jedem das Seine“) und einer für die „Kaserne“ (Monolog-Punkt, wo es nur noch um die Sinnlosigkeit dieser ganzen Debatten geht). Diese bildliche Beschreibung des Kreises ist enorm gut gelungen. Allein dieses Kapitel vom Kreis ist es schon wert, das ganze Buch zu lesen.

Ich möchte das Buch auch uns Christen im besonderen „verschreiben“ oder zumindest jedenfalls empfehlen. Hier sehe ich eine ganze Menge an Diskussion und Debatten, die genau auf diesem Kreis im Sand verlaufen. Ich sehe auch eine Menge Vogel Sträuße, die den Kopf in den Sand stecken und nur noch sehen wollen, wie dunkel es da unten ist, frei nach dem Motto: „Früher war alles besser!“ Was wir brauchen, ist eine gesunde und vernünftige Debattenkultur, die Gegenwind aushält, indem sie ihr Fundament dort festigt, wo es tatsächlich fest und zuverlässig ist. Als Christen sind wir weder „Rechte“ noch „Linke“, sondern Nachfolger Jesu Christi, die sich durch den Heiligen Geist umwandeln lassen und zulassen können, dass ihr ganzes Denken, Fühlen, Wollen, Handeln und Reden von Jesus Christus geprägt wird. Wir müssen nicht in den Strukturen dieser Welt denken, denn siehe, ER hat die Welt überwunden. Wir sind frei, das Richtige zu tun, das, was im jeweiligen Moment gerade dran ist. Und hier braucht es viel Weisheit.

Fazit: Ein sehr lesenswertes Buch, das sich für jede Art von Diskussion eignet und das wir alle noch mehr beherzigen sollen, mich inklusive. Ich gebe dem Buch fünf von möglichen fünf Sternen.

Monday Humor: Joel Osteen gibt Erfolgsbibel heraus

Der bekannte Redner Joel Osteen hat die Bibel überarbeitet und unter dem Titel „Success Bible“ neu herausgegeben. Diese Ausgabe hat es in sich, denn sie umfasst gerade mal 245 Seiten, auf welchen es insgesamt 120 Kapitel gibt. In jedem Kapitel kommt mindestens dreimal der Satz „Name it and claim it!“ vor, auf deutsch: „Sprich es aus und beanspruche es!“ Es gibt dabei insgesamt 30 Bücher der Bibel, welche in gekürzter und angepasster Form zitiert werden, die meisten stammen aus dem Alten Testament. So etwa Maleachi, welchen er sagen lässt: „Siehe, ich sende euch den Propheten Joel, ehe der große und erfolgreiche Tag des Herrn kommt“.

MH hat bei Joel Osteen Ministries nachgefragt, was denn der Sinn hinter dieser Ausgabe sei. Die Antwort lautete, dass die Menschheit endlich eine verständliche Bibel brauche, eine, über die nicht gestritten werden könne, sondern die jeder gleich verstehen könne. Außerdem sei das JOM-Team zum Schluss gekommen, dass Marcion recht habe mit der Behauptung, dass der Gott des Alten Testaments nicht derselbe des Neuen Testaments sein könne, aber er habe darin unrecht, dass der NT-Gott vor demjenigen des ATs Vorrang bekommen solle. Das Gegenteil sei der Fall, der NT-Gott sei ein Gott für Verlierer im Leben, aber wer erfolgreich sein wolle, müsse das Alte Testament ernst nehmen und alles das nennen und beanspruchen, was dort versprochen werde: Ruhe, Frieden, Reichtum, Gesundheit, Macht, ausgelebte Sexualität, Anerkennung in der Welt, und so weiter.

Wochenschau KW 07

Unter dem Titel „Wochenschau“ stelle ich ein paar Blogposts und sonstige Artikel der Woche vor, die ich persönlich besonders mit Gewinn oder Interesse gelesen habe. Das ist natürlich vollkommen subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Am 13.02. hat Dr. Sebastian Moll ein wunderbares Stück Satire zur Fastenzeitpraxis der evangelischen Kirche veröffentlicht: http://biblipedia.de/2018/02/13/fastenaktion-evangelische-kirche-will-40-tage-auf-irrlehre-verzichten/

Wer das Phänomen „Post-Evangelikalismus“ verstehen möchte, findet zu diesem vor allem biographisch bedingten Kurzzeitphänomen im Eule-Magazin vom 13.02. einen hilfreichen Beitrag. https://eulemagazin.de/was-ist-eigentlich-post-evangelikal/

Ein interessanter Bericht über künstliche Intelligenz vom 14.02. findet sich auf futurezone. Das Thema mit seinen ethischen und praktischen Konsequenzen wird unsere nächsten Jahre stark beeinflussen. https://www.futurezone.de/digital-life/article213437723/Stylisch-musikalisch-vollstaendig-animiert-Die-virtuelle-Influencerin-Miquela.html

Am 16.02. hat Daniel Böcking auf bild.de einen Artikel geschrieben, weshalb er trotz Shootings nicht am Leid in der Welt verzweifelt: http://www.bild.de/news/inland/trauer/warum-ich-als-christ-nicht-amleid-verzweifle-54835014.bild.html

Herbert Masuch hat am 17.02. über unseren täglichen Umgang mit Gottes Wort gebloggt. http://biblipedia.de/2018/02/17/dein-taeglicher-umgang-mit-gott-in-der-bibel/

Gedicht: Vom Fasten fasten

Wie in allen Jahren
kommt die Fastenzeit
zum Hungern und zum Sparen
als mach‘ uns das bereit,
gen Himmel hin zu fahren
und in die Ewigkeit.

Da braucht es lange Quasten
und vierzig Tage nur.
Ich faste nun vom Fasten
und bleibe in der Spur
mit dem Herrn Jesus rasten
das ganze Jahr auf Tour:

Die guten Werke finden,
die Er mir hält bereit,
und Menschen zu verbinden,
die brechen unterm Leid,
statt fastend zu verschwinden,
als ließ‘ dies keine Zeit.

Jonas Erne, 15.02.2018

Buchtipp: Die Rivalin

Robotham, Michael, Die Rivalin, Goldmann Verlag München, 1. Aufl. 2017, 510 S., Verlagslink, Amazon-Link

Ich habe vom Verlag ein Rezensionsexemplar dieses Buches bekommen. Herzlichen Dank dafür!

Michael Robotham ist ein bekannter Journalist und Schriftsteller aus Australien. Er hat schon mehrere Bestseller geschrieben, weshalb ich auf dieses neue Buch gespannt war. Es ist ein insgesamt gut geschriebenes Buch, das mich aber in einigen Punkten enttäuscht hat. Wer wissen möchte weshalb, darf gerne weiter lesen.

Die Rivalin ist ein Buch, welches von zwei Frauen handelt. Zwei schwangeren Frauen, die davon abgesehen wenig gemein haben. Meghan ist eine typische Vorzeigefrau, die den „American Dream“ widerspiegelt: Gut aussehend, fit, bekannte Mamabloggerin, Frau eines bekannten TV-Sportreporters, scheinbar perfektes Leben. Agatha ist eine alleinstehende, geschiedene, in prekären Verhältnissen lebende Frau, die Meghan kennt und vom Neid zerfressen wird.

Die ersten 150 Seiten passiert sehr wenig. Da habe ich mir mehrmals überlegt, das Buch vor dem Ende zu beenden und den Rest ungelesen zu lassen. Diese Erzählungen der beiden Protagonistinnen sind echt langatmig und ziehen sich wie Kaugummi. Ich habe etwa doppelt so lange für diese 150 Seiten gebraucht wie für den Rest des Buches. Um S. 150 herum wird es endlich mal spannend, Agatha raubt Meghan das neugeborene Kind. Und nun wird es vollends unrealistisch, wenngleich auch echt spannend. Agatha schafft es, sich aus so vielen heiklen Situationen herauszumanövrieren, dass dem Leser Hören und Sehen vergeht. Irgendwie ist man an eine Mischung aus Mr. Bean und James Bond erinnert. Was immer kommt, läuft schief, und doch hat Agatha so viel mehr Glück als Verstand, um irgendwie dann doch noch die Kurve zu kriegen. Schließlich will Robotham ihr die Chance zugestehen, mal über einen längeren Zeitraum ein Kind versorgen zu dürfen.

Die Charaktere der beiden Frauen sind klischeehaft und sehr zugespitzt gezeichnet. Meg, die erfolgreiche Supermama mit ihren „Leichen“ im Keller, ihrem Ehebruch mit dem besten Freund ihres Mannes, und Agatha, die arme, hilflose, von allen herumgeschubste Maus, die sich nur nehmen wollte, wovon sie meinte, es würde ihr zustehen. Ein bisschen vom Glück der Glücklichen. Ein wenig Hoffnung der Hoffnungsvollen. Ein Stückchen Familie. Und genau hier wird das Verbrechen relativiert. Die Kindesentführerin wird als eine arme, bemitleidenswerte Maus geschildert, die Sympathie wecken soll und die man verstehen müsse. Das ist moralischer Bankrott unserer Zeit, wenn das Verbrechen nicht mehr als solches gesehen wird, sondern als Verzweiflungstat entschuldigt wird.

Insgesamt ist der Roman aber angenehm zu lesen, der Schreibstil ist schön, und auch die Wechsel zwischen den beiden Protagonistinnen, welche beide aus ihrer Sichtweise und Person aus erzählen, haben mir gut gefallen. Insofern ist mir das Buch eigentlich sehr sympathisch. Wenn da bloß nicht dieser Inhalt wäre, auf den es eigentlich ankommen sollte. Was mir am Inhalt hingegen wieder gut gefallen hat, war der „Werdegang“ von Agatha mit ihrem sie auffressenden Neid. Hier finden wir eine wundervolle psychologische Studie über die „Wurzel der Bitterkeit“, die immerzu wächst und alles um sie herum vergiftet.

Vieles wirkt „aus den Fingern gesogen“, unecht, unrealistisch, eher gestellt und konstruiert oder verkürzt. Für Freunde der feinen, psychologischen Machtspielchen dürfte der Roman eine Freude sein, da es nicht um brachiale Gewalt oder Gänsehaut-Thriller geht. Auch das darf sein, und es ist schön, mal in eine so feinsinnige Geschichte hineingezogen zu werden. Ob der Roman damit jedoch wirklich zu überzeugen vermag, möchte ich einmal dahingestellt lassen.

Fazit: Ein schöner, feinsinniger Roman mit einem sehr zähen Anfang und einigen Inkonsistenzen und Widersprüche im Laufe der Geschichte. Der Inhalt ist ein moralischer Bankrott, weil das Verbrechen schöngeredet wird. Ich gebe dem Buch drei von möglichen fünf Sternen.

Wochenschau KW 06

Unter dem Titel „Wochenschau“ stelle ich ein paar Blogposts vor, die ich persönlich besonders mit Gewinn gelesen habe. Das ist natürlich vollkommen subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Am 05.02. hat Dr. Gerrit Hohage den zweiten Teil seiner Auseinandersetzung mit Kultur und Theologie gepostet. Sehr lesenswert! http://biblipedia.de/2018/02/05/was-ist-kultur-was-ist-theologie-teil-2/

Reinhard Jarka hat am 06.02. eine Blogserie begonnen, in welchem die verschiedenen „Stämme“ des Christentums vorgestellt werden. Wer sich da besser auskennen möchte, lese hier: http://orthodoxpop.de/blog/2018/02/06/christlicher-tribalismus-1-staemme-des-biblisch-orthodoxen-protestantismus/

Am 09.02. hat Dr. Berthold Schwarz eine sehr interessante Kurzfassung der Problematik von Erwählung und freiem Willen gepostet, inklusive eigenen Ansätzen zu einer möglichen Antwort. https://schwarzadhoc.wordpress.com/2018/02/09/erwaehlung-vs-freier-wille-eine-antwort/

Noch einmal Reinhard Jarka: Am 10.02. berichtete er von der Folge #89 des HossaTalks, in welchem „Gofi“ das theologisch neokonservative Manifest präsentiert: http://orthodoxpop.de/blog/2018/02/10/das-theologisch-neokonservative-manifest-auf-hossa-talk-89/

Tuesday Humor: Leser fühlen sich veräppelt, weil Monday Humor ausfiel

Weil der dieswöchige Beitrag zum Monday Humor ausgefallen ist, haben sich zahlreiche Leser beklagt und bereits erste Gerüchte in Gang gebracht. Da bereits im Vorfeld einige Leser sehr gespannt waren, welche Themen als Nächstes dran kämen, war der Aufruhr natürlich groß, auch wurden Verluste gemeldet, die aufgrund fehlender Aufmerksamkeit am Montag zustande kamen und daher rührten, dass zu häufig auf die Homepage von Monday Humor geklickt wurde, um zu sehen, ob die neuste Folge inzwischen online sei, wurde die Autorschaft von MH vermisst. Erste Gerüchte meinten, dass die Autorschaft wegen der FASnet verlorengegangen sei. Doch nun wurde alles von MH dementiert mit der Angabe, es handle sich um einen reinen Werbe-Gag, der die Leserschaft auch für die Zukunft in Spannung halten solle. Es sei jedoch kaum anzunehmen, dass jemand rechtliche Schritte einleiten wird, da MH niemals versprochen habe, regelmäßig jede Woche eine neue Folge online zu schalten.

Monday Humor: Theologin findet BDSM im Neuen Testament

Die feministische Theologin Prof. Dr. Ute Beahse von der unfreien Universität Berlin (UUB) hat in ihrer kürzlich veröffentlichten Publikation nachgewiesen, dass die verschiedenen Bestandteile einer Sado-Maso-Beziehung bereits im Neuen Testament zu finden sind. Zwar nicht mit Lack und Leder, aber Peitschen, Ketten, Stricke, Gewalt, Unterdrückung und vieles mehr konnte sie für diese Zeit nachweisen. Sie zeigt auf, dass etwa Paulus ein Kind in gefesseltem Zustand gezeugt habe (Philemon 10) und er an diesen Fesseln seine Freude habe (Philipper 1, 4 – 7 u.a.). Auch zur Dominanz der Obrigkeit und der Unterordnung (Submission) der Bürger hat sie ein Kapitel geschrieben. Entsprechend wertet sie das Geschehen am Kreuz als einen Höhepunkt sadistischer und masochistischer Praxis. Im Gespräch meinte sie, dass dies vermutlich nur von Menschen so aufgefasst worden sei, aber es zeige uns, dass solche Praktiken auch damals schon weit verbreitet gewesen seien, gerade wegen der Selbstverständlichkeit, mit welcher es die ersten Gemeinden so deuten konnten. .

Zitat: Der Heilige Geist schenkt Gottesfurcht

Das folgende Zitat findet sich in meinem PDF, das sich mit den Namen und Symbolen des Heiligen Geistes befasst: https://jonaserne.net/wp-content/uploads/2017/12/HeiligerGeist_Namen.pdf

Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis; nur Toren verachten Weisheit und Zucht! (Sprüche 1, 7) Die Gottesfurcht ist der Anfang der Erkenntnis, und weil der Heilige Geist es ist, der überhaupt erst Erkenntnis schafft, ist auch die Gottesfurcht ein Werk von Ihm. Der רוּחַ דַּעַת וְיִרְאַת יְהוָֽה (Ruach da’at weJir’at Jahweh – Geist der Erkenntnis und der Furcht Jahwes) ist somit der Heilige Geist, der dem von Ihm erfüllten Menschen Erkenntnis schenkt und ihn dazu führt, Ehrfurcht vor Gott zu haben angesichts der Größe, Herrlichkeit, Heiligkeit, Macht, Stärke, Ehre, Liebe und Gerechtigkeit Gottes. Dieser Geist ist auf dem Messias, wie Jesaja 11, 2 zeigt. Der dortige Kontext zeigt auf, dass für Gott die Furcht Jahwes ein Wohlgeruch ist. Abraham Meister schreibt dazu meisterhaft: „Die Gottesfurcht ist demnach ein ständiges zu Gott aufsteigendes Opfer der Anbetung. Der Geist der Furcht Jahwes richtet sich in seinem Rechtsurteil nicht nach dem äußeren Schein oder Gerede, sondern seine Gottesfurcht ist durch die Erkenntnis mit göttlichem Tiefgang und Scharfsinn vereinigt.“1 Von dieser Gottesfurcht ist auch in Hiob die Rede: Und er sprach zum Menschen: »Siehe, die Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und vom Bösen weichen, das ist Einsicht!« (Hiob 28, 28) sowie in den Psalmen: Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit; sie macht alle einsichtig, die sie befolgen. Sein Ruhm bleibt ewiglich bestehen. (Psalm 111, 10)

Meister, Abraham, Namen des Ewigen, Mitternachtsruf Verlag Pfäffikon, 1973, S. 249