Zum 300. Geburtstag von George Whitefield

Heute vor 300 Jahren, am 16. Dezember 1714, ist George Whitefield geboren. George Whitefield? Wer soll denn das sein? Leider ist er schon länger nicht mehr so bekannt wie er sein sollte. Er war einer der größten und gesegnetsten Evangelisten des 18. Jahrhunderts. Millionen von Menschen haben ihn predigen gehört; und das ist etwas Spezielles – gab es doch damals weder Lautsprecher noch Rundfunk, Fernsehen oder gar Internet.
George Whitefield wuchs unter einfachen Verhältnissen auf. Sein Vater starb, als George zwei Jahre alt war. Acht Jahre später heiratete seine Mutter Elizabeth ein zweites Mal, doch diese Ehe war so schwer, dass sie es nicht lange mit diesem zweiten Mann aushielt. Obwohl das „Bell Inn“, der Gasthof, den sie führte, ziemlich erfolgreich und beliebt war, ging es mit dem Geschäft in der zweiten Ehe beständig abwärts, bis es so schlecht lief, dass George, der inzwischen an der Lateinschule war, diese abbrechen musste, um zu Hause im Gasthof mitzuhelfen. George war damals 15 Jahre alt. Kurz darauf verließ Elizabeth ihren zweiten Mann. George folgte ihr und sie lebten deswegen sehr einfach.
Da er sich kein Studium einfach so aus dem Ärmel schütteln konnte, verdiente er es sich als Diener der reicheren Studenten, die ihm für seine Dienste (er weckte sie, putzte die Zimmer, machte ihnen Besorgungen, und so weiter) ihre alten Bücher fürs Studium und etwas Geld gaben. In dieser Zeit in Oxford lernte er die Brüder John und Charles Wesley kennen, die als Gründer der Metodistenkirche bekannt sind. Um diese beiden Brüder herum sammelte sich eine kleine Gruppe von Leuten, die mit dem Glauben besonders ernst machen wollten. Sie wurden deshalb als „Holy Club“ (Heiliger Verein) und als „Methodisten“ verspottet. In diesem Kreis auferlegten sie sich strenge Pflichten wie das regelmäßige Fasten, gemeinsames Lesen von Erbauungsliteratur, sowie das Führen eines Tagebuchs mit regelmäßiger Selbstprüfung. In seinem Eifer schoss der junge George dabei weit über das Ziel hinaus, bis er durch seine asketischen Übungen krank wurde. Dann endlich fand er den echten Frieden mit Gott – nicht durch Selbstkasteiung, sondern durch die Gnade allein.
Noch während seines Magisterstudiums wurde er von einem befreundeten Pfarrer gebeten, ihn für zwei Monate in London zu vertreten. In dieser Zeit kamen immer mehr Leute in diese Kirche, die den jungen Mann über die neue Geburt sprechen hören wollten. Kurze Zeit später dasselbe wieder, als er dann auch nach Dummer gerufen wurde, um auch dort jemanden zu vertreten. In dieser Zeit wuchs sein Entschluss, er wolle als Missionar nach Georgia über den großen Teich reisen. Doch noch während er sich auf die Reise in die Staaten vorbereitete, gab es plötzlich über Nacht eine Erweckung: Überall, wo er durchreiste und sich verabschieden wollte, wurde er gebeten, zu predigen – und überall wurden von seiner Predigt riesige Massen von Menschen angezogen und viele Herzen aufgeschreckt.
Nach mehreren Monaten Verzögerung konnte er endlich einschiffen und fuhr über den großen Teich in die Staaten. Inzwischen war aber noch etwas anderes passiert: John Wesley, der sein Studium schon früher beendet hatte, war auch als Missionar nach Georgia gereist. Und genau in der Zeit, als Whitefield darauf wartete, dass sein Schiff auslaufen konnte, kehrte Wesley zurück. Ihm war in der Zeit in Georgia bewusst geworden, dass er selbst auch noch eine echte Wiedergeburt nötig hatte. Whitefield kam in die Staaten und predigte in Georgia mehrmals täglich auf den Plätzen, besuchte die Leute, gründete zwei Schulen, und sein Herz wurde vor allem für eine Tätigkeit vorbereitet, die ihn den Rest seines Lebens begleiten sollte: Er wollte in Georgia ein Waisenhaus gründen.
An der Stelle möchte ich kurz innehalten und über etwas nachdenken, was wir von vielen Menschen lernen können, die in der Welt etwas bewegt haben. Der Management-Experte Fredmund Malik hat dafür viele Biographien studiert und sagt etwas ganz Wichtiges dazu: „Das Wesentliche ist, sich auf Weniges zu beschränken, auf eine kleine Zahl von sorgfältig ausgesuchten Schwerpunkten, wenn man an Wirkung und Erfolg interessiert ist.“ (Malik, Fredmund, Führen, Leisten, Leben, Campus-Verlag, 2. Aufl. 2006, S. 110) Bei George Whitefield wird das gut sichtbar, es gab für ihn nämlich ganz exakt zwei Schwerpunkte, auf die er sich spezialisiert hatte: Das Evangelium predigen und Geld sammeln für sein Waisenhaus in Georgia. Und diese beiden Dinge konnte er gleichzeitig machen. 13 Mal hat er unter großen Strapazen den Ozean überquert, der Europa von Amerika trennt, und was ihn dazu getrieben hat, war seine Sorge um sein Waisenhaus. Vermutlich wäre die große Erweckung in den amerikanischen Staaten nicht so schnell und so stark ausgebrochen, wenn Whitefield nicht dort gewesen wäre. Und vermutlich wäre er nicht dort gewesen, wenn er sein Waisenhaus in Georgia nicht gehabt hätte. Ich glaube, dass wir hier einiges zu lernen haben: Uns auf bestimmte einzelne Dinge – unsere Stärken – zu beschränken, diese dafür umso mehr zu trainieren, und nicht mehr alles selbst in der Hand haben zu wollen.
Als Whitefield nach England zurückkam nach seiner ersten Reise, war die Lage verändert. Er konnte zunächst noch in verschiedenen Kirchen predigen, aber immer mehr Pfarrer wurden ihm feindlich gesinnt, weil er so offen und kompromisslos von der Notwendigkeit der Wiedergeburt sprach. Immer öfter wurden ihm die Kanzeln verboten. So wagte er eines Tages den Schritt ins Freie. Durch diesen Schritt wurde eine Grenze gesprengt: Waren seine Predigten bisher durch die Größe der Kirchen begrenzt, konnten jetzt viel mehr Leute kommen, um ihm zuzuhören. Nach kurzer Zeit waren es schon mehrere tausend Zuhörer, die kamen, um ihn zu hören. So ähnlich hört sich der Rest seines Lebens an. Er predigte – wohlgemerkt: ohne Mikrophon, ohne Verstärker und Lautsprecher – vor riesigen Mengen. Einmal müssen es um die 80’000 Personen gewesen sein, die gekommen waren, um ihn zu hören. Und seine Stimme war laut und durchdringend: Sie konnten ihn alle hören.
Als Whitefield 26 Jahre alt war, heiratete er Elizabeth James, eine Witwe, die er bei seinen Reisen in Wales kennengelernt hatte. Sie war zehn Jahre älter als er. Auf mehrere Reisen begleitete sie ihn zunächst, so etwa auch auf die dritte Amerikareise. Später hörte sie jedoch damit auf, ihn dabei zu begleiten. Benedikt Peters schreibt dazu: „Mrs. Whitefield begleitete ihren Mann auf seinen zwei nächsten größeren Reisen: Auf seiner dritten Fahrt nach Amerika und einmal nach Schottland. Danach zog sie es aber vor, zu Hause zu bleiben. Das muss für sie weniger schwer gewesen sein. Jede Frau eines reisenden Reichsgottesarbeiters kennt dieses Dilemma. Sie ist gerne mit ihrem Mann zusammen; wenn sie aber mit ihm auf Dienstreise ist, so ist sie zwar bei ihm, und doch nicht bei ihm, weil der Dienst ihn meist so beansprucht, dass er keine Zeit für seine geliebte Frau hat. So findet sie es weniger schmerzlich, in der gewohnten Umgebung des Heimes zu sein und dort wenigstens die Ruhe zu haben, die sie auf den Reisen nicht findet.“ (Peters, Benedikt, George Whitefield, CLV, 2. Aufl. 2003, S. 263)
Nach vielen Jahren treuen und rastlosen Evangelistendienstes (es wird geschätzt, dass er insgesamt ungefähr 30’000 Predigten gehalten habe) zeigte sich, dass der Mensch auch Raubbau mit seinem Körper treiben kann. Täglich viele Kilometer zu reisen und mehrmals pro Tag zu großen Mengen von Menschen zu sprechen, belastet den Körper auf Dauer sehr. Die meisten Prediger und Pastoren kennen auch das Dilemma der selbständig einzuteilenden Zeit: Zeit für die Gemeinde, Zeit für die Familie, Zeit für gesellschaftliche Verpflichtungen, Zeit für sich selbst. Das ist immer wieder neu zu bedenken. Whitefield war mit 55 Jahren verbraucht. Brennend für Gott, die Rettung von Sündern und Gottes Reich – aber auch ausgebrannt. So starb er auf der siebten Reise in Amerika am 30. September 1770 um 6 Uhr früh. Noch am Abend davor hatte er unter großer Anstrengung gepredigt – in der Nacht hatte er mit Asthmaanfällen zu kämpfen und ging heim in die Ewigkeit.
Wer nach diesem kurzen Überblick Lust auf mehr bekommen hat, findet bei CLV das oben zitierte Buch von Benedikt Peters – entweder zum Kauf als Hardcover oder als kostenloser PDF-Download.

Mark Dever – Persönliche Evangelisation

Mark Dever – Persönliche Evangelisation
„Warum evangelisieren wir nicht?“ Mit dieser Frage und einer ganzen Reihe von Antworten steigt Mark Dever in das Buch ein. Besonders gut und wichtig fand ich folgende Antwort: „Dass wir beim Evangelisieren versagen, liegt zum Teil daran, dass wir ein mangelhaftes Verständnis davon haben. Gott verwendet nicht so sehr die evangelistische Gabe (obwohl es eine biblische Gabe des Evangelisten gibt), sondern die Treue Tausender und Millionen von Christen, die niemals behaupten würden, evangelisieren sei ihre Gabe. Deine Schlussfolgerung, dass du nicht für eine bestimmte Aufgabe begabt seist, befreit dich nicht von der Verantwortung zu gehorchen. Daraus ziehst du vielleicht den Schluss, dass evangelisieren nicht deine Gabe ist, aber es ist immer noch deine Pflicht.“ (S. 21)
Zusammengefasst besteht seine positive Antwort, was wir tun können, aus 12 Schritten: „Wir wollen über 12 mögliche Schritte nachdenken: Bete, plane, akzeptiere es, verstehe, sei treu, riskiere etwas, bereite dich vor, schaue voraus, liebe, fürchte, höre auf und gedenke.“ (S. 20)
Im zweiten Kapitel geht Mark auf das Evangelium ein. Die Schwierigkeit ist, dass heutzutage viel zu viele Menschen ein falsches Verständnis davon haben, was das Evangelium nun ist (und was es nicht ist). Zunächst entlarvt er vier falsche aber leider weit verbreitete Vorstellungen vom Evangelium: Die Gute Nachricht lautet nicht einfach „Ich bin ok“ (S. 28ff), Die Gute Nachricht lautet nicht einfach „Gott ist Liebe“ (S. 31ff), Die Gute Nachricht lautet nicht einfach „Jesus möchte unser Freund sein“ (S. 33ff) und Die Gute Nachricht lautet nicht: „Wir sollen rechtschaffen leben“ (S. 35ff). An dieser Stelle hätte ich gerne noch einen fünften Teil gehabt namens: Die Gute Nachricht lautet nicht: „Wir sollen die Gesellschaft transformieren [oder: verändern]“.
Am Ende dieser vier Teile, die erklären, was das Evangelium nicht ist, kommt er auf den Punkt und macht dem Leser klar: „Wer in unserer Gemeinde in Washington Mitglied werden möchte, den bitte ich, mir das Evangelium in nur einer Minute zu sagen. Wie würdest du das Evangelium in aller Kürze formulieren? Ich habe folgende Kurzfassung überlegt:
Die gute Nachricht des Evangeliums ist: Der wahre und heilige Gott, der alles geschaffen hat, schuf auch uns Menschen, und zwar nach seinem Bild, um ihn zu erkennen. Doch der Mensch fiel in Sünde und Verdammnis. Aber in seiner großen Liebe wurde Gott in Jesus Mensch, lebte ein vollkommenes Leben und erfüllte das Gesetz. Er starb als Sühnopfer am Kreuz und nahm die Strafe all derer auf sich, die zu ihm umkehren und ihm vertrauen. Er ist von den Toten auferstanden, was beweist, dass Gott das Opfer Christi angenommen hat und dass sein Zorn gegen uns gestillt ist. Er ruft uns nun dazu auf, über unsere Sünden Buße zu tun und allein auf ihn zu vertrauen, um Vergebung zu erlangen. Wenn wir unsere Sünden bereuen und auf Christus vertrauen, sind wir wiedergeboren zu einem neuen Leben, einem ewigen Leben mit Gott.“(S. 38f)
Im dritten Kapitel geht es darum, wem der Auftrag, zu evangelisieren, gegeben ist. Mark Dever macht jetzt klar, dass dieser Auftrag jedem wiedergeborenen Christen gilt. Jeder, der dem Herrn Jesus gehört und Sein Nachfolger ist, hat diesen Auftrag bekommen. Das vierte und fünfte Kapitel dient dazu, eine ausgewogene Praxis des Evangelisierens zu finden. Dies soll mit Ehrlichkeit und auch mit einer gewissen Dringlichkeit geschehen, aber auch mit Freude. Menschen sollen in die Gemeinde eingeladen werden, aber auch dazu, selbst nachzudenken. Ebenso wertvoll sind auch die Hinweise, was kein Evangelisieren ist: Es ist kein Aufdrängen, es ist auch kein persönliches Zeugnis geben, auch kein soziales oder gesellschaftliches Engagement, aber auch keine Apologetik. Diese Dinge können ein Teil des Evangelisierens sein, aber nicht das Ganze.
Wertvoll ist auch das sechste Kapitel, in welchem Mark auf die möglichen Reaktionen eingeht, die auf das Evangelium folgen. Manche lehnen ab, andere sind unentschlossen, aber hin und wieder gibt es auch zustimmende Reaktionen und Menschen, die tatsächlich für den Herrn Jesus gewonnen werden. Im siebten Kapitel geht es um die Motivation, weshalb wir evangelisieren sollen. Was sind unsere Motive dabei? Warum tun wir das überhaupt?
Den Schluss bildet der Epilog, in welchem sich Dever mit neumodischen Techniken auseinander setzt, die die Evangelisation als einen Verkaufsabschluss betrachtet und mit psychologischen Tricks versucht, den „potentiellen Kunden“ dazu zu bringen, etwas zu tun. Leider habe ich solche Techniken schon öfter sehen müssen als mir lieb war. Das Resultat eines evangelistischen Gesprächs hängt nicht von unseren Techniken und Methoden ab, sondern es ist allein von Gottes Wirken abhängig.
Dieses kurze Buch (123 Seiten) ist leicht verständlich, aber wohltuende Kost für jeden, der den Auftrag wahrnehmen möchte, das Evangelium von Jesus Christus weiter zu geben. Ich empfehle es sehr. Wer es bestellen möchte, kann dies hier tun. Übrigens findet im Oktober diesen Jahres in der Arche Gemeinde Hamburg die Eckstein Konferenz zum Thema „Persönliche Evangelisation“ statt, die ich Interessierten auch empfehlen möchte.C. J. Mahaney und Jeff Purswell sind als Gastsprecher eingeladen.

Greg Gilbert – Was ist das Evangelium?

Ich möchte heute ein super Buch vorstellen, in welchem ich immer wieder mit viel Gewinn lese. Es ist ein kleines Büchlein, das eigentlich schnell durchgelesen ist, aber der Inhalt ist derart gut, dass man über vieles gleich mal länger nachdenken muss (oder darf).
Ich spreche von Greg Gilberts Buch „Was ist das Evangelium?“ Ich möchte nachfolgend ein paar besondere Leckerbissen zitieren und empfehle wirklich jedem, dieses Buch zu lesen. Es ist theologisch hochwertig, aber auch für den theologisch völlig ungeschulten Laien leicht verständlich, da alles gut erklärt wird. Auch – und vielleicht besonders – für Menschen, die sich für den christlichen Glauben interessieren ist dieses Buch eine super Gelegenheit.
„Egal, wie man es dreht und wendet – zu sagen, dass Jesus Christus gestorben ist, um uns von negativen Gedanken über uns selbst zu retten, ist verwerflich unbiblisch. Tatsächlich lehrt uns die Bibel, dass ein großer Teil unseres Problems darin besteht, dass wir zu groß von uns denken, nicht zu klein. Denken Sie einmal einen Moment lang darüber nach. Womit hat die Schlange Adam und Eva versucht? Sie sagte ihnen, dass sie zu negativ über sich selbst denken. Sie sagte ihnen, sie müssten positiver denken, sich nach ihrem vollen Potenzial ausstrecken, wie Gott sein!“ (S. 63f)
„Leider ist die Lehre vom stellvertretenden Opfer vermutlich ein Teil des christlichen Evangeliums, den die Welt am meisten hasst. Die Menschen empört der Gedanke, dass Jesus für die Sünde eines anderen bestraft wurde. Mehr als ein Autor hat dies „göttliche Kindesmisshandlung“ genannt. Und doch: Wenn wir das stellvertretende Opfer ablehnen, schneiden wir dem Evangelium das Herz heraus.“ (S. 83f)
„Der Gedanke, die Gesellschaft müsse durch die Arbeit von Christen sichtbar verändert werden, scheint in letzter Zeit von vielen Evangelikalen Besitz ergriffen zu haben. Ich halte das für ein lobenswertes Ziel und ich glaube auch, dass die Bemühung, sich dem – persönlichen oder system-immanenten – Bösen in der Gesellschaft entgegenzustellen, biblisch ist. […] Viele „Transformationalisten“ gehen aber noch weiter und behaupten, der Auftrag, „die Gesellschaft zu erlösen“, sei tief in den Aussagen der Bibel eingewoben. Wenn Gott tatsächlich die Welt neu schaffen will, argumentieren sie, dann liegt es in unserer Verantwortung, uns an dieser Arbeit zu beteiligen. […] Es geht mir darum, dass unter einigen „Transormationalisten“ die gesellschaftliche Erlösung fast unmerklich zur großen Verheißung und zum Mittelpunkt des Evangeliums wird – was natürlich bedeutet, dass das Kreuz bewusst oder unbewusst von diesem Platz verdrängt wird.“ (S. 136 – 138)
Wer mehr lesen will, möge sich das Buch bestellen. Das kann man hier tun.

Beten – mit Paulus

Beten – mit Paulus
Ist dir schon mal aufgefallen, wie viel Paulus in seinen Briefen an die Gemeinden betet und von seinem Gebetsleben erzählt? Es geht ihm dabei aber nicht darum, mit seinem Gebetsleben irgendwie anzugeben. Nein, es ist vielmehr eine Ermutigung für seine Leser, zu wissen, der Paulus betet für uns. Und seine Berichte über sein Gebetsleben sagt auch viel über die Prioritäten des Gottesmannes aus.
Analysieren wir doch mal, was Paulus so wichtig ist in seinen Gebeten. Und dann analysieren wir doch auch unser eigenes Gebetsleben und fragen uns: Was ist mir wirklich wichtig? Und was sollte mir denn wirklich wichtig sein? Dazu müssen wir erst mal ehrlich werden vor Gott und vor uns selbst. Ich möchte dich ermutigen, immer mal wieder die Gebete des Paulus, vielleicht auch eines nach dem anderen systematisch, zu untersuchen. Ich bin überzeugt, dass das dein eigenes Gebetsleben auch nachhaltig beeinflussen wird. Und dann stelle dich der Herausforderung der Frage: Was bete ich? Was sind im Moment meine eigenen Prioritäten? Sind es die richtigen Prioritäten?
Zunächst mal eins von Paulus, aus dem ersten Kapitel des Epheserbriefs:
Darum lasse auch ich, nachdem ich von eurem Glauben an den Herrn Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört habe, nicht ab, für euch zu danken und in meinen Gebeten an euch zu gedenken, daß der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch [den] Geist der Weisheit und Offenbarung gebe in der Erkenntnis seiner selbst, erleuchtete Augen eures Verständnisses, damit ihr wißt, was die Hoffnung seiner Berufung und was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen ist, was auch die überwältigende Größe seiner Kraftwirkung an uns ist, die wir glauben, gemäß der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke. (Epheser 1, 15 – 19)
In den Versen davor hat er beschrieben, was Gott alles tut, damit ein Mensch gerettet wird. Das ist eine Zusammenarbeit der göttlichen Dreieinigkeit: Des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Alle drei sind beschäftigt damit, uns zu erlösen. Ohne diese Zusammenarbeit könnte kein einziger Mensch gerettet werden. Und weil Paulus weiß, dass Gott bei den Ephesern dies am wirken ist, deshalb hört er nicht auf, für sie zu danken. Er dankt für ihren Glauben an den Herrn Jesus und für ihre Liebe zu allen Gläubigen. Wow, das muss ein Glauben und eine Liebe sein. Paulus sitzt in Rom im Gefängnis und hört dort von ihrem Glauben und ihrer Liebe.
Und dann – bääämmmm – kommt der Umschwung in seinem Gebet: Er bittet auch für sie. Er hat von ihrem riesigen Glauben und ihrer Mega-Liebe gehört und findet es trotzdem nötig, für sie zu bitten. Er tut Fürbitte für sie. Er wünscht sich nämlich, dass sie – trotz des Glaubens und der Liebe – noch weiter wachsen können. Er wünscht sich, dass die Epheser den Geist der Weisheit und der Offenbarung bekommen. Das sind zwei wichtige Geistesgaben.
Sie sollen durch diese Geistesgabe in drei Dingen wachsen:
Erstens in der Erkenntnis Gottes. Sie sollen immer mehr erkennen, wie Gott ist und was Gott möchte. Sie sollen immer mehr so werden wie Gott, das ist das Ziel dieser Erkenntnis. Echte Erkenntnis ist immer sehr praktisch, das heißt sie hat immer Auswirkungen für unser persönliches Leben.
Zweitens in der Erkenntnis ihrer Berufung. Diese Erkenntnis beginnt immer damit, dass man sich selbst zuerst mal kennenlernt. Selbsterkenntnis ist die Erkenntnis, wie unfähig man ist, irgend etwas Gutes aus sich selbst zu tun. Dann aber auch die Erkenntnis dessen, wozu Gott uns als Gläubige berufen hat. Nämlich dazu, so zu werden wie Jesus. Uns nach diesem Maßstab auszurichten und den Auftrag, den Er uns gab, nämlich alle Völker zu Jüngern zu machen, auszuführen.
Drittens in der Erkenntnis der Kraft Gottes. Im Römerbrief schreibt Paulus, dass das Evangelium die göttliche Kraft, das Dynamit Gottes, ist zur Errettung der Menschen. Diese Kraft übersteigt all unsere Vorstellungen. Es ist viel einfacher, einen Toten zum Leben zu erwecken, als einen geistlich Toten, der nichts anderes kann, als sich mit Händen und Füßen gegen das Evangelium zu wehren. Lasst uns also die Kraft Gottes erkennen und in ihr vorwärtsgehen.
Sei gesegnet!

Blogvorstellung Jesus24.de

Liebe Leser,

ich möchte heute mal etwas Neues wagen und möchte Euch ein Blog vorstellen, in welchem ich auch regelmäßig lese und welches ich außerordentlich wertvoll finde. Dies ist das Blog „Jesus24.de“, bzw. „J24“ (Link). Es enthält sehr viele gute Beiträge, die uns im Leben als Christen herausfordern. So zum Beispiel eine achtteilige Serie über die Bedeutung und den Wert der verbindlichen Gemeindemitgliedschaft (Link) oder eine bisher(?) zweiteilige Serie über die Glaubwürdigkeit der Bibel (Link und Link). Da sich viele von Euch für das Evangelium interessieren, wie meine Statistik zeigt, empfehle ich auch herzlich den Blogpost bei J24 zur verändernden Kraft des Evangeliums (Link).
Der Autor, Waldemar Justus, stellt sich in seinem Blog vor: „Meine Leidenschaft und Sehnsucht ist es, meinen Gott und Retter — Jesus Christus — zu verherrlichen. Sein Blut macht mich frei und lässt mich in Seiner Gegenwart aufatmen. Durch seine souveräne Gnade reinigt er mich von jeglicher Schuld und gibt mir überwältigende Freude in seinem Geist. Komm, und sieh selbst!

Soli Deo Gloria — Waldemar Justus“

Ich möchte Euch empfehlen, schaut rein, seht Euch um – und lasst Euch von der wunderbaren Begeisterung für den souveränen Gott anstecken, um den es geht. Der Herr Jesus Christus ist das Zentrum des Lebens und damit auch des Blogs – und das empfinde ich als sehr ermutigend, gerade auch in einer Zeit, in welcher sich mehr und mehr auch im evangelikalen Bereich die Theologie zur Anthropologie wandelt: Statt Gott steht der Mensch im Zentrum, statt der Souveränität Gottes die – angebliche – Souveränität des Menschen, der sich selbst entscheiden, sich selbst entfalten, sich selbst suchen und finden soll.
Sehr herzlich ist auch jeder eingeladen, dem Blog Jesus24 über Facebook (Link), Twitter (Link) und Google+ (Link) zu folgen. 

Der unausforschliche Reichtum Christi

Der unausforschliche Reichtum Christi
Mir, dem allergeringsten unter allen Heiligen, ist diese Gnade gegeben worden, unter den Heiden den unausforschlichen Reichtum des Christus zu verkündigen, und alle darüber zu erleuchten, welches die Gemeinschaft ist, die als Geheimnis von den Ewigkeiten her in Gott verborgen war, der alles erschaffen hat durch Jesus Christus, damit jetzt den Fürstentümern und Gewalten in den himmlischen [Regionen] durch die Gemeinde die mannigfaltige Weisheit Gottes bekanntgemacht werde.(Eph. 3, 8 – 10)
Paulus kennt sich selbst ziemlich gut und weiß deshalb auch, wie viel Mist er in seinem Leben gebaut hat. Wie er vor seiner Bekehrung in der ganzen damaligen Welt umherreiste und versuchte, möglichst alle Christen zu verfolgen, zu jagen und ins Gefängnis zu bringen. Auch nach seiner Bekehrung hat er noch nicht das vollendete Ziel erreicht, denn noch immer stöhnte er unter der Last immer wiederkehrender Sünde: Denn ich weiß, daß in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht. Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will, das verübe ich. Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so vollbringe nicht mehr ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. Ich finde also das Gesetz vor, wonach mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt.“(Römer 7, 18 – 21) Dieses Problem kennen wir alle. Und wir tun gut daran, uns dessen bewusst zu sein und zu bleiben. Paulus war sich dessen bewusst, deshalb konnte er schreiben: „Mir, dem allergeringsten unter allen Heiligen“. Er war und ist einer der Heiligen, wie dies jeder an den Herrn Jesus Gläubige ist. Dennoch kannte er niemanden, der so viel Gnade empfangen hatte wie er. Vermutlich kann dies jeder echte Christ nachvollziehen und fühlt sich oft auch so wie Paulus: Der allergeringste unter den Heiligen. Derjenige, welcher den größten Anteil an der Gnade hat erhalten müssen, um gerettet zu werden. Es tut nur gut, in diesem Bewusstsein zu leben. Wer die Erkenntnis der Gnade bekommen hat, kennt keinen schlimmeren Sünder als sich selbst. Und Jesus sagte doch bekanntlich: Wem viel vergeben worden ist, der liebt viel. Dieses Bewusstsein, dass der Herr Jesus so groß ist, dass Er sogar solch einen Sünder retten konnte, gibt uns auch Antrieb, im Gebet für andere Menschen dran zu bleiben.
Paulus hatte die Gnadengabe der Evangeliumsverkündigung unter den Heidenvölkern bekommen. Das Evangelium ist der unausforschliche Reichtum des Christus. Es ist insofern unausforschlich, dass es eine unvorstellbare Kraft zur echten Veränderung hat. Es gibt keine Kraft in dieser ganzen Welt, die so stark ist, wie diejenige des Evangeliums. Im Römerbrief nennt Paulus das Evangelium das „göttliche Dynamit zur Errettung für jeden, der glaubt“(Römer 1, 16). Es ist wirklich eine riesige, unvorstellbar starke Kraft, und zwar die einzige Kraft zur echten Veränderung unseres Lebens. Von unserer Seite aus braucht es einzig die Bereitschaft, uns tatsächlich und vollständig verändern zu lassen. Diese Veränderung ist nicht immer angenehm und schon gar nicht immer einfach. Aber sie ist notwendig, wenn wir von Gott gebraucht werden wollen. Sie hat ihren Preis, aber auch ihren Lohn. Denn es gibt nichts Schöneres auf dieser Welt, als zu wissen, dass man von Gott gewollt, verändert und gebraucht wird, um wiederum anderen Menschen zu genau jenem verhelfen zu dürfen.
Noch immer spricht Paulus hier von dem Mysterium, dem Geheimnis, dass Gottes Plan in einer Einheit aus gläubigen Juden und Nichtjuden, nämlich der Gemeinde, besteht. Dieser Gemeinde ist nun wiederum das Evangelium, also das göttliche Dynamit zur Errettung und Veränderung, anvertraut. Sie soll es verwalten und weitergeben. Dadurch, dass das Evangelium ausgebreitet wird und immer mehr Menschen zum Reich Gottes, der Gemeinde, hinzugefügt werden, wird auch den dämonischen Mächten, Gewalten und Fürstentümern gezeigt, dass Jesus der endgültige Sieger ist, denn Seine Gemeinde wird nicht aufzuhalten sein. Sie wird angegriffen, eingelullt, zerstritten, aber nicht besiegt, denn sie steht auf der Seite des Siegers. Jesus sagte, dass dort, wo Dämonen ausgetrieben werden, das Reich Gottes entsteht und sich ausbreitet. Dasselbe gilt auch für die Ausbreitung des Evangeliums. Denn das Evangelium ist die Proklamation des endgültigen Sieges über all diese Mächte und Gewalten. Ihnen dürfen wir durch die Verkündigung des Evangeliums die Niederlage bekanntmachen. Denn am Kreuz von Golgatha und in der Auferstehung sind sie ein für alle Male besiegt worden. Nicht umgebracht und auch nicht wehrlos, deshalb nicht zu unterschätzen, aber doch besiegt. Und im Namen Jesu ist uns die Macht über sie alle gegeben.

Diener des Evangeliums

Diener des Evangeliums
Daran könnt ihr, wenn ihr es lest, meine Einsicht in das Geheimnis des Christus erkennen, das in früheren Generationen den Menschenkindern nicht bekanntgemacht wurde, wie es jetzt seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist geoffenbart worden ist, daß nämlich die Heiden Miterben und mit zum Leib Gehörige und Mitteilhaber seiner Verheißung sind in Christus durch das Evangelium, dessen Diener ich geworden bin gemäß der Gabe der Gnade Gottes, die mir gegeben ist nach der Wirkung seiner Kraft. (Eph. 3, 4 – 7)
Hier fährt nun Paulus fort, dieses Geheimnis, von welchem er bereits im letzten Abschnitt sprach, zu erklären. Da dieses Geheimnis von solch großartiger, ja, schier un-glaub-licher Art ist, muss er sich zuerst als einen zuverlässigen Boten Gottes ausweisen. Deshalb erinnert er sie: Wenn ihr diesen Brief von mir an euch lest, so könnt ihr an ihm erkennen, dass mir dieses Geheimnis tatsächlich von Gott anvertraut ist, zusammen mit der Aufgabe, jenes verständlich zu machen und weiterzugeben. Wo die Bibel von Geheimnissen spricht, dann geht es nie darum, dass etwas ein Geheimnis bleiben soll, sondern ein Geheimnis ist eine Wahrheit, die sich niemand ausdenken kann. Eine Wahrheit, die niemand durch Erfahrung errechnen kann. Ein Geheimnis kann nur durch eine Selbstoffenbarung Gottes erkannt werden. Es ergibt sich nicht von selbst. Aber sobald es von Gott aufgedeckt wurde, haben alle, die es erkannt haben, den Auftrag, es bekannt zu machen. Und so ist auch diese göttliche Selbstoffenbarung von fortschreitender Art. Zu früheren Zeiten waren nur die allerwichtigsten Tatsachen bekannt, nämlich dass der Mensch ein Sünder ist, dass er Hilfe braucht, weil er auf sich allein gestellt nicht erlöst werden kann, und dass Gott einen Erlöser, einen Messias-Christus senden wird. Wie diese Erlösung dann aussehen muss, wurde erst später deutlich, nämlich am Berg Sinai, wo Gott via Mose dem Volk Israel erklärte, dass Sünde nur durch den Tod gesühnt werden konnte – entweder durch den ewigen Tod vom Sünder selbst, oder durch das reine stellvertretende Opfer des Lammes Gottes, welches zu damaligen Zeiten durch ein Opfertier repräsentiert wurde. Und so weiter. Je länger die Zeit dauerte, desto tiefer, näher und genauer offenbarte Gott Seinen Charakter und Seinen Heilsplan für unsere Welt.
Nun kommt Paulus auf sein Geheimnis zu sprechen, welches sein ganz persönlicher Auftrag ist. Er ist ja bekanntlich der Apostel der Heiden, der als Missionar zu den Nichtjuden gesandt worden war, um ihnen von der Erlösung in Jesus Christus zu erzählen. Und gerade er, welcher diesen Auftrag bekommen hatte, für ihn war es äußerst wichtig, dieses Geheimnis zu kennen und mit ihm vertraut zu sein. Doch bis zu dem Moment, in welchem es den Aposteln geoffenbart wurde, also die Decke der Unwissenheit entfernt wurde, konnte niemand davon wissen. Kein Mensch war bis zu dem Moment in der Lage, sich ein solches erdenken zu können. Es ist wahrhaftig ein Geheimnis, ein Mysterium. Einen kleinen Teil davon war zwar bereits im Alten Testament vorausgesagt worden, nämlich jenes, dass in der Zukunft eines Tages auch die Nichtjuden ein bestimmtes Heilshandeln Gottes an ihnen erfahren würden. So prophezeite Micha zum Beispiel: „Und viele Heidenvölker werden hingehen und sagen: »Kommt, laßt uns hinaufziehen zum Berg des Herrn, zum Haus des Gottes Jakobs, damit er uns über seine Wege belehre und wir auf seinen Pfaden wandeln!« Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen und das Wort des Herrn von Jerusalem.“ (Micha 4, 2)
Doch um ein Vielfaches größer, wunderbarer und herrlicher ist die Erkenntnis des Geheimnisses, die Paulus bekam: Gott wird nicht nur irgendwie auch an den Heiden handeln, sondern Gott wird aus den beiden Gruppen der Juden und der Nichtjuden ein neues Gottesvolk machen. Judenchristen und Heidenchristen sind so eins im Herrn Jesus Christus und haben durch die wunderbare Tat am Kreuz von Golgatha eine gemeinsame Hoffnung, einen gemeinsamen Glauben, einen gemeinsamen Ursprung und ein gemeinsames Ziel. Die Heidenchristen sind zu „Miteinverleibten“ geworden, also zu welchen, die in den Leib des göttlichen Bundes mit hinein genommen sind, zu einem Körper, zu einem heiligen Tempel gemacht. Die Verheißungen an das Volk Israel sind erweitert auf die gläubig gewordenen Nichtjuden. Und das ist nicht etwa selbstverständlich, wie wir das oft denken. Gott ist und bleibt Derselbe. Aber Er hat Sich uns noch detailreicher geoffenbart als Derjenige, Welcher alle Gläubigen aus Israel und aus den Heiden zu einem Leib machen will. Hierzu wurde Paulus berufen, um dieses Mysterium der göttlichen Gnade bekannt zu machen. Und als solche, die wir das begriffen haben, ist die Aufgabe des Paulus auf uns übergegangen. Auch wir dürfen Diener des Evangeliums sein. Menschen, die Gott bekannt machen. Menschen, die dazu einladen, den Herrn Jesus kennenzulernen. Sei gesegnet!

Verwalter der Gnade

Verwalter der Gnade
Deshalb [bin] ich, Paulus, der Gebundene Christi Jesu für euch, die Heiden. Ihr habt ja gewiß von der Haushalterschaft der Gnade Gottes gehört, die mir für euch gegeben worden ist, daß er mich das Geheimnis durch Offenbarung wissen ließ, wie ich zuvor kurz geschrieben habe. (Eph. 3, 1 – 3)
Zu dem Zeitpunkt, als Paulus diesen Brief an die Gemeinde in Ephesus schrieb, war er in Rom im Gefängnis. Er war dort, weil er überall in der ganzen damaligen Welt die Erlösung durch den Herrn Jesus verkündigt hatte. Deshalb konnte er schreiben, er sei der Gebundene (Gefangene) für den Herrn Jesus Christus. Die Reaktion des Paulus auf diese Gefangenschaft ist für uns ganz schön eine Herausforderung. Wie schnell sind wir schon in unserem Leben, wenn nicht alles genau so läuft, wie wir es uns vorgestellt haben, dabei, an unserem Auftrag zu zweifeln? Wie anders reagiert doch Paulus: Er ist sich bewusst, dass es zu Gottes Plan für sein Leben gehört, dass er diese Zeit im Gefängnis verbringen muss. Zur selben Zeit ungefähr, als er den Brief an die Epheser schrieb, verfasste er auch den Philipperbrief an die Gemeinde in Philippi. Dort schrieb er dazu noch mehr: „Ich will aber, Brüder, daß ihr erkennt, wie das, was mit mir geschehen ist, sich vielmehr zur Förderung des Evangeliums ausgewirkt hat, so daß in der ganzen kaiserlichen Kaserne und bei allen übrigen bekannt geworden ist, daß ich um des Christus willen gefesselt bin, und daß die meisten der Brüder im Herrn, durch meine Fesseln ermutigt, es desto kühner wagen, das Wort zu reden ohne Furcht. […]Denn ich weiß, daß mir dies zur Rettung ausschlagen wird durch eure Fürbitte und den Beistand des Geistes Jesu Christi, entsprechend meiner festen Erwartung und Hoffnung, daß ich in nichts zuschanden werde, sondern daß in aller Freimütigkeit, wie allezeit, so auch jetzt, Christus hoch gepriesen wird an meinem Leib, es sei durch Leben oder durch Tod. Denn für mich ist Christus das Leben, und das Sterben ein Gewinn.“ (Phil. 1, 12 – 14 und 19 – 21)
Paulus hat also erkannt, dass seine Gefangenschaft, in welcher er eben nicht resigniert und nicht das Gefühl hat, von Gott schlechter behandelt zu werden, dazu beiträgt, dass viele andere Menschen durch ihn ermutigt werden. Es kommt eben nicht darauf an, wo wir uns aufhalten und was mit uns geschieht, sondern darauf, dass wir Gott einfach gehorchen. Egal was kommt. Egal womit wir gerade angefeindet werden. Egal was die Menschen über uns denken oder sagen. Es geht ja auch nicht um uns, sondern einzig und allein um Gott, um den Herrn Jesus, der Menschen retten möchte. Paulus hat in seiner Gefangenschaft gleich viel erreichen können wie davor. Weil er nicht aufgab und nicht resigniert hat, sondern bereit war, zu jeder Zeit und Unzeit mit dem fortzufahren, was sein Auftrag war. Wie viel Gewinn hätten wir in unserer Zeit, wenn wir dies besser verstehen lernten. Nämlich dass es nicht auf unsere Umstände ankommt, in welchen wir uns gerade befinden, sondern es einzig und allein darum geht, das, was wir von Gott als Aufgabe empfangen haben, fortzuführen. Dieser Auftrag war bei Paulus ganz speziell auf die damaligen Heiden (Nichtjuden) gerichtet, welche dann, wie im Fall der Gemeinde von Ephesus, zu Heidenchristen wurden. Paulus war der Apostel der Nichtjuden, während Petrus und Jakobus dies für die Juden waren. Dabei haben sie sich als gegenseitige Partner verstanden und nicht etwa als Konkurrenz.
Paulus wurde damit beauftragt, den Nichtjuden von der Gnade Gottes zu erzählen. Wir können in seinen Briefen und in den in der Apostelgeschichte vom Arzt Lukas festgehaltenen Predigten sehen, wie er dabei vorgegangen ist. Der Römerbrief ist zum Beispiel so eine Schrift, die vielleicht auch eine solche Predigt in überarbeiteter Form beinhaltet. Diese Gnade ist ein Mysterium, ein Geheimnis, weil kein Mensch von sich aus (durch reines Nachdenken oder durch menschliche Logik) zum richtigen Schluss kommen kann. Es brauchte bei Paulus, und auch heute bei jeder anderen Person, eine übernatürliche Offenbarung, um dieses Geheimnis von der Gnade Gottes verstehen zu können. Niemand kann das einfach so. Es ist immer Gottes Geschenk und Gabe, dass jemand gläubig werden kann. Und wer die Augen dafür wirklich geöffnet bekommt, kann nicht anders, als dieses Geschenk anzunehmen. Denn es gibt nichts, was größer sein kann, als dieses wunderbare Geschenk der Gnade Gottes. Und Paulus ist von Gott zum Haushälter, also zum Verwalter, dieser Gnade berufen worden. Ein Verwalter bekommt etwas, was er im Auftrag des eigentlichen Besitzers möglichst gut verwalten soll. Ein Lehrer in einer Schule ist zum Beispiel ein Verwalter seines Wissens und ein Verwalter des Lehrplans, mit deren Hilfe er möglichst viel vom ganzen Potenzial seiner Schüler entfalten soll. Und als Gläubige sind auch wir Verwalter dieser Gnade Gottes, von der wir anderen weiter erzählen sollen. Möglichst alle Menschen auf dieser Erde sollen von dieser Gnade hören können. Dazu hat jeder von uns eine bestimmte Zeit zur Verfügung (24 Stunden pro Tag), ein bestimmtes Umfeld, eine bestimmte Menge an durch Arbeit erworbenem Geld, aber auch bestimmte persönliche Fähigkeiten und Stärken, und dies alles sollen wir so einteilen und verwalten, dass dadurch möglichst viele Menschen von dieser Gnade Gottes hören und wissen dürfen. Was willst du heute dafür tun?

Wir sind mitauferweckt

Wir sind mitauferweckt
Gott aber, der reich ist an Erbarmen, hat um seiner großen Liebe willen, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren durch die Übertretungen, mit dem Christus lebendig gemacht — aus Gnade seid ihr errettet! — und hat uns mitauferweckt und mitversetzt in die himmlischen [Regionen] in Christus Jesus,damit er in den kommenden Weltzeiten den überschwenglichen Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erweise in Christus Jesus. (Eph. 2, 4 – 7)
Wir haben gesehen, dass jeder Mensch von Natur aus mausetot ist in seinen Übertretungen und Sünden. Und ebenso haben wir gesehen, dass niemand, der tot ist, etwas wollen kann. Vielmehr möchte ich hinzufügen: Wer geistlich tot ist in Sünden und Übertretungen, wird nicht anders können als sich gegen die Wahrheit mit Händen und Füßen zu stellen, sich mit aller Kraft dagegen wehren und braucht dadurch umso mehr ein gewaltiges Handeln Gottes an sich. Im Grunde genommen ist jeder Mensch zu stolz, um das Evangelium freiwillig, aus eigenen Stücken, anzunehmen. Gott muss zuerst den Willen im Menschen schaffen, überhaupt von Jesus Christus erlöst werden zu wollen. Das muss nun ein jeder Prediger wissen und dem entsprechend predigen. Da niemand das Evangelium von sich aus wollen kann, wird eine Predigt, die besonders die Gefühle anspricht, auch nichts ausrichten können. Die Gefühle des Menschen sind ziemlich leicht zu beeinflussen. Und wer nur sie anspricht, wird vor allem Menschen haben, die schnell mal „ja“ und „amen“ zu allem Möglichen sagen, aber zu oft ist dieses Werk nicht von bleibender Dauer. Und vor allem dürfen wir auch nicht davon ausgehen, dass die Gemeindemitglieder bestimmt alle irgendwie zu den Erlösten gehören, die nur noch Unterweisung brauchen. Nein, es braucht immer wieder und wieder das eine Evangelium von Jesus Christus. Diesem allein ist die Kraft gegeben, widerspenstige Herzen zum Herrn zu führen und Menschen zu echter Umkehr zu überzeugen.
Dies ist ein Werk von Gottes Gnade, dass ein Mensch fähig wird, von seiner Rebellion gegen Gott umzukehren und Gott dienen zu wollen. Deshalb will Gott auch aus Erbarmen den Menschen nicht einfach so verloren gehen lassen. Gott weiß, wie es um uns Menschen steht. Er war unter uns, war ganz Mensch und lebte als Mensch auf dieser Erde. Er weiß um unsere Verlorenheit und möchte sie überwinden. Dafür gab Er auch Sein Leben hin, aus Liebe zu uns. Mit Liebe hat Er uns geliebt, schreibt hier Paulus. Diese Liebe ist durch nichts zu übertreffen. Es gibt nichts auf dieser Welt, womit man Gottes Liebe vergleichen könnte. Sie ist Gottes Entscheidung, an unserer Stelle unsere Schuld zu bezahlen und dadurch den Weg zu Ihm wieder frei zu machen. Doch der Tod Jesu und die stellvertretende Bezahlung der Schuld ist nur eine Seite der Medaille. Wenn der Herr Jesus tot geblieben wäre, so gäbe es für uns keinerlei Hoffnung auf ein Leben mit Gott. Dann wäre zwar die Schuld bezahlt, der Tod jedoch immer noch die letzte Endstation des Lebens. Doch aus diesem Grund wurde der Herr Jesus wieder auferweckt. Und mit Ihm zusammen sind wir mitauferweckt. Dies nennt die Bibel die Wiedergeburt. Diese Wiedergeburt wird durch den Glauben aktiviert, den der Heilige Geist in unsere Herzen hineinlegt. Das ist wichtig, dass wir das verstehen. Wenn die Bibel von Glauben spricht, dann meint sie nicht einfach nur etwas für wahr halten, sondern daraus auch Konsequenzen zu ziehen. Also: Gottes Willen in den Situationen unseres Lebens zu suchen und diesen dann auch auszuführen. Der Heilige Geist schenkt uns also Augen und einen Verstand, um die Bibel, Gottes Wort, richtig zu verstehen und auch herauszufinden, wie wir das umsetzen können.
In dieser Stellung als Mitauferweckte leben wir in tiefem innerem Frieden mit Gott. Wir wissen um unsere Mängel, um unsere Sünden und um unsere Schwäche, in der wir immer wieder fallen. Aber zugleich wissen wir auch um die Tatsache, dass der Herr Jesus für ALLE unsere Sünden bezahlt hat. Nicht nur für diejenigen der Vergangenheit, sondern auch der Gegenwart und der Zukunft. Dies gibt uns echte Freiheit, nämlich die Freiheit vom inneren Zwang, sich ständig vergewissern zu müssen, ob man noch in der Gnade ist oder nicht und zugleich die Freiheit zur Liebe gegenüber Gott und den Mitmenschen. Gerade weil wir uns nicht beständig selbst untersuchen und prüfen müssen (klar, hin und wieder tut eine Rückschau auch gut), können wir uns dem Dienst und der Hilfeleistung am Nächsten widmen. Wir merken selbst, was Sünde ist und wir dürfen sie jederzeit sofort zum Kreuz bringen, Gott bekennen und durch das Blut Jesu gereinigt werden. So kommen wir zur Gewissheit, dass alle unsere Schuld bezahlt ist – vom ersten Atemzug bis zum Totenbett ist alle Schuld am Kreuz bezahlt. Und es gibt nichts und niemanden, der uns aus dieser Gnade herausholen könnte, denn Gott wird uns nicht loslassen.
Doch wir sind nicht nur Mitauferweckte, sondern auch Mitversetzte in die himmlischen Regionen. Das heißt, unser Bürgerrecht ist im Himmel. Als solche, die in der Welt, aber nicht von der Welt sind, gelten für uns auf jeden Fall die menschlichen Gesetze unseres Landes, in dem wir leben (in der Welt), vielmehr aber gilt da auch das Gesetz der himmlischen Bürgerschaft. Dieses Gesetz findet sich im Doppelgebot der Liebe wunderbar zusammengefasst. Gott zu lieben, zu ehren, Ihm gehorsam zu sein und zugleich das Beste für die Mitmenschen zu suchen und ihnen dazu zu helfen, dies ist das Gesetz der Himmelsbürgerschaft. Die Befolgung dieses Gebots hat den Zweck, dass Gott durch unser Handeln verherrlicht wird, dass Sein Name unter den Menschen bekannt wird und dass viele Menschen in den Bereich des Gottesreichs kommen, wo sie selbst wieder von Gottes Geist durch die Predigt des Evangeliums erfasst und zutiefst verändert werden können. Dies ist das Handeln des Geistes. Unsere Aufgabe ist es nicht, Menschen zu bekehren. Das kann niemand. Aber wir haben den Auftrag, das Evangelium so deutlich wie möglich und so oft wie möglich zu verkünden und zugleich ein Leben zu führen, das die Menschen neugierig macht und sie einlädt, zu Gott zu kommen und diese Freiheit der Gnade und der Liebe durch die Wiedergeburt selbst zu erfahren. Dadurch wird Gottes Reichtum der Gnade an den Gläubigen erwiesen.
Lasst uns aber auch beten, dass wir verändert werden und durch die Veränderung noch mehr wie Jesus werden: Voller Gnade und Wahrheit. Und lasst uns beten, dass wir die Wahrheit der Bibel noch besser verstehen lernen: Dass es ewige Verdammnis aber auch ewiges Heil gibt und was dies wirklich bedeutet. Dass es unser Handeln in Liebe benötigt, um Menschen mit dem Reich Gottes vertraut zu machen. Überall dort, wo wir im Auftrag Gottes die Liebe des Retters weitergeben, dort ist das Reich Gottes zu finden.

Predigen in der Kraft des Geistes

Predigen in der Kraft des Geistes
Wenn unsere Predigt in der Kraft des Heiligen Geistes geschehen soll, so müssen wir uns an die Art halten, wie der Heilige Geist wirkt. Wir verfügen nicht über den Geist, sondern Er verfügt über uns. Und Seine Art, zu handeln, muss zu der Art werden, wie wir selbst auch handeln. Also: Nicht der Geist richtet Sich nach uns, sondern umgekehrt, wir richten uns nach Ihm und den Prinzipien, die Sein Wirken ausmachen.
Ein erstes Merkmal ist, dass der Heilige Geist der Autor der gesamten Bibel ist. Die ganze Bibel von 1. Mose bis zur Offenbarung ist gottgehaucht, was bedeutet, dass der Heilige Geist die Autoren der einzelnen Bücher der Bibel inspiriert und überwacht hat. Gott der Heilige Geist trägt die volle Verantwortung für die Wahrhaftigkeit und Zuverlässigkeit der Bibel. Und da Er Gott ist, wird Er Sich niemals widersprechen. Wir dürfen somit vertrauen, dass Gott uns durch die Bibel die ganze Wahrheit sagt und nichts aus ihr mit dem Menschenverstand erst überprüfen und gegebenenfalls verwerfen müssen. Im Gegenteil: Jesus Christus bestätigt am Schluss in der Offenbarung, dass von allem, was geschrieben steht, nichts weggenommen und nichts hinzugefügt werden darf. In diesem Moment war also die Schrift vollkommen und alle ihre Inhalte vollkommen zuverlässig. Daran hat sich zu keiner Zeit etwas geändert, sodass es weder Umdeutungen noch verdrehende Interpretationen braucht. Vielmehr genügt die Schrift so, wie sie uns vorliegt. Wer also in der Kraft des Geistes predigen möchte, muss dafür die Bibel in ihrer Gesamtheit und in ihrem vorliegenden Wortlaut ernst nehmen. Sie hat uns heute exakt genau so viel zu sagen wie den Menschen vor 2000 und 3000 Jahren. Das erste Prinzip des Heiligen Geistes ist also dasjenige, dass Er die Bibel nicht nur erschaffen hat, sondern zu jeder Zeit gebrauchen will und wird.
Ein zweites Prinzip nannte uns der Herr Jesus, als Er vom Kommen den Geistes sprach. Da sagte Er, dass der Geist Ihn, also den Herrn Jesus, verherrlichen wird. Das Zentrum aller Predigt in der Kraft des Geistes ist somit der Herr Jesus und Sein Werk am Kreuz von Golgatha. Es ist also so, dass jeder Text der Bibel auf den Herrn hinweist. Das ist auch ein Wunder, aber es ist so. Welchen Text wir auch wählen, wir haben ihn erst dann wirklich verstanden, wenn wir den Herrn Jesus und Sein Werk am Kreuz von Golgatha, nämlich das ganze Evangelium, aus diesem jeweiligen Text heraus predigen können. Es ist Jesus Christus, der unser Ein und Alles sein soll. Er ist für uns auf die Erde gekommen, hat für die Bezahlung unserer Schuld gelitten, ist gestorben, damit wir mit Gott versöhnt leben können und ist auferstanden, damit auch wir auferstehen können und in Ewigkeit bei Ihm sein. Er hat unsere Ungerechtigkeit getragen und uns dafür das Kleid der Gerechtigkeit erworben. In Ihm sind wir vor Gott gerecht gemacht, haben Frieden mit dem Schöpfer und Richter von Himmel und Erde. Das ist der Hauptgedanke, der jeden Abschnitt der ganzen Bibel durchzieht, der rote Faden, der uns durch jede Predigt hindurchführen kann und den der Heilige Geist benutzen möchte, um den Menschen, die uns zuhören, die Erlösung anzueignen. Das zweite Prinzip ist somit, dass der Heilige Geist immerzu auf den Herrn Jesus hinweist und Ihn verherrlicht. So konnte der Apostel Paulus auch an die Korinther schreiben, dass er unter ihnen nichts wusste als Christus, und Ihn als Gekreuzigten.
Das dritte grundlegende Prinzip des Heiligen Geistes betrifft das Wirken, das Er als Auftrag hat. Auch hiervon berichtet uns der Herr Jesus in Seiner Abschiedsrede. Der Heilige Geist, wenn Er dann in Seiner neuen Fülle gekommen sein wird, soll die Welt überführen von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht. Wenn wir also wollen, dass Menschen zum Herrn Jesus finden und zur Schar der Erlösten hinzugefügt werden sollen, so müssen wir diese drei fundamentalen Wahrheiten in all unsre Verkündigung mit einfließen lassen. Es gibt nichts Schlimmeres, als den Menschen zu sagen, sie seien gerettet, obwohl sie es doch nicht sind. Wir müssen wieder und wieder von der Sünde sprechen, von dieser Kraft, die den Menschen ohne Wiedergeburt versklavt hält. Die Bekehrung und Wiedergeburt, das Erfüllen mit Glauben, all das ist das Werk des Heiligen Geistes. Aber dies kann nur geschehen, wo zuerst die Notwendigkeit all dessen klargemacht wurde. Nur wer von dem Fluch der Sünde und der Schuld weiß, kann das Verlangen verspüren, von Gott in Besitz genommen zu werden. Nur wer von seiner natürlichen Ungerechtigkeit weiß, kann nach dem weißen Kleid der Gerechtigkeit hungern und dürsten. Und nur wer von dem letzten und schrecklichen Gericht weiß, kann sich nach dem göttlichen Freispruch sehnen. Aus diesem Grund wird die Predigt dort in der Kraft des Heiligen Geistes geschehen, wo wir bereit sind, mit Ihm zusammenzuarbeiten. Wo dies nicht geschieht, ist der Mensch auf seine eigene Kraft und Rhetorik angewiesen, wird aber auch kein bleibendes Werk der Erlösung in seinen Zuhörern voranbringen können. Wer die Geschichte der Erweckungen kennt, wird leicht feststellen können, dass dies mit ein Grund ist, weshalb es Erweckungen geben konnte. Menschen begannen, mit dem Heiligen Geist zusammenzuarbeiten und der Herr Jesus bestätigte ihre Arbeit durch nachfolgende Zeichen. Möchtest auch du Erweckung sehen? Vertraue auf das Werk des Herrn und die Kraft des Geistes!