Die Nichtigkeit der gottlosen Völker

Die Nichtigkeit der gottlosen Völker
Siehe, die Völker sind wie ein Tropfen am Eimer; wie ein Stäubchen in den Waagschalen sind sie geachtet; siehe, er hebt die Inseln auf wie ein Staubkörnchen! Der Libanon reicht nicht hin zum Brennholz, und sein Wild genügt nicht zum Brandopfer. Alle Völker sind wie nichts vor ihm; sie gelten ihm weniger als nichts, ja, als Nichtigkeit gelten sie ihm! (Jes. 40, 15 – 17)
In Anbetracht der Ewigkeit, mit den Augen des Glaubens gesehen, gibt es nichts auf dieser Welt, was Gott widerstehen könnte. Wo Er spricht und wirkt, sind alle Bemühungen dieser Welt, dagegen anzukämpfen, wertlos. Jesaja vergleicht dies mit einem Wassertropfen, der beim Auskippen am Rand oben hängenbleibt. Wie ein Tröpfchen wiegen die gottlosen Nationen gegen Gottes Zorn auf. Dieser hängt über ihnen wie das Schwert des Damokles, einzig und allein durch den langsam zerberstenden Faden der göttlichen Geduld vom sofortigen Verderben verschont. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und so ereilt auch hier einen nach dem anderen das Gericht des Todes. Sie alle werden – einer nach dem anderen – zum Gericht über diese zunehmende Gottlosigkeit gebraucht.
Groß ist Gottes Geduld und oft schallt der Ruf zur Umkehr durch die Gefilde, doch da ist kein Ohr zum Hören und kein Auge zum Sehen bereit. Sie schwelgen in ihren irdischen Genüssen – und die zur Umkehr rufen, lassen sie verstummen. So leben sie Tag für Tag in ihrer Blindheit vor sich hin – und groß wird der Schrecken sein, der sie einholt, wenn sie erkennen, wen sie da verschmäht haben. Das Gewicht der Inseln ist für Ihn so, wie Staub, der durch die Lüfte fliegt und die Völker wie ein Staubkorn, das sich zufällig auf einer Waagschale befindet: Beides ist nicht der Rede wert. Und wenn nun diese Heiden versuchen wollten, ein Gott gefälliges Opfer darzubringen, so hätten sie gar nichts vorzuweisen: Der gesamte Libanon mit seinem vielen Holz und all seinen Opfertieren: Alles ist niemals gut genug, um Gott gefallen zu können, sodass Er uns unsere Sünden dadurch jemals würde vergeben können.
Hier kommen wir zu etwas ganz Besonderem: Gott macht uns klar, dass jedes Tieropfer nur ein Symbol für das einzige rechte Opfer sein sollte. Natürlich: Israel sollte Gott Tiere opfern und es musste viel Tierblut fließen, damit sich jeder bewusst sein und immer wieder erinnert werden konnte, dass das Blut und der Tod eines untadeligen, perfekten Opfers notwendig war, damit der Mensch vor Gott gerecht werden konnte. Und als am Tage der Kreuzigung Jesu im Tempel der Vorhang von oben nach unten durchriss, war es klar geworden, dass jetzt dieses eine perfekte Opfer dargebracht worden war: Jesus Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Von diesem Moment an war jedes weitere Tieropfer unnötig geworden, denn die Schuld für die Sünde der Welt ist dadurch bezahlt. Und wir dürfen im Namen und Auftrag des Herrn Jesus ausrufen: Lasst euch mit Gott versöhnen! Der große Versöhnungstag ist angebrochen und wir dürfen jeden Tag, das gesamte Jahr hindurch, unseren Yom Kippur feiern. Der Tag, an welchem unsere Schuld bezahlt, getilgt, gelöscht wurde!
Ja, die Stärke der rebellischen Nationen, die sich in ihrer fortschreitenden Gottlosigkeit gegen den Herrn Jesus auflehnen, kann Gott nicht beeindrucken. Sie sind nichtig, wertlos, schwach. Hingegen haben wir mit dem Evangelium eine Botschaft bekommen, die stärker ist als jedes menschliche Dynamit. Sie kann harte Herzen aufsprengen und Menschen von innen heraus verändern. Wer den Herrn Jesus annimmt und an Sein Werk auf Golgatha glaubt, wird diese Kraft erfahren, wie sie das Leben verändert und uns sensibel macht für die Schwierigkeiten, in welchen andere Menschen leben. Die Schuld, die wie das Damoklesschwert über ihm hing, ist weggenommen, Gottes Zorn hat sich nicht auf ihm, sondern auf den Herrn Jesus am Kreuz entladen. Alle Schuld, alle Sünde ist auf einmal ausgelöscht. Und der ewige Tod ist für immer getötet worden. All dies durch den Einen, den Herrn Jesus Christus. Ihm sei Lob in Ewigkeit!

Der gute Hirte

Der gute Hirte
Steige auf einen hohen Berg, o Zion, die du frohe Botschaft verkündigst! Erhebe deine Stimme mit Macht, o Jerusalem, die du frohe Botschaft verkündigst; erhebe sie, fürchte dich nicht; sage den Städten Judas: Seht, da ist euer Gott! Siehe, Gott, der Herr, kommt mit Macht, und sein Arm wird herrschen für ihn; siehe, sein Lohn ist bei ihm, und was er sich erworben hat, geht vor ihm her. Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte; die Lämmer wird er in seinen Arm nehmen und im Bausch seines Gewandes tragen; die Mutterschafe wird er sorgsam führen. (Jes. 40, 9 – 11)
Nun ist plötzlich nicht mehr nur Jesaja der Evangelist, sondern ganz Zion, also ganz Jerusalem, oder besser gesagt: Die Gesamtheit des Volkes Israel ist dazu berufen, Evangelist zu sein. Es ist das von Gott auserwählte Volk zum Segen aller Nationen. Bis zum heutigen Tag ist das Volk und die Nation Israel ein Wunder: Gejagt, verflucht, verfolgt, gemordet – und dennoch ein stark wie zu jeder Zeit. Auch heute ist Israel ein Bote Gottes – selbst wenn sie es nicht wahrhaben wollen. Aber am heutigen Staat Israel erfüllen sich zahlreiche Verheißungen, die Gott ihm gegeben hat – vor vielen Jahrhunderten und Jahrtausenden.
Die Botschaft muss bekannt werden. Der Evangelist darf sich nicht in eine Synagoge oder in ein Gemeindehaus zurückziehen – er muss da sein, wo er gehört wird. Zion soll auf einen hohen Berg. Das erinnert uns an die Bergpredigt, wo Jesus sagte, dass eine Stadt auf dem Berg nicht versteckt bleibt, sondern gesehen wird. Eine solche Stadt verbreitet ein Licht und ist anziehend. Ganz anders, wenn man das Licht unter einem Scheffel (eine Art Eimer, mit dem das Korn abgemessen wurde) stellt. Da nützt es niemandem etwas. Deshalb muss diese gute Botschaft, die Zion hat, in der ganzen Welt verbreitet werden.
Was ist denn diese frohe Botschaft, die Zion zu verkündigen hat? Es ist dies nämlich, dass es trotz der menschlichen Sünde und inneren Verderbtheit des Menschen Hoffnung gibt. Vom Moment des Sündenfalls an wissen die Menschen, dass Gott einen Retter senden wird, den Messias. Der gesamte Tempel- und Opferdienst Israels deutet auf diese Erlösung durch den Messias hin. Dies ist durch den Herrn Jesus am Kreuz auf Golgatha geschehen. Dort hat der Tausch stattgefunden: Jesus nahm die Schuld und Strafe der Sünde von uns Menschen auf Sich, bezahlte dafür und übertrug allen, die an Ihn glauben, Seine göttliche Gerechtigkeit und Schuldlosigkeit.
So kam Jesus in diese Welt hinein und sagte von Sich, dass Er der gute Hirte ist, und derjenige, welcher die Welt in Zukunft regieren wird. Und Jesaja fordert hier Israel auf, auszurufen, dass es Jahwe, der eine Gott Israels ist, welcher als dieser gute Hirte kommen wird. Es ist schade, dass es immer noch so viele Gruppen gibt, welche behaupten, Jesus sei nur Mensch gewesen. Hier sagt uns Jesaja ganz klar und deutlich, dass der eine Gott Israels, Jahwe, es sein wird, der mit Macht kommen und herrschen wird. Er wird Seine Herde weiden, die Gläubigen sind Seine Schafe. Und Er wird Sich um all jene kümmern, die Ihm nachfolgen. Welch ein Trost für uns! Seliges Wissen, Jesu ist mein! Er wird die jungen und schwachen im Glauben bei Sich tragen und für sie sorgen. Er hat es versprochen. Und das absolut Genialste ist, dass es nichts und niemanden gibt, der Ihm die Seinen weglocken oder entreißen kann. Wer Jesus hat, der hat das Leben. Ein für alle Male. Halleluja, gelobt sei Jahwe, unser Gott!

Erweckung beginnt bei mir selbst

Erweckung beginnt bei mir selbst
Ich liebe die Erweckungsgeschichte. Ich liebe es, zu lesen, wie es zu riesigen Aufbrüchen kam. Und regelmäßig frage ich mich, warum wir heute bei uns so wenig davon sehen. Es liegt nicht an Gott. Er liebt Erweckung mindestens ebenso wie wir. Und Er hat Sich nicht verändert. Auch die Menschen um uns herum haben sich nicht verändert. Sie brauchen das Evangelium immer noch genauso, um gerettet zu werden. Und sie sind nicht weniger hungrig nach dem Sinn des Lebens. Keine von all den Umständen ist das Problem. Das Problem, das sind wir. Wir Gläubigen sind es, die mit unserer Selbstgenügsamkeit, Leidensscheu und dem Mangel an Erkenntnis die Erweckung verhindern. Drei Dinge, die wir überwinden lernen sollten, um dem Wirken Gottes freie Bahn zu bereiten.
Selbstgenügsamkeit haben wir dann, wenn wir entweder zufrieden sind mit dem, was wir haben, oder uns zufrieden geben mit dem, was wir haben. In unserem Falle ist es meist das Zweitere. Man hat vieles versucht auf die Beine zu stellen, nichts davon hat wirklich eingeschlagen, also muss es ja wohl der Wille Gottes sein, dass es so bleibt wie es ist. Die Folge davon ist, dass man das Verlangen nach mehr von Gottes Wirken aufgibt. Es ist eine Art Fatalismus: Der Herr hat es ja so gewollt. Und dieser Fatalismus verhindert Erweckung. Der zweite Schritt nach dem Beginn dieses Fatalismus ist der Rückgang des Gebets. Das Gebet dient ja gerade dazu, um uns zu verändern, sodass wir fähiger werden, die Menschen mit Gottes Augen zu sehen und ihnen in Klarheit Gottes Willen weiter zu geben. Das Gebet öffnet den Himmel und bricht in die Weltgeschichte ein. Oft nicht sehr schnell, aber es bewirkt viel!
Das Zweite ist die Leidensscheu. Sie bezeichnet eine Haltung, die von Angst vor Veränderung geprägt ist. Es ist klar, dass sich vieles verändern wird, wenn Gottes Wirken beginnt. Und niemand von uns wird dann so bleiben können wie er ist. Zu einer Erweckung gehört auch Widerstand dazu, denn sie ist ein direkter Angriff auf die Herrschaft Satans. Dieser wird sich das nicht einfach gefallen lassen, sondern seinerseits mit Angriffen antworten. So müssen wir jederzeit mit Angriffen von innen (Irrlehre, Sünde, Verführung) und von außen (Spott, Unbeliebtheit bei den Menschen, wachsenden Widerstand in Gesellschaft, Medien und Politik) rechnen. Wenn wir Erweckung wollen, so kommen wir nicht darum herum, uns mit diesen Tatsachen zu beschäftigen. Sind wir dennoch bereit?
Zuletzt hängt es auch mit einem mangelnden Verständnis der Wahrheit zusammen. Es ist dies eine Unsicherheit, ob die Bibel wirklich in jedem Fall zuverlässig ist. Wir müssen erkennen, warum die Welt unser Evangelium braucht. Wir müssen begreifen, was es bedeutet, dass ein Mensch verloren ist. Dass der Zorn Gottes über ihm schwebt wie das Schwert des Damokles, bis dieser Mensch die Rettung in Christus gefunden und angenommen hat. Wir müssen die Schrift studieren und aus ihr lernen, was sie zum Gericht und zur ewigen Verdammnis im Feuersee sagt. Vermutlich kommt der größte Anteil der fehlenden Erweckung einfach aus der Tatsache, dass wir selbst Gott und Seinem Wort zu wenig Vertrauen schenken. Denn wer dieses Gottes Wort wirklich liest und ernst nimmt, kann nicht anders als zum Herrn zu schreien, dass Er diese Erweckung schenken möge. Wenn der Spätregen kommt, werden wir es erleben. Dieser wird alles übertreffen, was es an Erweckung gab bis auf den heutigen Tag. Lasst uns beten, dass dies bald geschieht. Unsere Mitmenschen von heute haben ihn nötig!

Evangelium und Heilung

Evangelium und Heilung
Es ist sehr spannend, sich damit zu befassen, was die Schrift in Bezug auf Heilung sagt. Von Anfang an wird das Evangelium mit Heilung verknüpft. Dies beginnt damit, dass das Evangelium Erlösung vom Fluch der Sünde bedeutet. Wie wir wissen, ist Krankheit und Schmerz als Folge des Sündenfalls in die Welt gekommen. So ist von Anfang an die geistliche Dimension von Krankheit und Schmerz geklärt: Sie sind wegen der Sünde in dieser Welt. Auch später stellt sich Jahwe dem Volk Israel als Jahwe Rophächa vor: Ich bin Jahwe dein Arzt (2. Mose. 15, 26) und verknüpft diese Verheißung direkt mit dem Gehorsam der Menschen. In seiner Abschiedsrede spricht Mose dies noch einmal an und stellt fest, Krankheit direkt mit Gottes Zorn über die Sünde verknüpft ist (5. Mose 29, 21ff).
Wir müssen uns hier verinnerlichen, dass sich am Glauben nichts verändert hat, ebenso wenig am gesamten Erlösungsweg im Alten wie im Neuen Testament. Überall ist Erlösung mit dem Glauben an den verheißenen (und später gekommenen) Erlöser verbunden. Dieser Glaube, der eine persönliche Beziehung mit dem Retter-Gott beinhaltet, gibt uns Kraft, ein gehorsames, wenn auch nicht vollkommen perfektes, Leben mit Gott zu führen. Es gab Gebote, die den alttestamentlichen Gläubigen zur Erinnerung an den verheißenen Erlöser gegeben waren, so zum Beispiel die Opfer. Und es gibt Gebote, die uns heute zur Erinnerung an den gekommenen Erlöser gegeben sind, so zum Beispiel das Herrenmahl. Im Grunde jedoch war der Glaube und die Erlösung zu allen Zeiten die einmalige, unwiederholbare Selbsthingabe Jesu am Kreuz von Golgatha.
Wenn nun unser Retter-Gott Sich mit den Worten vorstellt: Ich bin Jahwe, dein Arzt, so hat dies zu allen Zeiten und unter allen Umständen Gültigkeit. Als dieser Retter-Gott Jesus Christus unter uns auf dieser Erde war, hat Er dies ganz praktisch unter Beweis gestellt: Er hat gepredigt und geheilt.Er hat also in Seinem irdischen Dienst gezeigt, dass Verkündigung der Rettung und Heilung beides Teil des Evangeliums sind. Die Menschen kamen scharenweise zu Ihm und Er heilte sie. Es ist spannend, dass gerade Lukas, der von Beruf Arzt war, am allermeisten Wunderheilungen von den vier Evangelisten berichtet, während er überhaupt keine ärztliche oder natürliche Heilung festhält. In der Apostelgeschichte geht es im selben Stil weiter. Gott möchte uns durch diese berichteten Heilungen zeigen, dass Er der Arzt ist. Menschliche Ärzte (wie in dem Fall Lukas) sind dann in erster Linie noch da, um solche Heilungen bestätigen zu können. Aber der Heiler, das ist der Herr Jesus.
Der Herr Jesus beschrieb Seinen Auftrag in Luk. 4, 18 – 19 folgendermaßen: »Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkünden; er hat mich gesandt, zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind, Gefangenen Befreiung zu verkünden und den Blinden, daß sie wieder sehend werden, Zerschlagene in Freiheit zu setzen, um zu verkündigen das angenehme Jahr des Herrn.«Diesen Auftrag hat Er am Ende Seines irdischen Lebens nach der Auferstehung Seinen Jüngern und über jene an uns weitergegeben: Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt Heiligen Geist! (Joh. 20, 21 – 22)
Ein weiteres Mal bestätigte Er diesen Auftrag am Tage der Himmelfahrt in Markus 16, 15 – 18: Und er sprach zu ihnen: Geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung! Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. Diese Zeichen aber werden die begleiten, die gläubig geworden sind: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, sie werden in neuen Sprachen reden, Schlangen werden sie aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nichts schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.
Wir sehen also, dass Heilung ein Teil der Erlösung ist, die Jesus am Kreuz für uns vollbracht hat. Auch in den Briefen der Apostel spielte die Heilung immer wieder eine Rolle. So zum Beispiel in Jakobus 5, 14 – 16: Ist jemand von euch krank? Er soll die Ältesten der Gemeinde zu sich rufen lassen; und sie sollen für ihn beten und ihn dabei mit Öl salben im Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden begangen hat, so wird ihm vergeben werden. Bekennt einander die Übertretungen und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet! Das Gebet eines Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist.Interessant ist, dass zum Beispiel hier für „geheilt werden“ im Griechischen dasselbe Wort verwendet wird wie für „erlöst werden“. Es wird hier also besonders deutlich, dass Heilung ein Teil des Evangeliums ist.
Oder in 1. Petrus 2, 24: Er hat unsere Sünden selbst an seinem Leib getragen auf dem Holz, damit wir, den Sünden gestorben, der Gerechtigkeit leben mögen; durch seine Wunden seid ihr heil geworden.
Paulus schreibt in 1. Korinther 12, 7 – 10 von den Gaben des Geistes, und hier unter Anderem von der Gabe der Heilung: Jedem wird aber das offensichtliche Wirken des Geistes zum [allgemeinen] Nutzen verliehen. Dem einen nämlich wird durch den Geist ein Wort der Weisheit gegeben, einem anderen aber ein Wort der Erkenntnis gemäß demselben Geist; einem anderen Glauben in demselben Geist; einem anderen Gnadengaben der Heilungen in demselben Geist; einem anderen Wirkungen von Wunderkräften, einem anderen Weissagung, einem anderen Geister zu unterscheiden, einem anderen verschiedene Arten von Sprachen, einem anderen die Auslegung6 der Sprachen.

Evangelisation und Kultur

Nachdem ich gestern bereits über Kultur und Evangelisation gebloggt habe (siehe hier), bin ich heute auf einen Abschnitt der Dokumentation des Lausanner Kongresses für Weltevangelisation gestoßen, wo genau dieses Thema angesprochen wird:

  1. „Evangelisation und Kultur

Die Entwicklung von Strategien zur Weltevangelisation erfordert bei der Wahl der Methoden Einfallsreichtum. Mit Gottes Hilfe werden Gemeinden entstehen, die in Jesus Christus fest gegründet und eng mit ihrer kulturellen Umwelt verbunden sind. Jede Kultur muß immer wieder von der Schrift her geprüft und beurteilt werden. Weil der Mensch Gottes Geschöpf ist, birgt seine Kultur Schönheit und Güte in reichem Maße. Weil er aber gefallen ist, wurde alles durch Sünde befleckt. Manches geriet unter dämonischen Einfluß. Das Evangelium gibt keiner Kultur den Vorrang, sondern beurteilt alle Kulturen nach seinem eigenen Maßstab der Wahrheit und Gerechtig-keit und erhebt absolute ethische Forderungen gegenüber jeder Kultur. Missionen haben allzuoft mit dem Evangelium eine fremde Kultur exportiert, und Gemeinden waren mitunter mehr an eine Kultur als an die Schrift gebunden. Evangelisten Christ müssen demütig danach trachten, sich selbst zu verleugnen, ohne ihre Persönlichkeit preiszugeben, um Diener anderer werden zu können. Die Gemeinden sollen Kultur umgestalten und bereichern, damit Gott verherrlicht wird.“
(Lausanne Dokumente Band 1, Alle Welt soll sein Wort hören, TELOS DOKUMENTATION, Copyright 1974 by World Wide Publications, Minneapolis., S. 14f)

Kulturrelevanz oder Evangeliumsrelevanz?

Kulturrelevanz oder Evangeliumsrelevanz?

In der heutigen Literatur zur Missiologie und Gemeindebau spielt der Begriff der Kulturrelevanz eine wichtige Rolle. Ich möchte in dieser Diskussion die Frage aufwerfen, ob diese Forderung nach Kulturrelevanz tatsächlich berechtigt ist.

1. Was ist Kultur?

Das Wort „Kultur“ kommt vom lateinischen „cultura“, vom Verb „colere“ abgeleitet, was „pflegen“ bedeutet. Die Agrikultur ist somit die Ackerpflege, also der Ackerbau. Die Bedeutung von „colere“ war durch starken Gebrauch beständig leichten Änderungen unterworfen, sodass das gesamte Feld der Verben „wohnen“, „bauen“ und „pflegen“ damit abgedeckt wird.

Im Laufe der Zeit gab es auch für den Begriff der Kultur eine ganze Menge an verschiedenen Bedeutungen, je nachdem, was man damit begründen wollte. Im Zuge der französischen Revolution und des damit verbundenen Kampfes gegen die etablierte Gesellschaft wurde Kultur zu einem Kampfbegriff, welcher für jene Gesellschaft und damit der Natur gegenübergestellt wurde. Programmatisch ist hierfür der Schlachtruf „retour à la nature!“, der Jean-Jacques Rousseau zugeschrieben wird.

Viel positiver wird Kultur gewertet, wenn man von ihr im Sinne dessen spricht, was „human“ ist. Da wird er in den Gegensatz zur „Unkultur“ gesetzt, zu dem, was sich nicht gehört. Jemand, der Kultur hat, besitzt ein Mindestmaß an Bildung und weiß sich den gesellschaftlichen Normen anzupassen. Der gesellschaftliche Konsens gibt hier vor, was Kultur ist und was nicht, was „man macht“ und was man zu unterlassen habe.

Ein drittes Gebiet des umfassenden Kulturbegriffes beinhaltet Kultur im Sinne der Tradition (die Weitergabe von bestimmten Werten, Handlungsweisen und Umgangsformen). Diese sind je nach „Kultur“ sehr unterschiedlich und auch stetigen Veränderungen unterworfen. Auch unter den Tieren können solche Traditionen beobachtet werden. Abhängig von äußeren Umwelteinflüssen verändern sich auch da die Traditionen.

Zusammenfassend können wir festhalten, dass die Kultur in allen drei Bereichen des Begriffes das Menschengemachte und Relativierbare betrifft. Ich möchte somit Kultur wie folgt definieren:

Kultur ist die Gesamtmenge an Werten, Vorstellungen, Traditionen, Wissen und Errungenschaften innerhalb einer mehr oder weniger homogenen Menschengruppe, die geografisch und zeitlich unter denselben Umständen lebt.

2. Was ist das Evangelium und wie steht es zur Kultur?

Im Gegensatz zur sich beständig verändernden Kultur steht das Evangelium auf einem Fundament, das unveränderlich bleibt. Jesus sagte von Sich Selbst, dass Er der Weg, die Wahrheit und das Leben sei und kein anderer Weg zu Gott führt. In der Apostelgeschichte predigte Petrus, dass in keinem anderen Namen das Heil sei. Dies war eine unerhörte Beleidigung der damals vorherrschenden jüdischen Kultur.

Wir finden in der Bibel verschiedene Kulturen, eines jedoch haben alle Kulturen gemeinsam: Sie alle werden vom Evangelium in Frage gestellt. Sei das beim Turmbau zu Babel, beim Beischlaf mit gefallenen Engeln, beim ägyptischen Pharaonenkult, bei Nebukadnezar, bei den Pharisäern oder in der sich früh einschleichenden Gemeindetradition, alles wird in Frage gestellt.

Jede Kultur beinhaltet eine Ideologie (bzw. ein Konglomerat an solchen). Ideologie ist abgeleitet vom griechischen Wort „eidos“, was „Bild“ bedeutet. Somit ist das sich im Dekalog befindliche Bilderverbot eine Absolutsetzung jeglicher Ideologiekritik. Wer die Bibel liest, stellt fest, dass allein das, was Gott sagt, zu gelten hat. Alles andere, alles Menschengemachte, ist im Lichte der Bibel unter Kritik gestellt.

Die Kultur unterliegt der menschlichen Weisheit, die im Gegensatz zur „Weisheit von oben“ (also der Weisheit Gottes) steht. Hierzu macht Jakobus deutlich: Das ist nicht die Weisheit, die von oben herabkommt, sondern sie ist irdisch, niedrig und teuflisch. (Jakobus 3, 15)

3. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus?

1. Kulturrelevanz und Evangeliumsrelevanz können sich nicht gegenseitig ergänzen. Sie stehen im totalen Widerspruch zueinander. Beide versuchen sich als Maßstab in unserer Welt zu behaupten.

2. Daraus folgt, dass wir eine klare Entscheidung treffen müssen – entweder für das Evangelium als letztgültigen Maßstab, welches als solchen auch der Welt angeboten werden muss, oder die Kultur als Maßstab, anhand dessen wir das Evangelium zerpflücken und bis zur totalen Unkenntlichkeit verstümmeln können. Was dann noch übrig bleibt, können nur schlechte Nachrichten (im Gegensatz zur einen und einzigen Guten Nachricht) sein.

3. Die Kultur kann auch sonst nicht zu einem Maßstab werden, da sie beständig jedweden Veränderungen unterworfen ist. Wenn der Meter als Maß ständig um einige Zentimeter verändert würde, wäre er auch unbrauchbar. Deshalb wurde er genormt. Das Evangelium ist von Gott genormt und ist dasselbe zu allen Zeiten und in allen Kulturen.

Die Verzweiflung unserer Zeit

Die Kunst hat schon immer sehr schnell gezeigt, woran wir sind. Nicht selten sind Künstler sehr feinfühlige Menschen mit der Fähigkeit, philosophische Trends noch deutlicher wahrzunehmen und vor allem wiederzugeben als manche seiner zeitgenössischen Philosophen. So war auch Friedrich Nietzsche erst in zweiter oder dritter Linie Philosoph seiner Zeit, in erster Linie aber Künstler, und zwar eine Art von Künstler mit besonders feinem Gefühl für Ästhetik und zugleich äußerst scharfem Intellekt, was seine Schriften zu einer geradezu prophetischen Angelegenheit machte. Er vermochte vor bereits weit über 100 Jahren den Nerv unserer heutigen Zeitepoche zu treffen. Zu seiner Zeit noch unverstanden, wurden seine Gedanken, sein alles durchdringender Intellekt, der auch vor bis hin zur Ohnmacht schmerzenden Konsequenz nicht haltmachte, zum Leitbild des 20. Jahrhunderts. In diesem wurden die Grenzen menschlichen Daseins neu ausgelotet. Gegen Ende jenes Jahrhunderts kommt im noch geteilten Berlin eine Musikgruppe auf die Bühne, welche mit ihrem gesamten Auftreten, ihrer Musik, ihrem Gesang, ihren Texten das Ende all dessen darstellten, was bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts Gültigkeit hatte. Die Grenzen waren ausgelotet, was sich nun breitmachte, war die Verzweiflung. Sie war die natürliche Folge dessen, was 100 Jahre zuvor Nietzsche gesehen hatte, als er seinem „tollen Menschen“ die Worte in den Mund legte:
„Wohin ist Gott? rief er, ich will es euch sagen! Wir haben ihn getötet, — ihr und ich! Wir Alle sind seine Mörder! Aber wie haben wir dies gemacht? Wie vermochten wir das Meer auszutrinken? Wer gab uns den Schwamm, um den ganzen Horizont wegzuwischen? Was taten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten? Wohin bewegt sie sich nun? Wohin bewegen wir uns? Fort von allen Sonnen? Stürzen wir nicht fortwährend? Und rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten? Gibt es noch ein Oben und ein Unten? Irren wir nicht wie durch ein unendliches Nichts? Haucht uns nicht der leere Raum an? Ist es nicht kälter geworden? Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht? Müssen nicht Laternen am Vormittage angezündet werden?“ (Friedrich Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft, 3. Buch, Aphorismus 125)
 Dadurch, dass der Mensch die Verbindung zu seinem Schöpfer nicht nur aufgab, sondern geradezu mit allen Mitteln zu leugnen versuchte, verlor er jegliche Fähigkeit zu einem sinnfindenden und sinnerfüllenden Leben. Gott wurde aus seinen Gedanken herausoperiert und durch einen Nihilismus ersetzt. Der einzige feste Bezugspunkt wurde damit aufgegeben. Der Mensch begann, sich selbst zum Bezugspunkt zu machen, er drehte sich nur noch um sich selbst. Seine eigenen Erfahrungen, seine Bedürfnisse, seine Erlebnisse, seine Gefühle, das war es noch, was zählte. Zurück blieb die Verzweiflung.
Diese Verzweiflung auf der Bühne inszeniert sieht dann so aus:
Dieser Song „Fütter mein Ego“ von der Berliner Band „Einstürzende Neubauten“ zeigt sehr lebhaft, wie diese Verzweiflung in der totalen Entfremdung von Gott und der totalen Enthemmung des Individuums aussehen kann. In den Lyrics heißt es unter anderem:
Fütter mein Ego!
Fütter mein Ego!
Fütter mein Ego!

Lass uns noch was Wodka holen
Russische Vitamine
Ich glaub, wir müssen nochmal hin
Ich glaub, der Typ schläft schon
Bestimmt! Niemals!
Zieh!
Niemals schlafen! Alles Lügen! Staubiges Vergnügen!
Telefon! Zieh!
Hörst du das nicht?
Eine fixe Idee geht durchs Zimmer
Riemenschneider schnitzt sie in meine Gehirnwindungen
Dübelt sich in meinen Kopf
Später dann
Kannst du Regale dran aufstellen, oder…
Zieh! Telefon! Jetzt aber wirklich
Sag mal hörst du das nicht?
Zieh! Das brennt ja wie verrückt!

Der Text hat jeden Zusammenhang verloren, das heißt, er besteht aus lauter einzelnen, jeglichen Zusammenhang entbehrenden Einzelstücken, die gerade durch die einzelnen Satzfetzen eine neue, eigene Message rüberbringen sollen. Diese Message wird allerdings im Gehirn des Hörers / Lesers zusammengesetzt, sodass es beliebig viele Möglichkeiten gibt, den Text zu verstehen. Dies ist sehr typisch für postmoderne Musik und Filme (man vergleiche dies zum Beispiel auch mit dem bekannten Film „Lola rennt“).
 Diese Verzweiflung, die entstanden ist durch die letztendliche Absage an den einen Gott der Bibel, der das Zentrum und der Bezugspunkt von allem sein möchte, ist heutzutage allgegenwärtig zu finden in unserer Kultur. Alles ist relativ geworden, nichts ist mehr wirklich zuverlässig. Um diese Verzweiflung zu überwinden gibt es nur ein einziges Mittel: Eine Rückbesinnung auf die Bibel, deren Wort wirklich absolut zuverlässig ist. Als Gemeinden haben wir den Ausweg aus dieser Verzweiflung heraus. Den einzigen Ausweg. Dieser ist Jesus Christus, dem wir vertrauen dürfen. Dies ist die Heilige Schrift, die in all ihren Aussagen absolut irrtumslos ist und die unserem Leben Sinn und den letztgültigen Bezugspunkt schenken möchte.
 Die Menschen von heute sind reif dafür, die Ernte steht weiss und wartet darauf. Haben wir denn auch den Mut, den Menschen in ihrer Verzweiflung Beistand zu schenken und für sie da zu sein? Haben wir den Mut, ihnen DEN zu verkünden, Welcher von Sich sagt (Johannes 14, 6): „ICH bin DER (einzige) Weg und DIE (einzige) Wahrheit und DAS (einzige) Leben! Niemand kommt zum Vater denn durch Mich!“?

Ökumene oder Einheit des Geistes?

Unter dem Schlagwort „Lehre trennt, Liebe eint“ wird heutzutage sehr oft eine unbiblische, geistlose Ökumene propagiert. Das eigentliche Problem ist dabei jedoch nicht, dass Gemeinden und Kirchen der verschiedenen Denominationen zusammenarbeiten. Das Problem liegt ganz woanders: Diese Lehre von der Ökumene erwartet in dieser Zusammenarbeit das Heil für die ganze Christenheit. Es ist eine moderne Art von Messias-Erwartung, einzig mit dem Unterschied, dass das moderne Heil nicht von Jesus Christus ausgeht, sondern von den Menschen. Sehr oft wird das auch mit dem Gebet um das Kommen des Reiches Gottes „wie im Himmel so auf Erden“ begründet. Man will das Gottesreich auf pastorale, psychologische und marktwirtschaftliche Weise herbeiholen. Nun könnte man natürlich auch fragen, weshalb dies denn falsch sei. Die Antwort darauf ist recht einfach, Jesus gab sie in Joh. 18, 36: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ Das heißt: Es kann nicht mit den weltlichen Methoden hergestellt werden. Es gibt viele Werkzeuge, die uns dabei unterstützen können, weltliche Werkzeuge. Aber das Reich Gottes wird nur auf übernatürliche Weise gebaut. Jedes Werkzeug sollte auch gut durchdacht werden, bevor man es einsetzt. Hier gilt: Vieles kann gut sein, aber nicht in jedem Fall. Ein Beispiel: Wenn der größte Teil der Gemeinde am Liederbuch hängt, macht es relativ wenig Sinn, auf den Beamer umzusteigen. Sowohl das Liederbuch, als auch der Beamer sind beides weltliche Hilfsmittel, Werkzeuge, die gute Dienste leisten können. Je nachdem, wann und wie sie eingesetzt werden. Doch all diese Tools müssen gezielt überlegt genutzt werden, und: Sie haben direkt nichts mit dem Ausbreiten des Reiches Gottes zu tun.

1. Gottes Reich wird ausgebreitet durch das Evangelium

Das scheint mir der erste und wichtigste Punkt zu sein. Wir müssen bedenken: Das Evangelium ist Lehre, es ist da, um gehört zu werden, so wie Paulus im Römerbrief 10, 17 schreibt: „Der Glaube kommt aus dem Hören (der Verkündigung), das Hören der Verkündigung aber aus dem Wort Christi.“ Ohne das verkündigte Evangelium gibt es keinen Glauben. Zumindest hat Gott auf keine andere Art und Weise versprochen, auch nur irgend eine Form des echten Glaubens zu schaffen, als eben durch die Verkündigung Seines Wortes. Dass es auch andere Einzelfälle gibt, ist korrekt, aber wer immer hier auf Erden aktiv Gottes Reich bauen möchte, muss dies durch die Verkündigung des Evangeliums tun. Und weil das Evangelium die Liebe unseres Gottes bezeugt, der wegen unserer Sünde gelitten hat, gekreuzigt wurde und für unser Leben mit Ihm auferstand, darf diese einzig seligmachende Lehre weder verwässert noch aufgegeben werden. Es ist uns verboten, irgend einen anderen Mittelpunkt zu wählen als den, welchen Gott uns gesetzt hat. Wir dürfen weder den Menschen mit seinen Problemen, noch die Ungerechtigkeit dieser Welt, noch die Ökumene oder irgend etwas Anderes an diese Stelle setzen. Gott hat uns das Evangelium gegeben, um das Reich Gottes auszubreiten. Alles andere widerspricht dem Auftrag an uns.

2. Gottes Reich wird ausgebreitet durch die Gemeinden

Die Ortsgemeinde ist der Platz, an dem das Evangelium gepredigt werden soll. Dadurch werden Menschen in den Glauben gerufen, im Glauben gestärkt und dazu ausgerüstet, selbst auch zum Botschafter dieses wunderbaren Evangeliums zu werden. Dies geschieht durch Wort und Tat am Arbeitsplatz, in der Familie, in der Nachbarschaft, beim Einkaufen, überall sind Menschen, denen man das Evangelium vorleben und sie in die Gemeinde einladen kann. Es ist auch gut, dass es verschiedene Gemeinden und Denominationen gibt. So fühlen sich nicht alle in derselben Gemeindeform wohl. Das ist auch nicht schlimm. Es kann uns zwar zu denken geben über unseren Gemeindestil, aber solange jemand überhaupt in eine Gemeinde geht, in welcher das Evangelium gepredigt und gelebt wird, ist das gut. Hier sieht man einmal mehr, dass Lehre eben nicht trennt, sondern eint. Somit ist das Schlagwort völlig deplatziert, wenn es um die Einheit der Gläubigen geht. Die gemeinsame Lehre eint die Gemeinden automatisch, egal welchen Denominationen sie angehören. Der Apostel Paulus schreibt schon bezüglich der Einheit des Geistes in Epheser 4, 4 – 6: „ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen.“ Damit nennt er alle Elemente, welche die Gemeinden zu einer Einheit machen: Es ist ein weltweiter Leib, die unsichtbare Gemeinde aller wahrhaft Gläubigen, und ein und derselbe Heilige Geist, der alle Gläubigen verbindet. Eine Hoffnung, die wir alle gemeinsam haben, nämlich die Hoffnung auf das ewige Leben mit Gott in Gemeinschaft aller Gläubigen aller Zeiten. Alle haben wir einen Herrn, den Herrn Jesus, dem wir alle gemeinsam unterstellt sind. Es gibt nur eine Taufe, nämlich die Taufe zur Buße auf den Glauben, dieser werden alle Gläubigen teilhaftig. Und wir alle glauben an den einen Gott und Vater aller Gläubigen.

Es ist nun klar, dass damit auch eine gewisse Trennung vorhanden ist. Moslems können nicht von Allah als ihrem Vater sprechen. Wer nicht den Glauben an den Herrn Jesus teilt, schließt sich automatisch selbst von dieser Gemeinschaft aus. Insofern trennt die Lehre schon, denn sie ruft nicht „Friede, Friede“, wo kein Friede ist (Hes. 13, 10 u. a.). Es ist auch wichtig, niemandem etwas Falsches vorzumachen, indem man dort einen Frieden predigt, wo gar keiner ist. Denn damit macht man sich am Anderen schuldig, statt ihm die Chance zu echter Umkehr und wahrem Leben aus dem Herrn Jesus zu geben.

3. Unsere Gemeinden brauchen Lehre – dringender denn je zuvor

Nachdem man die Lehre längere Zeit vernachlässigt hat, sind Generationen von Menschen herangewachsen, die keine Ahnung mehr haben, was sie glauben (sollen) und was nicht. Die Menschen sehnen sich nach dem stärkenden frischen „Gras“ der Weide und lechzen nach allem, was diesen Anschein macht. Viele Bücher mit schwerwiegenden Irrlehren, die das Evangelium untergraben versuchen, werden gerade deshalb bereit und willig aufgenommen, weil sie so viel mehr nach Lehre und Sicherheit klingen, als all das, was ihnen Woche für Woche von den Kanzeln entgegen schallt. Sollte uns das nicht zu denken geben? Ich meine, ja, das sollte es. Dies sagt uns nämlich einiges über unsere eigene Gemeindelehre aus. Wer gesättigt ist, braucht nicht Ausschau halten nach fremden Wiesen und fremden Hirten. Ganz besonders sollte auch der biblische Unterricht und die Kinderlehre, Sonntagsschule, etc. überdacht werden. In der Zeit von ca. 6 – 12 Jahren wird ein Kind am stärksten geprägt. Gewohnheiten, die es sich in jener Zeit antrainiert, sind nur sehr schwer später wieder loszubekommen. Deshalb sollten Sonntagsschullehrer, Religionslehrer an der Grundschule, aber auch Eltern ganz besonders unterstützt und in ihrem Glauben gestärkt werden. Und sie alle sollten ein Auge für die biblische Lehre erhalten und lernen, wie sie auf kindgerechte Art und Weise den Kindern die wichtigen Lehren der Schrift beibringen können.

Das Evangelium – Gottes Plan für dein Leben

Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alles zum Besten mitwirkt, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn welche er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbilde seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Welche er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen, welche er aber berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt, welche er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht. (Römer 8, 28 – 30)

Wie bereits beim ersten Beitrag dieser Serie erwähnt, ist das Evangelium nicht eine Sache nur für den Anfang eines Glaubenslebens, sondern vielmehr durch und während dem gesamten Leben das eigentliche Zentrum des Glaubens. Das Evangelium beinhaltet unser ganzes Leben. Es will nicht nur zu einem Teil unseres Lebens werden, sondern zu unserem ganzen Leben. Wir können nicht wir selbst bleiben und dazu noch zusätzlich das Evangelium auch noch als Zusatz daneben haben, um uns von allem die Rosinen herauszupicken. Gott nimmt uns an wie wir sind, aber wir müssen und sollen nicht so bleiben. Gottes Plan war, ist und bleibt derselbe: Menschen nach Seinem Ebenbild zu schaffen. Da dieses Ebenbild jedoch durch den Sündenfall und durch unsere täglichen Sünden zerstört ist, muss es wiederhergestellt werden. Dies ist das Evangelium. Es ist nicht nur auf die Errettung beschränkt, sondern bestimmt unser ganzes Leben. Deshalb hat Gott uns auch geschaffen, damit wir die Kraft des Evangeliums, die uns überhaupt erst fähig macht, Gottes Willen zu erkennen und nach diesem Willen Tag für Tag verändert zu werden, in unserem Leben sichtbar machen.

Wir alle erkennen in unserem Leben immer wieder Bereiche, in denen wir lieber selbst bestimmen als die Bestimmung darüber abzugeben. Da benötigen wir die göttliche Kraft des Evangeliums, um dies zu tun. Anders geht es nicht. Und unser aller Ziel ist letztlich dasselbe: Wir sind dazu vorherbestimmt, dem Ebenbilde des Sohnes Gottes, Jesus Christus, gleichgestaltet zu werden. Das ist so wie beim Bildhauer: Dieser kann einen Stein nur in das verändern, was „vorher schon drin“ ist. Wenn wir an den Herrn Jesus gläubig geworden sind, ist Er in uns drin und von diesem Moment an dient alles in unserem Leben dazu, mit Hammer und Meißel alles an uns „wegzuschlagen“, was nicht so aussieht wie der Charakter des Herrn Jesus. Das ist oft schmerzhaft, aber es dient zum Besten. Denn: Was gibt es Besseres, als so zu werden, wie unser Herr?

Er hat uns berufen mit dem wirksamen Ruf durch den Heiligen Geist. Dieser hat uns die Augen des Herzens geöffnet und uns von der Sünde überführt. Er hat uns aber auch das Erlösungswerk Jesu gezeigt und uns geholfen zu erkennen, dass dieses für uns ganz persönlich geschehen ist. Dadurch sind wir gerechtfertigt. Und genau so wie wir gerechtfertigt sind, sind wir auch verherrlicht. Die Herrlichkeit Gottes zeigt sich ganz besonders stark in der Auferweckung Jesu. So dürfen wir die Gewissheit haben, dass unsere Auferstehung schon eine total sichere Sache ist. Wir sind verherrlicht aber noch nicht sichtbar. Die sichtbare Verherrlichung steht noch aus bei der Auferstehung aus den Toten. Aber die Gewissheit ist uns trotzdem schon voll und ganz gegeben, dass nämlich unser ewiges Leben schon begonnen hat. Dieses ewige Leben, das wir hier haben, wird nicht mehr von der Angst vor der Verurteilung geprägt, denn wir sind dem Gesetz gestorben. Zugleich aber werden wir vom Geist und durch alle äußeren Umstände, die uns passieren, in das Ebenbild Jesu Christi verwandelt. Je mehr wir uns mit dem Herrn Jesus befassen, mit Seinem Charakter, mit Seiner Art zu handeln, mit Seiner Liebe und Hingabe, die sich selbst für uns hingab, desto leichter wird es uns fallen, dieser Verwandlung – so schmerzhaft sie oft ist – zuzustimmen und auch in schweren Zeiten Gott dankbar zu sein.

Heutige Aufgabe: Was magst du besonders am Herrn Jesus? Was macht Ihn für dich attraktiv? Freue mich auf alle Meldungen!

Haben wir das Evangelium verstanden?

Denn ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen, als nur Jesus Christus, und zwar als Gekreuzigten. (1. Korinther 2, 2)

Eins mal vorweg: Ich glaube nicht, dass es uns Menschen, solange wir hier auf der Erde leben, möglich ist, das Evangelium wirklich in seiner ganzen Tiefe zu verstehen. Wir können uns dieser Erkenntnis nur schrittweise annähern, indem wir uns immer und immer wieder damit befassen. Gerade deshalb, weil wir es nur dann immer besser verstehen lernen, wenn wir uns immer wieder mit dieser großartigen Botschaft beschäftigen, ist es die Aufgabe eines Predigers und Bibellehrers, immer wieder davon zu sprechen. Genau das machte Paulus in Korinth. Es handelte sich nicht um eine Gemeinde von Neubekehrten, vielmehr lobte Paulus sie zuvor ja, dass in ihrer Gemeinde alle Geistesgaben vorhanden waren und gelebt werden. Trotzdem machte Paulus sie darauf aufmerksam, dass er unter ihnen in Korinth von nichts anderem reden wollte, als von dieser einen Botschaft. Einer der größten und am weitesten verbreiteten Fehler in unseren heutigen Gemeinden ist es, dass man denkt, das Evangelium sei etwas für Ungläubige und frisch Bekehrte, diejenigen aber, die im Glauben gewachsen seien, brauchten es nicht mehr ständig zu hören, sondern könnten sich höheren Lehren zuwenden. Ich möchte hier einige Gründe anführen, weshalb dieses Denken falsch ist:

  1. Die Bibel kennt keine höhere Lehre als das Evangelium. Die Bibel beginnt mit dem Evangelium, nämlich damit, dass Gott den Menschen zu einem bestimmten Sinn und Zweck geschaffen hatte: Gottes Herrlichkeit als Sein Abbild und Repräsentant auf Erden zu widerspiegeln und in einer von der Liebe geprägten Beziehung mit Ihm zu leben. Sodann führt die Bibel aus, warum es zu einem totalen Bruch zwischen der gesamten Menschheit und Gott gekommen ist und dass seither niemand mehr aus eigener Kraft nach Gottes Willen leben kann. Dann führt die Bibel den ganzen Weg von Gottes Volk aus, das uns zum Vorbild dienen kann und erfährt ihren Höhepunkt im Leiden, Sterben und Auferstehen Christi, woraufhin auch einige Infos über die Zukunft der Welt, der Menschen, die mit und derer, die ohne Gott gelebt haben. Die Bibel ist von A bis Z Evangelium und nichts anderes. Wenn wir also lernen wollen, was die Bibel sagt, so müssen wir uns immer mit dem Evangelium auseinandersetzen.

  1. Das Evangelium ist die Kraft, durch die wir Christus ähnlicher werden. Seit dem Sündenfall der Menschheit ist das Abbild Gottes in uns zerstört und soll wiederhergestellt werden. Doch wir merken immer wieder, dass wir es aus eigener Kraft nicht schaffen, Jesus ähnlicher zu werden. Wir brauchen eine andere Kraft dazu, eine, die nicht aus uns selbst kommt. Das ist die Kraft des Evangeliums, die unser hartes Herz weich macht und es so verändert, wie Gott uns verändert haben möchte. Wenn wir uns intensiv mit dem befassen, was der Herr Jesus Christus auf Sich genommen hat, um uns zu retten, werden wir dadurch auch immer barmherziger anderen gegenüber, weil wir wissen, dass der Herr auch für viele von ihnen gestorben ist, damit sie das Leben haben. Es ist immer so, dass das, womit wir uns beschäftigen, unser Leben und Verhalten prägt.

  1. Das Evangelium zu kennen, hilft uns, mit anderen über den Glauben zu sprechen. Wir haben die Verantwortung nach 1. Petrus 3, 15, zu jeder Zeit bereit zu sein, Zeugen zu sein von dem, was unsere Hoffnung ist. Das heißt: Jeder Gläubige ist verantwortlich, das Evangelium (seine Hoffnung) so gut zu kennen, dass er es – zumindest wenn er gefragt wird – auch verständlich kommunizieren kann, so dass das Gegenüber es nachvollziehen kann. Das Evangelium ist nichts Abgehobenes oder sonst wie Unverständliches, sondern es kann sehr gut in Worte gekleidet und kommuniziert werden. Ich möchte es ein späteres Mal noch im Detail ausführen.

Bitte mache dir mal Gedanken darüber, wie du das Evangelium in einfache und klare Worte fassen würdest, wenn dich jemand danach fragt. Ich würde mich freuen, wenn du dies schriftlich festhalten und mir zusenden würdest. Vielen Dank und Gottes Segen!