Buchtipp: Auf falschen Fährten

Mayne, Andrew, Auf falschen Fährten: The Naturalist, Edition M, Amazon-Publikation, 2018, 460S., Amazon-Link

*Spoiler-Alert*

Professor Theo Cray wird verhaftet. Eine seiner früheren Studentinnen wurde auf brutale Weise ermordet. Doch keiner kann ihm etwas nachweisen. Da er schon in diesen Fall verwickelt wurde, entschließt er sich, auf eigene Faust den Spuren nachzugehen. Alles deutet auf einen bestimmten Grizzly hin, doch ein DNA-Test bringt ihn auf die Spur eines anderen Grizzlys, der seit Jahren tot ist. Mit Hilfe seines Spezialgebiets, der Bioinformatik, gelingt es Cray, nachzuweisen, dass es über viele Jahre hinweg eine größere Anzahl ähnlicher Morde gegeben hatte. Wie fast zu erwarten war, zeigt das Buch, dass der Mensch des Menschen schlimmster Grizzly sein kann.

Ein Thriller mit rasantem Einstieg, der zwischendurch einige Längen aufweist, zum Ende hin jedoch wieder an Fahrt aufnimmt und eine beinahe überraschende Auflösung vorweist. Mehr dazu weiter unten. Mir persönlich haben die zahlreichen Beispiele aus dem Alltag der Bioinformatik sehr gut gefallen. Man merkt: Da ist jemand am Werk, der sich darin gut auskennt. Ich könnte mir aber vorstellen, dass dies für manche Thrillerfans zuviel des Guten sein könnte, besonders wenn man nicht so sehr an der wissenschaftlichen Arbeit interessiert ist. Dann gibt es Abschnitte über mehrere Seiten hinweg, die in dem Fall zu überspringen wären. Dadurch würde der Lesefluss und das Verständnis für die Story jedoch beeinträchtigt.

Die Story war gut ausgedacht, allerdings hätte man aus dem Protagonisten noch mehr machen können, indem man ihn menschlicher gemacht hätte. Er erinnert mich eher an einen Halbgott der griechischen Heldensagen: Unbesiegbar, unerschütterlich, stoisch bis beinahe zur Gefühlslosigkeit. Dadurch wirkt er konstruierter als nötig. Außerdem habe ich das Gefühl, der Autor versucht zu viele unterschiedliche Ziele unter einen Hut zu bringen: Eine spannende Story erzählen, die Techniken der Bioinformatik bekannter machen, und erst noch eine moralische Lektion erteilen. All dies tut er in einer Gründlichkeit, dass sich die verschiedenen Ziele gegenseitig schwächen. Die moralische Lektion über das Böse im Menschen beginnt schon beim Verhör am Anfang des Buches, was mich ziemlich gewiss gemacht hat, wie die Story ungefähr enden wird.

Fazit:

Ein spannend geschriebener Thriller mit viel gutem Hintergrundwissen zur Arbeitsweise der Bioinformatik. Die Story hätte etwas fokussierter aufgebaut werden können. Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen.

Buchtipp: Klugscheißer Royale

Steffens, Thorsten, Klugscheißer Royale, Piper Verlag München, 2018, 232 S., Verlagslink, Amazon-Link

Wenn ein Lehrer einen Roman über einen werdenden Lehrer schreibt, klingt das ganz amüsant. Wenn er auch noch über die richtige Portion Humor verfügt, dann gleich doppelt.

Timo Seidel ist über Jahre in seinem Studentenjob hängengeblieben. Zur Uni ging er nur kurz – schließlich wusste er alles schon, und erst noch besser. Doch dann bekommt er am selben Tag erst die Kündigung und dann macht auch noch die Freundin Schluss. Er ist am Boden und muss sich überlegen, wie er sich über Wasser halten kann. Nach einigem Hin und Her bekommt er den Tipp, es doch als Aushilfslehrer an einer Abendschule zu versuchen. Dort werde dringend jemand gesucht. Tatsächlich – nun kann er Klugscheißer Royale sein, darf jeden korrigieren und lernt erst noch, dass er gebraucht wird. Dadurch bekommt er sein Leben Stück für Stück in den Griff. Das ist in aller – humorlos-trockener – Kürze die Geschichte vom Klugscheißer Royale Timo Seidel.

Zunächst muss ich mal zugeben: Nicht selten habe ich mich ganz schön getroffen gefühlt. Schließlich tendiere ich ja auch dazu, Menschen korrigieren zu wollen. Wenn schon nicht immer in Gesprächen, dann doch zumindest öfter mal im Hinterkopf. Viele Begegnungen im Buch sind sehr realistisch geschildert, wenn auch oft etwas übertrieben. Das gehört zum Stil des Buches jedoch dazu und macht es so richtig humorvoll. Es ist sehr leicht zu lesen und – wie schon gesagt – sehr humorvoll. Da ich ein Buch jedoch auch immer recht kritisch lese, drehe ich jetzt den…

*Klugscheißermodus an*

Im Buch – ich kann das nur über die Kindle-Version sagen, da ich diese gelesen habe – sind mir dann doch an mehreren Stellen Fehler aufgefallen, die ein gründliches Lektorat hätte eliminieren können, so etwa zweimal der Buchstabendreher „Cloe“ statt „Cleo“. Zudem fand ich, dass im Buch mit persönlichen Fehlern zu lasch umgegangen wurde. Es ist insofern nicht ein Buch, aus welchem man vorbildliches Zusammenleben lernen kann. Davon hätte ich mir mehr gewünscht. Es ist ein zusammengewürfelter Haufen von Gleichaltrigen, die irgendwie versuchen, miteinander durchs Leben zu stolpern, und das mehr oder weniger gut hinkriegen. Eine Art Vaterfigur, die den Betroffenen helfen würde, fehlt leider.

*Klugscheißermodus aus*

Zum Schluss möchte ich den Cleos dieser Welt zurufen: Wenn ihr Männer wollt, die ihre Verantwortung übernehmen, dann verlasst sie nicht, sondern heiratet sie und gründet eine Familie! Das wird viel mehr Veränderung bewirken! Die Zeit ist reif für eine Generation junger Frauen, die nur noch dann bereit ist, zusammen zu ziehen, wenn Heirat und Familiengründung im Zentrum stehen!

Fazit:

Thorsten Steffens hat einen sehr unterhaltsamen Roman geschrieben, der die Entwicklung eines Mannes schildert, der beginnen muss, selbst Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Das Buch ist sehr humorvoll geschrieben. Wer jedoch einen Roman sucht, der ihm hilft, wie das Zusammenleben besser gelingen kann, wird hier wohl eher nicht fündig. Ich gebe dem Buch vier von fünf Sternen.

Predigtarchiv wieder online!

Da ich immer wieder Nachfragen bekommen habe, steht nun endlich mein Predigtarchiv wieder online. Bei manchen Predigten habe ich festgestellt, dass ich die MP3-Dateien nicht gleich zur Hand habe, weshalb diese nach und nach noch ergänzt werden. Hier das Archiv in drei Teilen:

Predigten von 2007 – 2011

Predigten von 2012 – 2015

Predigten ab 2016 – dato

Fragen oder Anregungen dazu sind natürlich jederzeit willkommen.

Blog-Jahresrückblick 2018

Im November 2017 habe ich meinen Blog nach WordPress umgezogen – und es war eine richtig gute Entscheidung. Vieles fällt mir dadurch leichter – Formatierungen lassen sich besser umsetzen, aber auch die Gestaltung des Blogs ist einfacher geworden.

Bislang habe ich in diesem Jahr 90 neue Blogposts veröffentlicht und gut 160’000 Besucher haben die Seite gefunden.

Top 10 Blogposts

Die folgenden 10 Blogposts wurden am häufigsten aufgerufen – alle zwischen 3500 und 4000 Mal:

https://blog.jonaserne.de/buchtipp-mit-rechten-reden/917/

https://blog.jonaserne.de/monday-humor-joel-osteen-gibt-erfolgsbibel-heraus/914/

https://blog.jonaserne.de/monday-humor-neue-rebellen-werden-traditionell-konservativ/921/

https://blog.jonaserne.de/wochenschau-kw-07/912/

https://blog.jonaserne.de/buchtipp-so-macht-kommunismus-spass/926/

https://blog.jonaserne.de/die-naechsten-grossen-fragen-unserer-zeit/932/

https://blog.jonaserne.de/monday-humor-theologin-findet-bdsm-im-neuen-testament/896/

https://blog.jonaserne.de/wochenschau-kw-06/902/

https://blog.jonaserne.de/buchtipp-hoert-endlich-zu/936/

https://blog.jonaserne.de/buchtipp-die-rivalin/905/

Biblipedia.de

Unser gemeinsames Bloggerprojekt http://biblipedia.de/ ist ein riesiger Erfolg geworden. Es ist hier viel mehr geschehen, als ich jemals zu träumen gewagt hätte. Einige sehr wichtige Diskussionen sind angestoßen worden; neue Menschen sind zum Projekt hinzugestoßen und alles ist am Wachsen – doch all diese sichtbaren Dinge sind nur die Spitze des Eisbergs. Hinter alldem sind neue Freundschaften entstanden, es gibt richtig guten Austausch, kurz gesagt: Es tut sich was! Und ich bin sicher, es wird in den kommenden Jahren immer wieder neue Projekte und Überraschungen geben. Stay tuned!

Pläne fürs kommende Jahr

Fürs kommende Jahr plane ich, endlich mein Predigtarchiv fertigzustellen und regelmäßig upzudaten (https://jonaserne.net/?page_id=277) Bis 2015 bin ich bislang gekommen, die neueren sind in Arbeit. Allerdings bin ich auch noch auf der Suche nach einem ästhetisch etwas ansprechenderen Player für die Audio-Daten. Vielleicht hätte mir da jemand einen guten Tipp, wie ich den WordPress-Mediaplayer aufhübschen kann. Außerdem plane ich, eine Facebook-Seite für den Blog einzurichten und dafür mein persönliches FB-Profil etwas weniger exzessiv zu nutzen. Ich denke auch, dass ich die drei Formate „Wochenschau“, „Monday Humor“ und „Buchtipp“ fortsetzen werde, wobei ich mir über die Häufigkeit noch etwas im Unklaren bin. Darüber hinaus mache ich mir Gedanken über eine mehrteilige Serie zur Kulturkritk unserer Zeit, die die Entwicklung verschiedener Kunstformen in den vergangenen Jahrzehnten betrachtet und daraus auch versucht, sich mögliche weitere Entwicklungen für die Zukunft vorzustellen.

Wer noch mehr lesen möchte, findet hier (Link: https://jonaserne.net/?page_id=249) eine Sammlung von PDFs zum kostenlosen Download, die ich über die Jahre geschrieben und zusammengestellt habe. Und wer noch Lesestoff sucht, kann natürlich auch auf meiner Goodreads-Seite (Link: https://www.goodreads.com/user/year_in_books/2018/47050705) verfolgen, was ich gelesen und für wie gut befunden habe. 2018 sind es bislang etwas über 50’000 Seiten in 97 Büchern geworden, die ich vollständig gelesen habe und einige weitere, an deren Anfang ich noch stehe.

Buchtipp: Dragon Teeth

Dragon Teeth Wie alles begann von Michael Crichton

Crichton, Michael, Dragon Teeth – Wie alles begann, Karl Blessing Verlag München, 1. Aufl. 2018, 318S., Verlagslink, Amazon-Link

Michael Crichton, der Bestsellerautor des Jurassic Park und einiger weiterer bekannter Bücher, hat ein Manuskript sein ganzes Leben lang in der Schublade unter Verschluss gehalten. Nun ist es nach seinem Tod veröffentlicht worden und Grund zahlreicher Spekulationen geworden, weshalb der Autor es nicht schon zu Lebzeiten selbst herausgegeben hat. War es einfach so schlecht, dass er es nicht veröffentlicht haben wollte? Wir werden es wohl nie wirklich herausfinden, aber diese Frag wird seine Fans wohl noch lange in zwei Lager spalten. Die Frage ist ja schließlich auch: Hat man ihm mit der Veröffentlichung nachträglich noch Schaden zugefügt?

Dragon Teeth ist ein historischer Abenteuerroman aus der Zeit der frühen Funde von Saurierknochen und deren Rekonstruktion. Crichton beschreibt darin die Rivalität echter Archäologen, die um die Ehre der Nachwelt buhlten und einen ständigen Kampf darum führten, wer mehr Arten rekonstruieren könnte. Der Autor führt dazu die Figur von William Johnson ein, einem Yale-Studenten aus bürgerlichem Elternhaus, der sich mehr ungewollt als Teil einer Wette der Expedition eines der beiden Archäologen anschließt, dann die ganze Schule des Lebens durchmacht, und dann plötzlich auf sich gestellt eine ganze Fracht Knochen durch zahlreiche Abenteuer hindurch retten und nach Hause bringen muss. Es sind somit auch Elemente eines Bildungsromans gegeben, doch im großen Ganzen überwiegt das Abenteuer, das zuweilen Wild-West-Züge trägt.

Ich fand den Roman spannend, besonders weil man dadurch Einblick in diese Zeit auf eine interessante Weise vermittelt bekommt. Es wird klar, wie stark die Rivalitäten waren, man sieht auch, wie sie sich gegenseitig beschimpft und bekämpft haben. Zugleich wurde mir aufs Neue bewusst, wie wichtig der Wettbewerb und die freie Marktwirtschaft für den Fortschritt sind. Das Abenteuer, die Eigenverantwortung, die Tugenden, die man fürs Leben lernt, all diese Dinge sind im Zuge des wachsenden allmächtigen Kindermädchenstaates dabei, verloren zu gehen. Gerade das Leben in freier Natur oder auch der Umgang mit anderen Menschen, die womöglich aggressiv reagieren, wird durch den omnipräsenten Staat immer mehr verloren gehen.

Auf der anderen Seite wirkt der Roman etwas … unfertig. Unvollendet. Abrupt. Als würde da noch etwas fehlen. Es gäbe sehr viele Möglichkeiten, den Schluss noch weiter hinauszuzögern, um dem Ganzen ein besser abgerundetes Ende zu bereiten. Dafür kann nun freilich der Autor nichts, er hätte dafür bestimmt die richtigen Ideen gehabt. Auch in der Hinsicht bleibt die Frage bestehen, ob die Veröffentlichung im Sinne Crichtons war oder nicht. Und diese werden nun weiterhin reine Spekulationen bleiben. Das Buch ist in gewisser Weise auch kein „typischer Crichton“. Wer hier einen crichtonesken Wissenschaftsthriller erwartet, hat zum falschen Buch gegriffen. Insofern ist es schon verständlich, dass langjährige Fans etwas anderes von dem Buch erwartet hätten als es schlussendlich geworden ist.

Ein Schmankerl für Lesebegeisterte ist die Bibliographie am Schluss des Buches. Wer sich für ein bestimmtes Thema noch näher interessiert, findet hier Buchtitel, die ihm da weiterhelfen. So macht das Lesen Spaß. Ich werde diese Bücherliste bestimmt noch mal durchgehen und mir das eine oder andere davon auf meine schier endlose to-read-Liste setzen. Es könnten sich übrigens auch andere Romanautoren davon eine Scheibe abschneiden und eine Liste von Büchern zusammenstellen, die sie für das Schreiben beeinflusst haben. Für mich als Leser wäre das auf jeden Fall total spannend, zu sehen, woher welche Einflüsse stammen.

Fazit:

Dragon Teeth“ ist kein typischer Crichton. Es ist vielmehr ein historischer Roman über die Zeit der frühen Saurierfunde. Mir persönlich hat das gut gefallen, da ich Geschichte sehr spannend finde und sie in diesem Buch gut aufbereitet und unterhaltsam geschrieben ist. Wem es mehr um die Hochspannung eines Wissenschaftsthrillers geht, für welchen der Name Michael Crichton steht, ist anderswo besser beraten. Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen.

Buchtipp: Die Suche

Die Suche von Charlotte Link

Link, Charlotte, Die Suche, Blanvalet Verlag München, 1. Aufl. 2018, 654S., Verlagslink, Amazon-Link

Die Leiche eines im vorigen Jahr verschwundenen Mädchens wird gefunden. Kurze Zeit später verschwindet wieder ein Mädchen im selben Alter. Könnte das Verschwinden der beiden in einem Zusammenhang stehen? Könnte es bisher sogar noch mehr Opfer gegeben haben? Wenn ja, so kann das schnelle Lösen diesen Falles die Rettung von weiteren Opfern bedeuten. Die Zeit drängt. Zufällig ist die Scotland-Yard-Beamtin Kate Linville im Haus der Familie des Mädchens, als dieses vom nahen Parkplatz eines Einkaufszentrums verschwindet. Wird sie den Fall dem verantwortlichen Detective Chief Inspector Caleb Hale überlassen können oder wird sie sich einmischen? Führt die Suche nach dem „Hochmoor-Killer“ ins Nirgendwo oder kann sie tatsächlich dafür sorgen, dass es keine weiteren Opfer gibt?

Charlotte Link ist für ihre Verwirrspiele bekannt, mit welchen sie versucht, die Leser auf eine falsche Fährte zu locken und am Ende den Fall auf eine ganz andere Art und Weise auflöst. Das macht ihre Krimis spannend. Und zugleich ist diese ihre große Stärke auch eine gewisse Schwäche. Denn wenn nun der Leser beginnt, gerade mit dem am wenigsten Wahrscheinlichen zu rechnen, löst sich manches etwas früher auf. Nach etwa zwei Dritteln des Buches war mir im großen Ganzen klar, wie die Geschichte ausgehen wird und etwas später auch, wer Täter sein muss.

Gut gefiel mir, wie die Autorin die gesamte Geschichte aus den Blickwinkeln verschiedener Protagonisten aufbaut. Dies kann sie sehr gut, hieran merkt man ihr Schreibtalent. Sie tut dies auf eine Art und Weise, die es leicht macht, dem Geschehen zu folgen. Und nicht selten kann sie dadurch an der spannendsten Stelle den Faden einer anderen Person übergeben. Das ganze Buch ist sorgfältig und in einer langsamen Gangart aufgebaut, erst ganz am Schluss überstürzen sich die Ereignisse. Es spricht sehr für Charlotte Link, dass sie diesen langsamen Aufbau mit einem kontinuierlich zunehmenden Spannungsbogen zu ergänzen weiß.

Die verschiedenen Charaktere scheinen mir etwas ambivalent. Gerade Nebendarsteller wie die Mädchen und deren Familien sind sehr schön aus dem Leben gezeichnet, doch Kate Linville und Caleb Hale konnte ich einfach nicht wirklich sympathisch finden. Ihre Schwächen sind derart satirisch überzeichnet, dass es geradezu unrealistisch wirkt. Es mag natürlich solche Personen im echten Leben geben, keine Frage, aber ob sie für einen solchen Roman wirklich gute Vorlagen sind, wage ich zu bezweifeln. Schließlich wünscht sich ein Autor ja im Normalfall, dass sich die Leser mit den Hauptpersonen identifizieren können. Ich habe mich am Schluss gefragt, ob Link eine Fortsetzung mit dem Duo Linville-Hale plant. So manches scheint darauf hinzudeuten. Mir persönlich sind die beiden zu wenig sympathisch, als dass ich eine solche würde lesen wollen – so sehr mir vieles am Stil der Bücher von Charlotte Link zusagt.

Fazit:

Charlotte Link hat mit „Die Suche“ eine spannende Geschichte geschrieben, die ich Krimi-Fans gerne weiter empfehle. Sie hat einige Fallen eingebaut, um den Leser zu verwirren. Doch wer mit dem Unwahrscheinlichsten rechnet, kommt auch ihr schon früher als geplant auf die Schliche. Leider ist mir das Ermittler-Duo eher unsympathisch, während die übrigen Personen richtig schön und lebendig gezeichnet werden. Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen.

Buchtipp: Der Tyrann

Der Tyrann von Stephen Greenblatt

Greenblatt, Stephen, Der Tyrann: Shakespeares Machtkunde für das 21. Jahrhundert, Siedler Verlag München, 1. Aufl. Sept. 2018, 220S., Verlagslink, Amazon-Link

Da ich diesen Herbst / Winter dabei bin, die wichtigsten Werke von Shakespeare zu lesen, fand ich es ganz passend, dieses neu erschienene Buch zu lesen. Zumindest der Einband versprach durchaus auch neue Sichten auf unsere Zeit, so war ich gespannt darauf, was uns Greenblatt zu berichten hat.

Stephen Greenblatt ist einer der wichtigsten Shakespeare-Forscher unserer Zeit, und das zeigt er im Buch auch immer wieder. Er stellt unter Beweis, wie geläufig ihm die Werke des großen Künstlers sind, der vor 400 Jahren erstaunlich viele Stücke geschrieben hat. Als Shakespeare-Forscher ist Greenblatt wirklich in einer sehr guten Position um ein Buch zum Thema zu schreiben. Der Klappentext verspricht neue Einsichten darüber, was uns Shakespeare „über Trump, Putin & Co.“ zu sagen hat.

Gut gefallen haben mir die Ausführungen des Autors, als er die innere Entwicklung von Shakespeare nachzeichnet, die sich in den Stücken nach und nach niederschlägt. Auch gibt es viele Hinweise auf die Zeit, in welcher er lebte. Geschichtliche Hintergründe finde ich oft hilfreich, um die Person im Mittelpunkt des Buches besser zu verstehen. In diesem Fall ist jedoch vieles eigentlich allgemein bekannt, sodass es eher eine kurze, knackige Wiederholung des Geschichtsunterrichts ist.

Doch auf Trump, Putin & Co. habe ich vergeblich gewartet. Das war der eigentliche Grund, weshalb mich das Buch besonders interessiert hat: Eine Auseinandersetzung mit den Argumenten Shakespeares, inwieweit sich seine Machtkunde als richtig erwiesen hat. Eine Evaluation seiner Stücke im Hinblick auf Tyrannen, die nach dem Tode Shakespeares tatsächlich durch diese Methoden, die er beschrieben hatte, zur Macht gekommen sind. Mit einigem Goodwill lässt sich da das Eine oder Andere schon so hinbiegen. Der Leser muss sich halt selbst damit beschäftigen. Doch damit fehlt mir die eigentliche Aufgabe, die sich das Buch laut Klappentext selbst gestellt hat.

Wenn ich einen Kommentar zu den Werken Shakespeares lesen möchte, würde ich nicht zu einem dünnen, etwas mehr als 200-seitigen Büchlein greifen. Da gibt es genügend andere Literatur, die sich im Laufe der vergangenen Jahrhunderte an den Meister des Theaters gewagt hat. Greenblatt arbeitet zwar durchaus manche Mechanismen heraus, die es einem Tyrannen erleichtern, an die Macht zu kommen. Aber auch davon gibt es bei Shakespeare eine ganze Menge. Es wäre hilfreich, wenn sich der Autor etwas weiter aus dem Fenster zu lehnen wagte und zu verschiedenen späteren Tyrannen des 20. und 21. Jahrhunderts aufzählen könnte, wann und wo welche dieser Mechanismen angewandt wurden.

Fazit:

Ein kurz gehaltenes Buch mit einer guten zeitgeschichtlichen Einführung zu Shakespeare und einigen guten Gedanken zu seinen unterschiedlichen Protagonisten, die zu Tyrannen wurden. Leider geht der Autor gar nicht – wie im Klappentext versprochen wird – auf die Machterlangung in unserer Zeit ein. Er bleibt die ganze Zeit bei Shakespeares Werken und seiner Zeit. Ich gebe dem Buch 3 von 5 Sternen.

Buchtipp: Verborgen

Verborgen von Anna Simons

Simons, Anna, Verborgen, Penguin Verlag München, 1. Aufl. Okt. 2018, 432S., Verlagslink, Amazon-Link

Was geschieht, wenn die neue Gefängnisärztin noch vor ihrem Dienstantritt am neuen Wohnort in einen Kriminalfall verwickelt wird, der einen ihrer zukünftigen Patienten betrifft? Richtig – sie hilft der Polizei, diesen zu lösen. Dr. Eva Korell war noch dabei, sich in München einzuleben, als sie Erste Hilfe leisten muss. Die Frau, der sie hilft, ist mit einem der Insassen des Gefängnisses verheiratet, in welchem sie als Ärztin arbeiten wird. Sie bittet Eva um Hilfe, die sie zunächst ablehnt. Doch gegen ihren Willen wird sie immer tiefer in dessen Geschichte verwickelt, was am Ende sogar zu ihrer Entführung führt. Mit Ehre, Leib und Leben versucht sie, die Opfer zu beschützen, doch die Falle schnappt zu, und wer weiß, was ohne das rechtzeitige Eintreffen der Polizei noch alles geschehen wäre…

Unter den gut 80 Büchern, die ich dieses Jahr bereits gelesen habe, ist dies ein ganz spezieller Leckerbissen für mich. Ich hätte nie gedacht, als ich die Beschreibung des Buches las, dass mich dieses so überzeugen würde, aber bislang ist das der beste Roman meiner diesjährigen Lesezeit. Ich habe noch selten einen Krimi gelesen, wo einfach alles gepasst hat: Der Spannungsbogen bleibt konstant erhalten, der Leser taucht in den ersten Seiten mitten ins Geschehen ein, und die Charaktere sind mit einer wirklich umwerfenden Echtheit – mit allen Ecken und Kanten menschlichen Lebens – entworfen und gestaltet. Gerade dieser letzte Punkt macht für mich viel aus. In den meisten Büchern klingen alle Figuren gleich, haben außer ihrer Biographie kaum ein echtes Eigenleben. Das ist mir bei früheren Autoren wie Charles Dickens oder William Shakespeare besonders bewusst geworden, weil diese Autoren sich immer viel Mühe gegeben haben, ihre Figuren sehr individuell und verschieden klingen zu lassen. Das ist mir auch im Roman von Anna Simons aufgefallen.

Der Spannungsbogen wird mit Gesprächen aus unterschiedlichen Sichtweisen aufrecht erhalten. Zwischendurch telefoniert der Bösewicht, aber der Leser hat keine Ahnung, um wen es sich handelt. Auch die Beschreibung der Gewalt hält sich wohltuend in Grenzen. Wer mich kennt, weiß, dass mir das wenig ausmacht, wenn es graphische Beschreibungen davon gibt, aber zu viele Autoren schwelgen dann geradezu darin. Das finde ich dann eher abstoßend. Zu einem Krimi gehört ein gewisses Maß an Kriminalität und Gewalt, aber mehr als dieses Maß ist überflüssig. Meines Erachtens hat die Autorin in diesem Buch genau das richtige Maß davon getroffen. Amüsant fand ich, dass sich im Buch bereits so etwas wie eine vorsichtige, zurückhaltende Beziehung anbahnt. Auch das lässt wohl so manchen Leser auf die Fortsetzung warten. Schließlich will man wissen, wie das weiter geht.

Wenn man das Buch, die Story insgesamt, befragt, was die Autorin der Welt mitteilen möchte, so sind das insbesondere zwei Dinge: Gerechtigkeit siegt. Wer Unrecht begeht, wird irgendwann davon eingeholt, macht Fehler, wird ungeduldig und süchtig nach mehr davon und manövriert sich irgendwann unvorsichtig in eine Situation, in welcher sein Unrecht bekannt wird. Und zweitens: Biographie prägt. Der Übeltäter – so verantwortlich er für sein Handeln ist – war in seiner Kindheit und Jugend selbst das Opfer anderer Menschen. Anna Simons versucht damit nicht, sein Unrecht herunterzuspielen oder zu relativieren, zu entschuldigen oder den Fehler anderen in die Schuhe zu schieben. Aber ihr Appell ist klar: Was wir tun, hat Folgen. Was wir anderen Menschen antun, wird sie ein Stück weit prägen. Lasst uns deshalb auf unsere Handlungen besser achtgeben!

Fazit:

Die Autorin, die ich auch unter anderen Namen bislang noch nicht kannte, ist eine echte Entdeckung für mich. Ich kann das Buch jedem Krimifan empfehlen und bin gespannt, wie die Serie in einem Jahr weitergeht. 5 von 5 Sternen.

Wie suche ich mir das richtige nächste Buch aus?

Wer mich kennt, weiß, dass ich viel, schnell und effektiv lese. Als Kind hatte ich die Idee, alles lesen zu wollen, was mir in die Finger kam, doch spätestens Mitte Gymnasium wurde mir klar, wie wertvoll meine Lesezeit ist und wie sehr ich mich noch werde beschränken müssen. Da entstand – und blieb bis heute – die Idee vom richtigen oder besten nächsten Buch. Lange Jahre der Erfahrung, Trial and Error, viele Enttäuschungen und weggelegte Bücher haben mich ein paar Grundregeln der Bücherauswahl gelehrt. Anhand von fünf Fragen möchte ich das einmal verdeutlichen:

1. Wer bin ich?

Die wichtigste Frage dabei ist: Wer bin ich? Ich sollte ja das nächste Buch lesen, und nicht irgendwer, nicht eine idealisierte oder sonstwie manipulierte Version meiner selbst. Das Lesen vieler Bücher zeigt uns immer mehr, wer und wie wir selber sind. Wir lernen uns so immer besser kennen. Ich möchte mich nicht zwingen, ein Buch gut finden zu müssen, nur weil die Person XY es gut gefunden hat. Da ist jeder einfach anders gestrickt, und nur wenn wir lernen, ehrlich zu uns selbst zu sein, können wir das Lesen auch so sehr genießen.

2. Wer ist mir ähnlich, wer überhaupt nicht?

Zu den meisten Themen ist die Auswahl an Büchern nahezu grenzenlos. Wir Menschen sind oft sehr unterschiedlich, und das ist gut so. Wir finden Menschen, die uns ähnlich sind und andere überhaupt nicht. Ich persönlich bin jemand, der dicke, umfassende Bücher bevorzugt. Ich lese lieber 1200 Seiten in einem Buch, welches versucht, das Thema, die Person oder die Geschichte möglichst umfassend zu beschreiben. Stattdessen sechs dünne Booklets à 200 Seiten zu unterschiedlichen Facetten desselben sind mir enorm unsympathisch. Wenn ich die Wahl habe, nehme ich lieber den dicken Schinken. Und ich habe gelernt, in vielen Bereichen die Leser und Rezensenten in hilfreiche Schubladen zu packen, damit ich weiß, welcher Schreibstil mir mehr und welcher weniger zusagt.

3. Was ist mein Ziel mit dem nächsten Buch?

Ein Ziel, das ich immer habe, ist, von allen Menschen zu lernen. Daneben braucht jedoch jedes Buch auch noch weitere Ziele. Was will ich mit dem Wissen aus dem Buch machen? Ich lese schon lange keine Bücher „nur zur Unterhaltung“. Dafür fehlt mir die Zeit. Somit gibt es Ziele wie etwa mein Wissen zu erweitern, indem ich eine ganze Weile zu einem ähnlichen Thema verschiedene Bücher lese. Oder ich möchte wissen, wie sich ein Autor im Laufe seines Lebens verändert hat. Dieses Ziel festzulegen hilft mir sehr dabei, die Auswahl der Bücher weiter einzuschränken. Nach den drei ersten Fragen sind selten mehr als drei Bücher vorhanden, zwischen welchen ich mich entscheiden muss.

4. Was hat dieses Buch bewirkt?

Bevor ich mich für ein Buch entscheide, befasse ich mich zumeist noch mit der Frage, was dieses Buch bewirkt hat. Welche Diskussionen hat es aufgeworfen? Welche Fragen sind bei anderen Lesern nach der Lektüre noch offen geblieben? Konnte es anderen Lesern die Fragen beantworten, die ich beantwortet haben möchte? Hat das Buch bestimmte Vorurteile zu festigen gesucht? Hat es Menschen zu einem bestimmten Verhalten gebracht? Je neuer ein Buch ist, desto weniger tief kann man in die Wirkungsgeschichte eintauchen.

5. Wer ist der Autor? Wann hat er es geschrieben?

Menschen durchlaufen vielfach Veränderungen im Laufe ihres Lebens. Wie hat sich der Autor verändert? In welcher Phase seines Lebens hat er dieses bestimmte Buch geschrieben? Hat er sich später noch einmal dazu geäußert? Wie stehe ich zu dem, was er dazu gesagt hat? Mag ich den Schreibstil des Autors? Ist er mir zu trocken oder zu emotional oder zu manipulativ oder ähnliches?

Das sind viele Fragen auf einmal. Zum Schluss noch zwei Gedanken dazu: Die meisten Fragen lassen sich mit etwas Übung in Sekundenbruchteilen unbewusst beantworten. Man entwickelt mit der Erfahrung eine Art Intuition, die viele dieser Fragen abhaken, ohne dass man sich die Fragen bewusst stellt. Und zweitens, was wohl aufgefallen sein wird: Ich misstraue der Amazon-Leser-Schwarmintelligenz zutiefst. Ich achte nicht einfach auf den Verkaufsrang oder die Bewertungen, sondern scrolle durch die Rezensionen, picke ein paar für mich persönlich wichtige davon heraus, und gewichte sie neu. Damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht.

Um es kurz zu machen: Marcus-B. Hübner meinte kürzlich auf Twitter dazu: „Es geht nicht darum, viele Bücher zu lesen, sondern die richtigen. Aber je mehr du liest, desto sicherer findest du die.“ (Marcus-B. Hübner) Einfacher und treffender kann ich das auch nicht formulieren. Amen dazu!

Buchtipp: Die Mächtige

Die Magie der tausend WeltenDie Maechtige von Trudi Canavan

Canavan, Trudi, Die Magie der tausend Welten. Die Mächtige, Blanvalet Verlag München, 1. Aufl. Sept. 2018, 704S., Verlagslink, Amazon-Link

Die australische Autorin Trudi Canavan schreibt Fantasy-Bücher, und dies wirklich mit großer Phantasie. Das vorliegende Buch ist der dritte Band einer mehrteiligen Serie namens „Die Magie der tausend Welten“. Wenn man die übrigen Bände nicht kennt, ist etwas Zeit nötig, um sich in den tausend Welten zurechtzufinden. Doch nach den ersten 50 Seiten ist das Wichtigste bekannt. Die Geschichte ist in sich selbst abgeschlossen und kann deshalb auch gut für sich allein gelesen werden. Ob es auch eine weitere Geschichte hinter den Bänden gibt, kann ich nicht beurteilen, vermute es allerdings schon.

In den tausend Welten gab es für tausend Jahre einen Herrscher, den Valhan. Er war der mächtigste aller Magier, und um seine Macht zu sichern hat er sein Leben selbst beendet, in der Gewissheit, dass seine untergebenen Magier ihn wieder zu Leben und Macht erwecken würden. Die Thronfolgerin ist Rielle, die vor der Verantwortung des Herrschens zurückschreckt und sich weigert, in seine Fußstapfen zu treten. Nun gibt es verschiedene Gruppen, die eine unterschiedliche Vorstellung davon haben, was mit dem Machtvakuum geschehen soll. Ist es Rielles Aufgabe? Soll der Valhan auferweckt werden? Sollen die vom Valhan in seiner Hand gespeicherten Informationen auf eine andere Person übertragen werden? Oder soll es gar keinen Herrscher mehr geben? Um diese Fragen entbrennt der Streit, der in diesem Band geschildert wird.

Canavan hat wirklich eine große Phantasie. Sie erschafft viele verschiedene Welten und stellt dabei richtig gute Fragen an unsere Zeit. Für mich war der größte Teil des Buches ein Genuss, weil ich viel zum Nachdenken angeregt wurde. Es werden Überlegungen über verschiedene Regierungsformen und deren Abwesenheit angestellt, über Kriege und deren Notwendigkeit, und vieles mehr. Ein kleines Beispiel dazu: Tyen hatte mechanische „Insektoiden“ gebaut, die mit „mechanischer Magie“ (mehr dazu weiter unten) angetrieben werden. Andere hatten diese Erfindung weiter entwickelt und Kampfinsektoiden gebaut, die für Kriege eingesetzt werden können. Dies wollte Tyen jedoch überhaupt nie erreichen. Er überlegt sich, ob er solche Maschinen bauen kann, die feindliche Insektoiden abwehren und zerstören können. Sein Assistent Zeke meint dazu: „Es wird sehr schwer werden, eine Maschine zu bauen, die entscheiden kann, was sie zerstört und was sie nicht weiter beachtet.“ (S. 396) Hier haben wir das Problem, das sogenannte „künstliche Intelligenz“ immer haben wird. Es wird der KI nie möglich sein, tatsächlich zwischen gut und böse zu entscheiden.

Eine Sache fand ich sehr schwierig, nämlich dass die Autorin den Begriff „Magie“ so oft und mit so unterschiedlichen Vorstellungen parallel benutzt. Mindestens drei verschiedene Bedeutungen hat Magie in diesem Buch: 1. Magie ist Macht 2. Magie ist Energie 3. Magie ist übernatürliche Fähigkeit. Aber es geht noch weiter: Magie ist auch noch eine Substanz, undefinierbar, die in bestimmten Bereichen stärker vorhanden sein kann denn in anderen. Magie kann hergestellt, entzogen, an sich genommen und abgegeben werden. Gerade weil „Magie“ für so viele unterschiedliche Dinge benutzt wird, dass es etwa auch eine Art mechanischer Magie gibt, das macht die ganze Sache so unnötig kompliziert und – für mich zumindest – über manche Strecken schlicht und einfach langweilig. Das war auch der Grund, weshalb ich nach diesem Band – so interessant vieles ist – überhaupt kein Interesse habe, die übrigen Bände auch noch zu lesen. Das finde ich auch irgendwie schade, aber nicht zu ändern. Davon abgesehen ist das Buch spannend und leicht zu lesen.

Fazit:

Ein Buch mit vielen guten Gedanken und Fragestellungen, die auch unser heutiges Leben und Denken in Frage stellen und zum Nachdenken anregen. Alles auf eine unterhaltsame, leicht lesbare Weise verpackt. Mich persönlich hat der inflationäre Gebrauch des Begriffs „Magie“ für eine Vielzahl unterschiedlicher und mitunter widersprüchlicher Inhalte abgeschreckt. Fantasy-Fans, denen dies nichts ausmacht, ist das Buch zu empfehlen. 4 von 5 Sternen.