6 Thesen zur Zukunft der KI – Teil 3

Heute kommen wir zum Abschluss der Blogserie zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der KI. Wer die früheren Teile zur Geschichte der KI Teil 1 (Link), Teil 2 (Link), Teil 3 (Link) und zur Zukunft der KI Teil 1 (Link) und Teil 2 (Link) noch nachlesen möchte, kann dies hier tun. Nun folgen Thesen 5 und 6.

 

These 5: Unsere Daten sind in den Händen der Privatwirtschaft sicherer als im bürokratischen Staat

Warum ich das 2018 schon schrieb – und heute noch stärker dahinterstehe.

2018 schrieb ich hier im Blog einen Beitrag mit dem Titel „Datenschutz: Warum mir meine Daten in den Händen privater Unternehmen lieber sind.“ (Link hier) Damals ging es um die Einführung der DSGVO, um Blogs, Vereine, kleine Firmen, die vor lauter Formularpflichten die Lust am Online-Leben verloren. Ich schrieb damals:

Ich wage es mal, etwas weiter zu denken, und erkläre, weshalb es mir lieber ist, wenn meine Daten in den Händen privater Unternehmen sind als in den Händen des Staates.“

Seither ist viel passiert – Cloud, Künstliche Intelligenz, biometrische Systeme, Identitätsplattformen. Doch an diesem Satz hat sich nichts geändert. Im Gegenteil: Heute, im Zeitalter lernender Maschinen, halte ich ihn für noch richtiger und wichtiger.

 

Warum private Datenverarbeitung sicherer ist

Private Unternehmen haben ein existenzielles Interesse daran, dass ihre Kunden ihnen vertrauen. Wenn ein Konzern wie Apple, Microsoft oder Amazon ein Datenleck hat, verliert er sofort Marktwert, Reputation, Vertrauen. Er wird verklagt, auditiert, bestraft – und lernt.
Das ist der Unterschied:
Lernen. Wettbewerb zwingt zur Verbesserung, und Verbesserung schafft Sicherheit.

Der Staat dagegen kann sich keine Kunden aussuchen – und wir ihn auch nicht. Er hat kein Marktfeedback. Wenn Behörden Daten verlieren, dauert es oft Monate, bis jemand davon erfährt. Nicht aus böser Absicht, sondern weil niemand zuständig ist, weil Systeme alt sind, oder weil man lieber schweigt, um keine politische Schlagzeile zu riskieren. Bürokratie ist keine Macht im klassischen Sinn, sondern eine Trägheit, die Vertrauen zersetzt.

Ich schrieb damals sinngemäß: Daten sind beim Staat nicht böse aufgehoben – sie sind oft einfach vergessen aufgehoben. Und das gilt heute noch genauso.

 

Warum Freiheit Sicherheit schafft

Privatwirtschaftlicher Datenschutz ist ein Markt der Wahl. Ich entscheide, welchem Anbieter ich vertraue – GMX, Apple, ProtonMail, Nextcloud oder wem auch immer. Wenn mir eine Firma zu sorglos mit meinen Daten umgeht, kann ich sie verlassen. Diese Freiheit zur Entscheidung ist die eigentliche Datenschutzgarantie.

Staatliche Datensammlungen hingegen sind Zwangssysteme: Meldepflicht, Steuer-ID, Gesundheitsakte, Schulverwaltung, Sozialversicherung. Ich kann mich nicht austragen, nicht widersprechen, nicht kündigen. Und ich weiß nie, wer morgen an der Macht ist.

Das war 2018 mein Hauptargument – und es hat an Aktualität gewonnen. In Zeiten, in denen autoritäre Systeme auf der Welt wieder lauter werden, sollten wir uns fragen: Was passiert, wenn eine künftige Regierung Zugriff auf alle gesammelten Daten ihrer Bürger erbt? Nicht Missbrauch in der Gegenwart ist die größte Gefahr, sondern Missbrauch in der Zukunft.

 

Konkurrenz als Kontrolle

Ich sehe Datenschutz lieber als Leistungsdisziplin denn als Gesetzesvorschrift. Wenn Nutzer ihr Verhalten ändern, wenn sie bewusst sichere Anbieter bevorzugen, entsteht der eigentliche Fortschritt. Nicht durch Strafen, sondern durch Marktmechanismen.

Wie 2018 bin ich auch heute der Meinung, wenn wir alle anfangen würden, die AGBs zu lesen und nur Angebote mit strengsten Datenschutzregeln zu nutzen, dann wäre DSGVO reine Makulatur. Diese Idee ist nach wie vor richtig – und sie funktioniert. Seit 2018 haben sich viele Dienste verbessert, nicht wegen der Paragrafen, sondern wegen des Marktdrucks durch informierte Nutzer.

 

Die Zukunft: Partnerschaft statt Misstrauen

Natürlich darf man den Markt nicht blind idealisieren. Datenhoheit braucht klare Regeln, offene Standards und gegenseitige Rechenschaft. Aber der Schlüssel liegt in einer Partnerschaft zwischen Staat und Wirtschaft, nicht in der Dominanz des einen über den anderen. Der Staat sollte Regeln setzen und prüfen – die Privatwirtschaft sollte sie effizient umsetzen. Denn Effizienz ist nicht die Stärke der Verwaltung, sie ist die Stärke des Wettbewerbs.

Und so bleibe ich bei meiner Überzeugung: Ich vertraue lieber einem Unternehmen, das mich als Kunden behalten will, als einem Apparat, dem ich nicht entkommen kann.

 

Vertrauen ist keine Vorschrift

Datensicherheit ist kein Gesetzesprodukt, sondern ein Ergebnis von Kompetenz, Verantwortung und Transparenz. Private Unternehmen haben einen Anreiz, all das zu entwickeln. Der Staat hat oft nur die Pflicht, so zu tun, als hätte er es. Vertrauen entsteht nicht durch Verordnungen, sondern durch Verantwortung. Und Verantwortung wächst dort, wo man sie sich verdienen muss.

 

 

These 6: Wir brauchen viel mehr digitale Bildung

Warum ich mir einen Internetführerschein wünsche – als Schlüssel zu Mündigkeit im digitalen Zeitalter.

Ich habe in den letzten Jahren oft darüber nachgedacht, warum wir als Gesellschaft mit Digitalisierung so schwer umgehen. Wir sprechen über Datenschutz, über KI, über Fake News, über Social Media – aber selten darüber, wie wenig wir alle wirklich davon verstehen. Das Internet ist längst kein Werkzeug mehr, es ist der Lebensraum, in dem sich fast alles abspielt: Arbeit, Kommunikation, Politik, Freundschaft, Liebe, Glaube, Meinung. Und doch sind die meisten darin unterwegs, als würden sie Auto fahren, ohne je eine Fahrschule besucht zu haben.

Aus diesem Gedanken heraus kam mir schon vor einiger Zeit eine Idee, die ich bisher nirgendwo wirklich umgesetzt gesehen habe: Ich wünsche mir einen Internetführerschein – nicht als Zwang oder Prüfung, sondern als Symbol für digitale Mündigkeit.

 

Warum Gesetze nicht genügen

Wir schreiben ständig neue Gesetze: Datenschutzgrundverordnung, Urheberrechtsreform, KI-Verordnung, Uploadfilter. Doch sie alle behandeln nur Symptome. Sie regeln, was erlaubt ist – nicht, was verstanden wird. Man kann kein Verhalten vorschreiben, das man nie erklärt hat. Ich wünsche mir deshalb, dass digitale Bildung denselben Stellenwert bekommt wie Lesen und Schreiben. Denn was nützen Paragrafen, wenn die Menschen, die sie befolgen sollen, nicht begreifen, was sie schützen?

 

Was ein Internetführerschein vermitteln sollte

Ich meine damit kein bürokratisches Dokument, sondern eine Art Grundausbildung in digitaler Verantwortung – für alle, die im Netz unterwegs sind, vom Schüler bis zum Senioren. So etwas müsste drei Dinge vermitteln:

  1. Technisches Grundverständnis:
    Wie funktionieren Netzwerke, Server, Clouds, Cookies, Verschlüsselung, Passwörter?
  2. Kritische Medienkompetenz:
    Wie erkenne ich manipulative Inhalte, Deepfakes, Fehlinformation? Wie unterscheiden sich Meinung, Werbung und Fakt?
  3. Digitale Ethik:
    Welche Verantwortung trage ich für das, was ich poste, teile, trainiere, zitiere oder veröffentliche? Wo endet Freiheit, wo beginnt Respekt?

Ein solcher „Führerschein“ wäre keine Prüfung, sondern eine Befähigung – ein gemeinsamer Standard, der zeigt: Ich weiß, wie digitale Räume funktionieren, und ich kann mich darin verantwortlich bewegen.

 

Mündigkeit statt Bevormundung

Mir geht es nicht um Kontrolle, sondern um Selbstbestimmung. Wer weiß, wie Technik funktioniert, lässt sich weniger leicht manipulieren – weder von Algorithmen noch von Menschen. Und wer versteht, wie Daten zirkulieren, hat weniger Angst vor ihnen.

Ein Internetführerschein wäre deshalb ein Werkzeug der Freiheit, nicht der Überwachung. Er würde helfen, die digitale Welt aus der Ecke des Misstrauens zu holen und sie dorthin zu stellen, wo sie hingehört: in die Hände kompetenter, aufgeklärter Bürger. Wir brauchen weniger Angst vor Technik – und mehr Bildung über sie.

 

Warum wir das selbst in die Hand nehmen müssen

Ich warte nicht auf den Staat, so etwas zu erfinden. Das wäre falsch, denn dann wäre das wieder eine Form von staatlicher Gängelung. Ich glaube, es beginnt viel kleiner: in Schulen, Vereinen, Unternehmen, Kirchen, Familien. Überall dort, wo Menschen gemeinsam lernen, wie man sich sicher, kritisch und respektvoll online bewegt.

Man könnte diesen Internetführerschein auch selbst gestalten: als Kurs, als Workshop, als Vereinbarung, als Lernplattform. Je mehr da mitmachen und eigene Versionen kreieren, desto mehr wird die Konkurrenz zu einem besseren Ergebnis führen.

 

Digitale Bildung ist die neue Aufklärung

Wir stehen an einem Punkt, an dem wir Maschinen beibringen, wie Menschen sprechen.
Jetzt müssen wir uns selbst wieder beibringen,
wie Menschen zu denken. Ein solcher Internetführerschein, oder wie immer man das nennen will, wäre ein Symbol für diesen Schritt: vom Konsumenten zum Gestalter, vom Nutzer zum mündigen Bürger, vom Algorithmus zum Bewusstsein. Bildung ist die beste Firewall. Und Aufklärung die schönste Form der Freiheit.

Thesen zur Zukunft der KI

In den letzten Wochen habe ich über die Vergangenheit bis zur Gegenwart der KI geschrieben. Wir haben gesehen, wie seit den 50er-Jahren KI immer wieder Thema wurde und wie sich das entwickelt hat, was wir heute haben. Teil 1 (Link), Teil 2 (Link) und Teil 3 (Link). Vergangene Woche ging es um meine zwei ersten Thesen in Teil 1 (Link). Heute folgen Thesen 3 und 4.

 

These 3: Wir müssen das Urheberrecht neu denken

In einer Welt, in der alles digital ist, darf Wissen nicht ewig eingesperrt bleiben.

Wir leben in einer Zeit, in der jede Idee, jedes Werk, jedes Wort sofort kopiert, geteilt und weiterverarbeitet werden kann. Das ist keine Panne des Systems – das ist das System. Das Netz kennt keine Grenzen, und es vergisst nicht. Was einmal veröffentlicht ist, ist Teil eines globalen Gedächtnisses. Und doch behandeln wir geistiges Eigentum noch immer, als wäre es ein Buch in einem Safe oder eine Platte in einem Archiv. Diese Spannung zwischen technischer Offenheit und juristischer Abschottung ist eine der wohl größten Baustellen der digitalen Moderne.

 

Das alte Paradigma: Eigentum statt Wirkung

Das klassische Urheberrecht stammt aus einer Zeit, in der Werke an physische Träger gebunden waren. Wer ein Buch druckte oder eine Schallplatte presste, konnte kontrollieren, wie oft sie erschien und wer dafür bezahlte. Dieses System schützte die Schöpfer der Werke – aber es beruhte auf Knappheit. Ein Exemplar kostete Material, Zeit, Transport. In der digitalen Welt gibt es diese Knappheit nicht mehr. Ein Werk zu kopieren kostet nichts. Die Verbreitung ist nur einen Klick entfernt. Doch unser Rechtssystem behandelt die digitale Kopie noch immer wie den Druck einer neuen Auflage – als „Vervielfältigung“, die genehmigt werden muss. Das ist, als würde man versuchen, die Luft zu lizenzieren.

 

BitTorrent, Remix-Kultur und das Ende der Kontrolle

Schon zu Zeiten von BitTorrent, Napster und Rapidshare war mir (und vielen anderen) klar: Man kann Information nicht einsperren, wenn sie digital ist. Man kann sie verfolgen, bestrafen, löschen – aber sie taucht wieder auf. Weil Teilen zur Natur des Netzes gehört. Diese Phase der frühen 2000er war die erste große Konfrontation zwischen zwei Kulturen: auf der einen Seite die juristisch verankerte Idee des Eigentums, auf der anderen Seite das offene Prinzip der Allmende.

Die Allmende ist ein Begriff für Allgemeingut, insbesondere für Land, Wald, Grund (s. Wikipedia (Link). Was im Internet ohne Paywall steht, ist im Grunde genommen Allmende. Es ist Gemeingut, das jeder nutzen darf, ähnlich wie ein Marktplatz, der zwar dem jeweiligen Ort gehört, aber von jedem gleichermaßen genutzt werden darf. Es ist kein rechtsfreier Raum, aber eben doch für jeden Nutzer gleichermaßen frei zugänglich.

Diese frühe Phase der digitalen Piraterie war mehr als nur Raubkopie (ohne das herunterspielen zu wollen). Es war der Beginn einer neuen Form von Kulturproduktion. Remix, Mashup, Sampling, Memes – das sind keine Diebstähle, sondern digitale Zitate. Sie sind Teil eines fortschreitenden Prozesses, in dem Ideen sich gegenseitig weitertragen.

 

KI macht das Urheberrecht endgültig porös

Mit der Entstehung großer Sprach- und Bildmodelle wurde diese Spannung endgültig sichtbar. Denn KIs wie ChatGPT, Claude, Gemini oder Midjourney haben nicht einfach ein paar Bücher gelesen – sie haben Millionen Werke absorbiert. Sie „wissen“ nichts, aber sie reproduzieren Muster, die auf urheberrechtlich geschützten Daten basieren. Das wirft eine unbequeme Frage auf: Wem gehört Wissen, wenn es von Maschinen verarbeitet wird?

Die alte Antwort – dem Urheber gehört das Werk – funktioniert hier nicht mehr. Denn kein Mensch, keine Firma, kein Verlag kann mehr kontrollieren, was in diese Modelle einfließt. Sobald etwas veröffentlicht ist, wird es Teil des kollektiven digitalen Gedächtnisses. Und das lässt sich nicht mehr zurückholen.

 

Ein neues Prinzip: Veröffentlichung als Übergabe an die Allmende

Vielleicht müssen wir Urheberschaft neu verstehen: nicht als ewigen Besitz, sondern als zeitlich begrenzte Verantwortung. Ein Werk könnte nach einer definierten Phase – sagen wir fünf oder zehn Jahre – automatisch in die digitale Allmende übergehen: frei nutzbar für Forschung, KI-Training, Bildung, kreative Weiterentwicklung. Damit würden zwei Ziele zusammenfinden: Schutz und Vergütung für die Schöpfer in der Anfangsphase, Freigabe und Fortschritt danach – zum Nutzen aller.

Denn Wissen wächst nur, wenn es geteilt wird. Eine Gesellschaft, die alles Eigentum nennt, lähmt sich selbst. Urheberrecht sollte nicht das Ende einer Idee markieren, sondern ihren Anfang.

 

Wert statt Besitz

In dieser neuen Logik ist der Wert eines Werkes nicht mehr an seine Exklusivität gebunden, sondern an seine Wirkung. Ein Lied, das hundertmal gesampelt wird, lebt länger als eines, das im Tresor liegt. Ein Text, der in tausend Projekten weiterverarbeitet wird, trägt mehr zur Kultur bei als einer, der juristisch isoliert bleibt.

Und wer klug ist, wird lernen, diesen offenen Kreislauf wirtschaftlich zu nutzen: durch Reputation, Erstveröffentlichungen, kuratierte Plattformen, Patronage-Modelle, Spenden, Community-Finanzierung. Der Besitz wird unwichtig, weil die Beziehung zählt.

Wenn alles digital ist, ist Eigentum keine Frage mehr von Kontrolle, sondern von Vertrauen und Fairness. Wir brauchen ein Urheberrecht, das anerkennt: Was einmal veröffentlicht ist, gehört zur Geschichte. Und Geschichte darf niemandem allein gehören.

Vielleicht müssen wir lernen, Schöpfung als Geschenk zu verstehen – eines, das zuerst dem Urheber nützt, dann der Gemeinschaft, und schließlich der gesamten Kultur. Wissen, das geteilt wird, verliert nichts. Es vermehrt sich.

 

These 4: Konkurrenz bleibt einer der wichtigsten Fortschrittstreiber

Denn ohne Reibung gibt es keine Energie.

Seit einigen Jahren wird in vielen Debatten so getan, als wäre Wettbewerb etwas Rückständiges – ein Relikt der Industrialisierung, das man im Zeitalter von Kooperation, Netzwerken und geteiltem Wissen überwinden müsse. Doch das ist ein gefährlicher Irrtum.
Konkurrenz ist kein Feind der Zusammenarbeit, sondern ihre notwendige Ergänzung. Ohne sie gibt es keinen Fortschritt – weder in der Technik noch in der Kultur.

 

Warum Konkurrenz Leben schafft

In der Biologie gilt ein einfaches Prinzip: Wo keine Konkurrenz herrscht, entsteht Stagnation. Arten entwickeln sich, weil sie um knappe Ressourcen ringen. Ideen, Unternehmen und Technologien folgen demselben Muster. Wettbewerb erzeugt Druck – und Druck erzeugt Innovation.

Jede große technische Epoche wurde von Konkurrenz getrieben:

  • Edison gegen Tesla,
  • Apple gegen Microsoft,
  • Google gegen Yahoo, später gegen Facebook,
  • SpaceX gegen alle etablierten Raumfahrtagenturen.

Diese Rivalitäten waren selten harmonisch, aber sie haben jeweils den Sprung nach vorn erzwungen. Ohne Konkurrenz hätten wir weder Elektrizität im Alltag, noch persönliche Computer, noch Internetzugang für Milliarden Menschen.

 

Der Irrtum der „Harmonie-Illusion“

Im digitalen Zeitalter wird gern behauptet, man könne Fortschritt durch Kooperation allein erreichen. Offene Plattformen, Open Source, Allmende – alles richtig und wichtig.
Doch Offenheit braucht Reibung. Ein völlig harmonischer Markt führt nicht zu Kreativität, sondern zu Mittelmaß.

In einer Welt, in der sich alles angleicht, wird niemand mehr riskieren, anders zu denken.
Konkurrenz zwingt uns, Position zu beziehen, Entscheidungen zu treffen, Fehler zu korrigieren. Sie ist der natürliche Filter, der gute Ideen stärkt und schlechte verschwinden lässt.

Selbst Open-Source-Projekte leben davon: Linux, Blender, Python, Stable Diffusion – sie gedeihen, weil Teams und Forks sich messen, verbessern, abgrenzen. Kooperation funktioniert nur, wenn Menschen oder Gruppen sich in etwas übertreffen wollen.

 

Konkurrenz als moralisches Prinzip

Viele verwechseln Konkurrenz mit Feindseligkeit. Doch gesunde Konkurrenz ist das Gegenteil: Sie basiert auf dem Respekt vor der Leistung des anderen. Ich will nicht zerstören, was du tust – ich will es besser machen. Das ist kein Egoismus, sondern gegenseitige Anerkennung.

Wenn jeder nur das tut, was der Nachbar schon macht, entsteht keine Kultur, sondern Routine. Erst der Wunsch, etwas Eigenes, Neues, Mutigeres zu schaffen, treibt Menschen an. Und dieser Wunsch wird genährt durch den Blick auf andere, die ebenfalls streben.

 

Warum Konkurrenz gerade jetzt überlebenswichtig ist

In der KI-Entwicklung zeigt sich dieser Zusammenhang besonders deutlich.
Der größte Fortschritt der letzten fünf Jahre entstand nicht durch Planwirtschaft, sondern durch Rivalität:

OpenAI wollte größer sein als Google.
Google wollte sicherer sein als OpenAI.
Meta wollte offener sein als beide.
Anthropic wollte verantwortungsvoller sein.
Und Mistral wollte zeigen, dass Europa überhaupt noch mithalten kann.

Diese Dynamik hat die Geschwindigkeit bestimmt. Wäre KI-Entwicklung ein staatlich gesteuertes Monopolprojekt, wären wir heute technisch noch im Jahr 2015. Wettbewerb ist die Energiequelle, die Fortschritt am Laufen hält, aber nicht, weil sie schön, sondern weil sie schmerzhaft ist.

 

Kooperation durch Konkurrenz

Das Paradoxe ist: Konkurrenz zwingt zu Kooperation. Wenn zwei Firmen dasselbe Ziel haben, beginnen sie irgendwann, sich gegenseitig zu nutzen – durch Standards, Schnittstellen, gemeinsame Forschung. So entstehen ganze Ökosysteme. Konkurrenz zerstört also nicht, sie formt. Reibung ist keine Störung, sie ist das Signal, dass Bewegung stattfindet.

Teilen ohne Wettbewerb führt zu Stillstand. Wettbewerb ohne Teilen führt zu Zerstörung.
Zwischen diesen Polen entsteht das, was wir „Fortschritt“ nennen: gemeinsame Basis, unterschiedliche Wege. Die Zukunft der KI, der Wissenschaft und der Kultur wird nicht in der Gleichförmigkeit liegen, sondern im
Mut zur Differenz. Wir brauchen also beides: die Allmende als Nährboden und die Arena als Antrieb.

 

Thesen zur Zukunft der KI – Teil 1

In den letzten Wochen habe ich über die Vergangenheit bis zur Gegenwart der KI geschrieben. Wir haben gesehen, wie seit den 50er-Jahren KI immer wieder Thema wurde und wie sich das entwickelt hat, was wir heute haben. Teil 1 (Link), Teil 2 (Link) und Teil 3 (Link). In den ab heuten folgenden drei Blogposts möchte ich sechs (steile) Thesen zur Zukunft der KI vorstellen.

 

These 1: Wir stehen kurz vor dem nächsten AI-Winter

Wer die Geschichte der künstlichen Intelligenz verfolgt, erkennt ein wiederkehrendes Muster: Euphorie, Überschwang, Überinvestition, und darauf folgt der Frost. Nach jedem großen Durchbruch folgte bisher eine Phase der Ernüchterung, in der Erwartungen, Kapital und Realität nicht mehr zusammenpassten. Der erste AI-Winter in den 1970ern kam, als die Expertensysteme sich als Sackgasse erwiesen. Der zweite in den 1990ern, als neuronale Netze zwar faszinierend klangen, aber kaum ein praktisches Problem lösten. Beide Male endete es gleich: Die Technologie war ihrer Rhetorik hinterher gehinkt.

Heute wiederholt sich das Muster – nun jedoch auf globaler Bühne. Die großen Sprach- und Bildmodelle von OpenAI, Google, Anthropic, Meta oder Mistral sind beeindruckend, aber sie sind Verbesserungen, aber keine Revolution. Mehr Parameter, mehr Daten, mehr Energie – ja. Aber kein neues Prinzip. Wir optimieren eine Idee, statt eine neue zu finden. Und das ist der klassische Moment, in dem eine technologische Kurve ihren Zenit erreicht.

Überhitzung auf drei Ebenen

1. Ökonomisch:
Der Betrieb heutiger
riesiger Modelle verschlingt Summen, die selbst große Konzerne schmerzen. Milliarden fließen in Rechenzentren, Energie, Kühlung und Personal. Doch das Verhältnis von Kosten zu Nutzen kippt: Das nächste Modell ist nicht zehnmal besser, sondern nur zehnmal teurer. Wenn Margen sinken und die Effizienz stagniert, zieht sich irgendwann das Kapital zurück. Genau so beginnt jede Abkühlung.

2. Gesellschaftlich:
Die Öffentlichkeit erwartet von KI mittlerweile alles: Heilung, Automatisierung, Rationalisierung, Bildung, Unterhaltung. Doch je breiter die Anwendung, desto sichtbarer werden die Grenzen. KI ersetzt weder Lehrer noch Therapeuten, sie verschiebt nur Aufgaben. Wenn das Versprechen von „intelligenter Automatisierung“ auf die Realität menschlicher Komplexität trifft, folgt Frustration – zuerst leise, dann laut.

3. Kulturell:
Die Ästhetik der generativen Systeme gleicht sich rasch an. Ob Text, Bild oder Musik – alles wirkt vertraut, geglättet, synthetisch. Das Publikum spürt die Uniformität, auch ohne sie benennen zu können. Der kreative Überschuss wird zum algorithmischen Mittelmaß. Und damit schwindet das, was jede Bewegung trägt: Begeisterung.
Es wurden schon einige Initiativen gegründet, um menschliche von KI-Texten abzugrenzen. Label für Bücher, für Lektorate und Verlage, die auf KI verzichten.

 

Die große Ernüchterung in den Unternehmen

Besonders hart trifft die Abkühlung jene Firmen, die in den letzten zwei Jahren hektisch KI-Projekte gestartet haben – oft ohne zu verstehen, dass nicht die Modelle, sondern die Daten der Engpass sind. Denn KI lernt nicht aus Absicht, sondern aus Beispielen. Und Beispiele sind nur so gut wie die Daten, die man ihr gibt.

Doch die meisten Organisationen besitzen keine Datenbasis, die maschinelles Lernen überhaupt ermöglicht. Sie haben Dokumente, E-Mails, Excel-Tabellen, Reports – aber keine Struktur, keine Annotation, keine Versionierung. Ihre Systeme sind Silos, ihre Wissensbasis ein Flickenteppich. Sie sammeln, aber sie lernen nicht.

Ein Modell braucht Millionen konsistenter, kuratierter Datensätze, um stabile Muster zu erkennen. Viele Unternehmen haben vielleicht hunderttausend (und dazu noch ganz unterschiedliche) – und halten das für viel. In Wirklichkeit reicht das gerade, um Rauschen zu verstärken.

Das Ergebnis ist immer gleich: Erste Pilotprojekte wirken vielversprechend, die Demos beeindrucken. Doch sobald die Systeme in den Alltag sollen, brechen sie ein. Sie halluzinieren, verwechseln Begriffe, erkennen keine internen Zusammenhänge. Nach kurzer Zeit stellt sich die Ernüchterung ein: Das Fundament ist viel zu dünn.

Diese Erkenntnis wird für viele Unternehmen schmerzhaft – und teuer. Denn sie haben nicht zu wenig KI, sondern zu wenig Wissenspflege. Die nächste Innovationswelle wird nicht aus neuen Modellen kommen, sondern aus Organisationen, die gelernt haben, wie man Daten wirklich produziert, kuratiert und verantwortet.

 

Der Winter als Reinigung

Ein kommender AI-Winter wäre also keine Katastrophe, sondern eine notwendige Abkühlung. Er wird schlechte Projekte einfrieren, überhitzte Märkte beruhigen und den Blick wieder auf Qualität statt Quantität lenken. Er wird zeigen, dass Rechenleistung keine Kreativität ersetzt und dass Modelle ohne Kontext wertlos sind.

Vielleicht ist dieser Winter genau das, was die Branche braucht: eine Pause, um die Begriffe wieder mit Bedeutung zu füllen. Wenn die Temperaturen fallen, friert der Nebel.
Und erst dann sieht man klar, was wirklich trägt.

 

 

These 2: Der Wert menschlicher Kulturleistung wird explodieren

Weil die Maschinen alles Bekannte schon gelernt haben – und echtes Neues unbezahlbar wird.

Vor kaum zehn Jahren begann ein Experiment, das die Menschheitsgeschichte in Daten verwandelte. Zum ersten Mal wurde nahezu die gesamte Kulturleistung der Menschheit – Bücher, Musik, Bilder, Artikel, Forschung, Code, Gespräche, Predigten, Tweets – gesammelt, bereinigt und in riesige Sprach- und Bildmodelle eingespeist. Was über Jahrtausende gewachsen war, wurde in weniger als einem Jahrzehnt digital „verdaut“.

Damit ist etwas Erstaunliches passiert: Wir haben die Vergangenheit in die Maschine geladen. Und diese Maschine kann sie jetzt mühelos wiedergeben – in jeder Sprache, jedem Stil, jeder Form.

Aber: Sie kann nur wiedergeben. Alles, was sie sagt, stammt letztlich aus dem, was Menschen bereits gesagt, gedacht, gefühlt oder beschrieben haben. Die KI kennt die Vergangenheit, aber nicht die Zukunft. Sie kann imitieren, aber nichts Neues beginnen.

 

Das Ende des kostenlosen Rohstoffs

Bis hierher war das Spiel einfach: Die Unternehmen brauchten keine neuen Ideen, sie konnten auf Jahrtausende menschlicher Texte zurückgreifen. Doch dieser Vorrat ist fast erschöpft. Was im Netz steht, ist schon Teil der Modelle. Ab hier wird jeder weitere Fortschritt teuer – weil er echte, neue, untrainierte Gedanken braucht.

Ein KI-Modell trainiert sich ständig an sich selbst: Jeder Prompt, der ausgeführt wird, ist eine Basis für neues Lernen. Doch weil Training der KI immer nur bedeutet, das Mittelmaß vom Mittelmaß vom Mittelmaß (unendlich fortsetzbar…) zu berechnen, wird eine KI, die nur das Training an sich selbst kennt, immer schlechter. Damit sie mindestens gleich gut bleibt, braucht es beständig mindestens 1-2% neuer Daten, noch nie dagewesener Gedanken.

Wenn ein großes Sprachmodell mit rund zwei Billionen Wörtern trainiert wurde, bedeuten schon nur ein bis zwei Prozent, dass zig Milliarden neue, unverbrauchte Gedanken und Daten dazukommen müssen – Texte, die noch niemand geschrieben hat, Ideen, die noch nirgendwo stehen.

Das ist keine Kleinigkeit. Selbst bei sehr günstiger Rechnung sprechen wir von Milliarden Euro an Arbeitsleistung, nur um den Status quo zu halten. Um richtig besser zu werden, müsste ein Modell Hunderte Millionen Stunden frischer, menschlicher Kreativität absorbieren.

 

Kreativität wird zum teuersten Gut der Welt

Wenn KI alles Bekannte gelernt hat, bleibt nur eines wertvoll: das Unbekannte. Und das kann nur von Menschen kommen. Je mehr KI generiert, desto seltener wird echte Originalität – und desto höher ihr Preis.

Heute liegt der durchschnittliche Stundensatz für kreative Arbeit vielleicht bei 30 Euro.
Das ist der Wert für Schreiben, Gestalten, Entwickeln, Forschen im Alltagsbetrieb.
Doch für
echte Innovation, also Ideen, die ein neues Kapitel aufschlagen, wird der Markt in wenigen Jahren explodieren und möglicherweise schon mit zwei bis drei Stunden echter Kreativität ein ganzes Monatsgehalt ersetzen können.

Warum das? Weil echte Innovation das ist, was KI nicht liefern kann: Sie schafft neue Kategorien, nicht nur Varianten. Sie gibt Modellen Futter, das sie vorher nicht kannten. Und sie hat einen enormen Hebel: Eine bahnbrechende Idee kann Wochen, manchmal Jahre Arbeit anderer ersetzen.

Wenn Millionen Unternehmen KI einsetzen, um Inhalte zu erzeugen, wächst der Bedarf an neuem, unverbrauchtem Wissen exponentiell. Und weil die Zahl der Menschen, die wirklich Neues schaffen können, begrenzt ist, explodiert der Preis.

 

Fazit: Der neue Goldrausch ist kreativ

Was im 19. Jahrhundert Gold und im 20. Jahrhundert Öl war, wird im 21. Jahrhundert Kreativität sein. Nicht Routinearbeit, nicht Reproduktion – sondern das, was nie zuvor gedacht oder gesagt wurde.

Wir haben der Maschine alles gegeben, was wir wussten. Ab jetzt braucht sie Neues – und dafür muss wieder der Mensch liefern. Der nächste große Rohstoffboom ist kein Bergbau, sondern Geistesarbeit. Wer noch selber denken und kreieren kann, wird zur seltensten und wertvollsten Ressource der Welt.

Neil Postman im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz

Ich habe mir dieser Tage den Klassiker von Neil Postman „Wir amüsieren uns zu Tode“ mal wieder vorgenommen. Das Buch ist jetzt 40 Jahre alt. Postman schrieb es 1984, als viele Amerikaner gespannt darauf schauten, ob George Orwells Szenarien im gleichnamigen Roman irgendwie in die Nähe des Eintreffens kämen. Als ich vor etwa 17 oder 18 Jahren auf das Buch von Postman aufmerksam wurde, hat es mich begeistert. Er legt den Fokus darauf, dass wahrscheinlich weniger ein Überwachungs- und Zensurstaat zu befürchten sei, als vielmehr ein Staat, in dem durch den Fortschritt der Technologie nicht mehr gelesen würde. Nun knüpft Postman im Prinzip an die Arbeit von Marshall McLuhan an („Das Medium ist die Botschaft“) und übt Kritik an der Welt der beweglichen Bilder (Fernsehen, Spielfilme), die ich nach wie vor grundsätzlich teile.

In der Einleitung schrieb Postman, dass statt der Überwachung und Zensur, vor der Orwell warnte, eher ein Szenario aus Aldous Huxleys „Brave New World“ zu befürchten sei, in welchem Bücher und Wissen gar nicht verboten werden müssen, sondern vielmehr von der Technologie verdrängt und so irrelevant gemacht würde. Ich habe spaßeshalber bei ChatGPT angefragt, was Postman wohl heute im Zeitalter der KI sagen würde. Hier die Antworten:

Antwort von ChatGPT:

Neil Postman, bekannt für seine kritischen Analysen der Medienkultur und ihrer Auswirkungen auf die Gesellschaft, hätte mit Sicherheit einiges zur Verbreitung und Nutzung von KI zu sagen. Hier sind einige Überlegungen, die auf seinen Theorien basieren könnten:


1. Die Gefahr der Entfremdung durch Technologie

Postman betrachtete Technologie nie als neutral. Er warnte davor, dass Technologien, die nicht hinterfragt oder kritisch reflektiert werden, die Macht haben, die Kultur tiefgreifend zu verändern. In Bezug auf KI könnte er argumentieren, dass sie uns nicht nur von kritischem Denken, sondern auch von menschlicher Kreativität und Entscheidungsfindung entfremdet. Eine übermäßige Abhängigkeit von KI könnte dazu führen, dass wir uns immer weniger selbstständig mit komplexen Problemen auseinandersetzen.


2. Die „Huxleysche“ Flut irrelevanter Informationen

Postman sah in Aldous Huxleys Vision aus Schöne neue Welt eine beängstigende Parallele zur modernen Gesellschaft: Nicht Zensur, sondern die Überflutung mit trivialer Information würde die Menschen betäuben. KI-gestützte Systeme, die personalisierte Inhalte erstellen und verbreiten, könnten diese Flut weiter verstärken. Postman würde wohl fragen, ob wir in einer Welt leben wollen, in der Algorithmen unsere Aufmerksamkeit steuern, anstatt uns echte, sinnvolle Bildung und Diskussionen zu ermöglichen.


3. Die Illusion von Objektivität

Postman hätte wahrscheinlich die Vorstellung hinterfragt, dass KI „neutral“ sei. Er würde darauf hinweisen, dass KI-Systeme von Menschen programmiert werden und daher unausweichlich die Werte, Vorurteile und kulturellen Annahmen ihrer Entwickler widerspiegeln. KI als scheinbar „unfehlbare“ Autorität könnte die kritische Auseinandersetzung mit Wissen weiter untergraben.


4. Die Bedrohung für Sprache und Diskurs

Postman betonte die Bedeutung von Sprache für kritisches Denken und kulturelle Identität. KI-generierte Inhalte, die oft auf Masse und Geschwindigkeit ausgelegt sind, könnten dazu führen, dass die Qualität und Tiefe von Sprache und Diskurs leiden. Postman würde möglicherweise kritisieren, dass KI die Kommunikation standardisiert, anstatt sie zu bereichern.


5. Die Umgestaltung von Bildung

Postman war ein scharfer Kritiker der Technologiezentrierung im Bildungswesen. KI-gestützte Lernplattformen könnten seiner Ansicht nach das Lernen in eine passive Konsumaktivität verwandeln. Er würde betonen, dass wahre Bildung nicht aus der bloßen Informationsvermittlung besteht, sondern aus der aktiven, kritischen Auseinandersetzung mit komplexen Ideen.


6. Hoffnung durch kritische Reflexion

Postman war jedoch kein reiner Technikskeptiker. Er erkannte das Potenzial von Technologien, wenn sie bewusst und reflektiert eingesetzt werden. Er hätte vermutlich gefordert, dass KI nicht unkritisch als Lösung für alle Probleme akzeptiert wird, sondern dass wir uns die Zeit nehmen, ihre kulturellen, sozialen und ethischen Implikationen gründlich zu untersuchen.


Fazit

Neil Postman hätte wahrscheinlich eine kritische Haltung gegenüber der rasanten Verbreitung und dem unreflektierten Einsatz von KI eingenommen. Er hätte uns davor gewarnt, uns von der Bequemlichkeit und Effizienz dieser Technologie blenden zu lassen, und dazu aufgerufen, ihre Auswirkungen auf unser Denken, unsere Sprache und unsere Gesellschaft aktiv zu hinterfragen. Seine Botschaft wäre klar: Technologie sollte der Menschheit dienen, nicht sie beherrschen.“

So weit ChatGPT. Ich kann einigem zustimmen. Allerdings ist mir die KI dabei noch zu wenig selbstkritisch und zu optimistisch. Ich stelle mir noch mehr Fragen:

Meine Anfragen:

– Was wäre, wenn es gar nicht die Postman’sche Wahl zwischen entweder der Vision von Orwell oder jener von Huxley gäbe, sondern sich durch die KI die beiden Visionen vereinen und potenzieren?

– Was wäre, wenn eines Tages (in nicht allzu langer Zeit) durch KI jeden Tag mehr Content produziert würde, als die gesamte Menschheit konsumieren kann?

– Was wäre, wenn man wüsste, dass maximal noch vielleicht 2% des Contents wahr und richtig und korrekt ist? Wer überprüft das? KI? Und wer programmiert sie dazu?

– Was wäre, wenn im Gefolge dieser Veränderung plötzlich alles Wissen, alle Wahrheit, alle Objektivität als „x-extrem“ gebrandmarkt würde, weil ja sowieso keiner mehr Fakten von alternativen Fakten unterscheiden könne? (für x bitte eine beliebige Richtung einsetzen)

– Was wäre, wenn Demokratie plötzlich nicht mehr salonfähig ist, weil wichtige, weltweite Entscheidungen nur noch von Künstlicher Intelligenz und klugen Algorithmen gesteuert werden können?

– Was wäre, wenn sich keiner mehr traut, irgend etwas zu sagen, weil alles politisch geworden ist und jeder Fauxpas Auswirkungen auf das gesamte Leben haben kann?

Kann es sein, dass wir auf dem Weg in eine neue babylonische Sprachverwirrung sind? Eine, die nicht nur Sprache betrifft? Kann es sein, dass wir auf diesem Weg in die Sprachverwirrung schon weiter vorangeschritten sind als wir uns bewusst sind?

Ich werde manchen dieser Fragen weiter nachgehen. Wer eine Antwort hat, darf sie gern hinterlassen.

Nachdenkliche Adventsgrüße

Die nächsten großen Fragen unserer Zeit

Vieles beeinflusst heutzutage unser Leben, was noch vor wenigen Jahren wie Science-Fiction geklungen hätte, wenn es jemand erzählt hätte. Und jetzt sind wir mitten in der Zukunft. Das braucht uns keine Angst machen, es ist eine enorm spannende Zeit, für die ich dankbar bin. Und so möchte ich ein paar Fragen prognostizieren, die uns die nächsten Jahre beschäftigen werden.

Bislang waren wir uns gewohnt, als Christen in säkularen Bahnen zu denken. Wir konnten manchen Dingen zustimmen und manche ablehnen, aber im großen Ganzen hat unsere Argumentation immer säkulare Elemente enthalten. Schauen wir uns das an einem Beispiel an: Menschenwürde. Wir haben betont, was den Menschen vom Tier trennt und das dann als das genuin Menschliche betrachtet, was dem Menschen diese Würde gibt. Das ist nicht ganz falsch, aber es wird nicht länger ausreichend sein. Es gibt auf der einen Seite viel Forschung dazu, wie weit Tiere dem Menschen ähnlich sind (emotionale Reaktion, Kommunikation, etc.) und auf der anderen Seite ein großer Zweig der Forschung an „künstlicher Intelligenz“ mit sehr lernfähigen Algorithmen. Wir müssen lernen, das Menschsein ganz neu zu denken, und zwar von der Bibel, Gottes Wort, her. Ich werde hier nur Fragen aufwerfen, noch keine Antworten geben. Erste Frage lautet also: Was ist der Mensch? Was macht seine Würde, sein eigentliches Menschsein, aus?

Mit der Frage nach dem Menschen hängen zwei weitere Fragen ganz eng zusammen, die auch neu unter Beschuss kommen werden: Wer ist Gott? Und hier ist es ebenso wichtig, sich nicht von der säkularen Begrifflichkeit zu nähern, sondern die Antworten direkt aus der Bibel zu gewinnen. Häufig werden philosophische Konzepte in die Theologie hinein geschmuggelt, welche dann zu einer einseitigen Auflösung mancher Spannungen führen. So etwa die philosophische Vorstellung eines Determinismus, die dann die Vorstellung einer doppelten Prädestination prägt, oder die Systemtheorie oder Prozesstheologie, Offener Theismus, und so weiter, welche allesamt zu ziemlich abenteuerlichen Schlüssen führen. Oder dann werden säkulare romantische Vorstellungen über eine bedingungslose Liebe in die Theologie geholt, die dann alles umzudeuten versuchen. Hier müssen wir lernen, unsere Weltanschauung von der Bibel und zwar von ihr allein prägen und vorgeben zu lassen.

Ebenfalls stark mit dem Menschenbild verknüpft ist unsere Vorstellung von der Realität. Die „Enhanced“ oder „Mixed“ Reality (also „erweiterte“ oder „gemischte“ Realität), die durch den technologischen Fortschritt schon länger am Entstehen ist und unsere Zukunft enorm prägen wird, stellt uns vor die Frage, was eigentlich real ist und was nicht. Sehr viel am Menschen kann chemisch und elektronisch manipuliert werden. Viele Menschen lagern ihr Wissen in externe Geräte wie Smartphone aus und lassen dadurch die Struktur ihres Denkens nachhaltig verändern. Was also ist Realität? Was kann der Mensch wissen und wie entsteht dieses Wissen? Teile des Internets schaffen durch Algorithmen immer häufiger Filterblasen, innerhalb welcher der Nutzer nur noch das findet, was ihn in seiner Sichtweise bestätigt. Fake-News werden im großen Stil verbreitet. Was ist real? Was ist wahr? Hier sind wir herausgefordert, für die absolute, ewig und universal gültige Wahrheit Gottes einzutreten und eine echte, authentische Realität in unserem Leben fassbar zu machen.

Eine vierte Frage, die uns beschäftigen wird, betrifft Freiheit und Gerechtigkeit. Was bedeutet Freiheit in einer Welt, die alles überwachen kann, und in der doch so vieles unsicher und ungewiss ist? Was ist Gerechtigkeit? Kann es so etwas wie „soziale Gerechtigkeit“ geben oder ist das ein Widerspruch in sich selbst? Oder ist es gar nur eine leere Worthülse, die gern genutzt wird, um damit alles Mögliche zu begründen? Fragen über Fragen, und es ist hochinteressant, sich damit von der Bibel her kommend zu befassen.

Es werden auch noch weitere Fragen auf uns zukommen, aber ich möchte es mal bei diesen ersten und meiner Meinung nach dominierenden Fragen belassen. Ich meine, dass unser Nachdenken über diese Fragen damit anfangen muss, dass wir beginnen, die Bibel ganz neu zu lesen. Häufig finden wir in der Bibel nur das, was wir schon immer gewusst und schon oft gelesen haben. Das ist auch ein wenig sowas wie eine Filterblase. Jedes Jahr bei der neuen Jahres-Bibellese wieder eine Bestätigung dessen, was man ja eh schon wusste. Ich möchte uns herausfordern, nach dem Abenteuerlichen, Schockierenden oder Überraschenden zu suchen. Ich bin häufig enttäuscht über unsere Übersetzungen der Bibel, weil so viele Texte eingeflacht sind, sie werden verharmlosend übersetzt; wohl um die Leser nicht zu erschrecken. Aber wenn Paulus im Philipperbrief über all seine Privilegien als jüdischer Schriftgelehrter nachdenkt, dann findet er diese im Vergleich zu Jesus Christus so ziemlich kacke (in Philipper 3,8 wird häufig mit „Dreck“ übersetzt, was besser in Fäkalsprache wiedergegeben werden sollte). Das darf uns schockieren, es darf uns aus unserer Komfortzone rausjagen, denn die Bibel wurde nicht für unseren Komfort gemacht, sondern eher für unsere Komm-fort-und-folge-Mir-nach-Zone. 

Wir brauchen eine neue Leidenschaft für Jesus Christus, eine Leidenschaft, die uns bereit macht, allen Komfort, alle Ehre der Welt, alle weltliche Anerkennung hinter uns zu lassen und von Jesus Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen zu sprechen. Sein stellvertretendes Sühnopfer am Kreuz auf Golgatha ist das Zentrum und der rote Faden der ganzen Bibel. Vom Sündenfall an in 1. Mose 3 wussten die Menschen vom Messias, den Gott senden wird, damit Er an unserer Stelle für unsere Sünde stirbt, und das Buch der Offenbarung ist ein prophetisches Buch, das die Auswirkungen des Kreuzes zeigt: Ein Gottesvolk von Menschen aus allen Stämmen, Nationen und Sprachen. Überall in der Bibel ist die Rede von Jesus Christus, der den einen ein Stolperstein und anderen eine Torheit ist. Das wird sich nicht ändern – es wird noch zunehmen. Es wird zunehmend schwieriger werden, „auf beiden Beinen zu hinken“ oder lauwarme Christen zu sein. Aber das ist auch gut so – es fordert uns heraus, uns ganz und gar Gott hinzugeben und uns von Ihm verändern zu lassen. Die Zeit, in der man das Kreuz irgendwie humanistisch umdeuten konnte, ist endgültig vorbei. Was soll jemand mit einem humanistischen Kreuz, wenn er den Humanismus auch kreuzlos haben kann? Das Kreuz bezahlt unsere Schuld, besiegt Satan, wäscht uns rein, nimmt unsere Schmach und unsere Krankheit und gibt uns die vollendete Gerechtigkeit Jesu Christi. Darum geht es. Und wer meint, er habe das nicht nötig, wird sich lieber eine Selbstwertgefühlstherapie suchen, die ihm einredet, wie gut er in sich selbst sei. Was dabei herauskommt, wird spätestens die Zeit zeigen.

Buchtipp: Pheromon

Wekwerth, Rainer, Thariot, Pheromon, Thienemann-Esslinger Verlag, 2018, 416S.,Kindle-Edition, Verlagslink, Amazon-Link

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Wie könnte die Welt in 100 Jahren aussehen? Wekwerth und Thariot haben sich mutig dieser Frage gestellt. Als Ergebnis liefern sie mit „Pheromon“ einen interessanten Thriller. Alles beginnt mit Jake, der plötzlich eine Veränderung an seinem Körper feststellt. Ob das mit der Pubertät zusammenhängt? Plötzlich kann der Heuschnupfengeplagte über weite Strecken hinweg riechen. Seine Nase kann die Gefühle seiner Mitmenschen wahrnehmen. Seine Augen sehen plötzlich ohne Brille und Kontaktlinsen wieder ganz gut. Oder gar noch etwas dreidimensionaler. Und dann ist da auch noch die gutaussehende Serena, die ihn zu ihrer Party einlädt. Hundert Jahre später, anno 2118, lebt Dr. Travis Jelen, der als Arzt gerade für die Obdachlosen und Armen seiner Zeit arbeitet. Eines Tages begegnet er Lee, einer jungen schwangeren Frau, die er untersucht. Seine Geräte zeigen plötzlich eine Fehlermeldung: Keine menschliche DNA. In beiden Zeiten führt die Spur zu der 2015 gegründeten Firma „Human Future Project“, die sich als richtig imposant herausstellt und weltweit nur positiv wahrgenommen agiert. In den 100 Jahren hatte sie es geschafft, ein Wurmloch herzustellen, in welchem die Raumzeit derart gekrümmt werden kann, dass es Außerirdischen möglich wurde, die Erde im Inneren des HFP-Gebäudes zu betreten. Ist es jetzt noch möglich, die Invasion zu verhindern? Die Zeit läuft davon.

Thariot und Wekwerth haben sich einer Frage angenommen, die mich schon längere Zeit interessiert – wie entwickelt sich unsere Zeit weiter? Was kommt nun, nachdem der Postmodernismus längst kollabiert ist und sich verschlungen hat? Welche technologischen Fort- (oder teilweise auch ethischen Rück-)schritte sind noch denkbar? Sie haben manche Antworten in Romanform geliefert, was sehr interessant zu lesen war. Ich möchte mich dem Roman von zwei Seiten her nähern. Von der Erzählung her gesehen ist es eine super Arbeit, die die beiden mit ihren zwei Zeitsträngen geliefert haben. Die Geschichte ist (für mich als Fan der Thriller-Literatur) nicht unbedingt so unter die Haut gehend, dass mich das Buch nicht mehr schlafen lässt oder dass ich es nicht aus der Hand legen konnte. Es ist aber kurzweilig und für SciFi im großen Ganzen recht spannend. Die Geschichte liest sich gut abgerundet und in sich schlüssig. Einzig die Charaktere wirken etwas hölzern und unvollständig. Irgendwie konnte ich mich in keinen davon so richtig hineinversetzen, was mir üblicherweise doch schnell gelingt. Dies liegt daran, dass die Story eigentlich Stoff für ein Buch in der dreifachen Länge bietet und von jeder Person nur genau das präsentiert wird, was für den weiteren Verlauf der Geschichte zwingend zu wissen notwendig ist. Das macht die Story deshalb auch mit der Zeit etwas durchschaubar. Alles wird künstlich so kurz wie möglich gehalten. Und ja, mit gerade mal etwas über 400 Seiten ist es auch ein kurzes Buch. Vermutlich hätte man mit mehr Mut zur Länge noch mehr aus der Story herausholen können.

Ein zweiter Blick von einer anderen Seite: Wie stellen sich die Autoren die Veränderungen der nächsten 100 Jahre vor? Sie zeichnen ein Bild von einem ziemlich ohnmächtigen Überwachungsstaat. Vermutlich würde eine realistischere Vorstellung eines solchen Überwachungsapparates die Story deutlich erschweren. Aber wenn Travis im Jahre 2118 ungesehen ins Büro seiner Chefin bei HFP eindringen kann, dann muss ich also doch lachen. Immer wieder finden sich unbewachte oder unüberwachbare Flecken auf der Karte des Jahres 2118, während man davon ausgehen kann, dass zumindest die technischen Möglichkeiten dazu in spätestens der Hälfte der Zeit vorhanden sein wird. Auch sonst sind die technischen Fortschritte nicht gerade überwältigend. Als große Neuerung lässt sich der „Gleiter“ nennen, eine Art kleines Fluggerät, welches das Auto ersetzt hat. Interessant wären jedoch noch mehr Gedanken in Richtung „Mixed Reality“ und Hirn-Computer-Schnittstelle („brain-computer-interface“) gewesen, denn damit tun sich noch ganz neue Szenarien auf, die eine Vermischung von virtueller und nichtvirtueller Realität zuließen. Insgesamt gehen die Autoren davon aus, dass auch in 100 Jahren noch dieselben Probleme herrschen werden. Insgesamt hat mir der dystopische Charakter der Erzählung aber gut gefallen. Am Ende blieb mir nur noch die Frage: Ist der Titel „Pheromon“ wirklich passend? Pheromone spielen eine Rolle, ja, aber insgesamt eine relativ untergeordnete.

Fazit: Ein solider, spannender SciFi-Roman, der viele interessante Fragen auf eine unterhaltsame Weise beantwortet, aber insgesamt auch länger hätte ausfallen dürfen. Um der Kürze willen werden die Charaktere aufs Nötigste zusammengekürzt. Die Story ist aber sehr lesenswert geschrieben. Ich gebe dem Roman vier von möglichen fünf Sternen.

10 Thesen zu Politik und Zukunft

1. Die Welt wird nicht untergehen. Sie hat schon ganz andere Gestalten gesehen.
2. Es wird Veränderungen geben. Auch hat sich die Vorhersehbarkeit verringert.
3. Alle Politiker brauchen unser Gebet. Das wird von Gott gefordert.
4. Die Politik der Überraschungseier wird immer beliebter. Gewählt wird, um möglichst nicht dasselbe wie bisher zu bekommen.
5. Der Populismus ist die Autoimmunerkrankung der Demokratie. Eine Demokratie wird sich nie automatisch erhalten, sondern läuft immer Gefahr, in eine extreme Richtung abzudriften. Es braucht das Engagement von allen (oder möglichst vielen).
6. Europa hinkt den USA meist um 15 – 20 Jahre hinterher. Wenn hier nichts geschieht, lässt sich leicht sehen, was die nächsten Jahrzehnte bringen werden.
7. Das Prinzip von „Gated Communities“ ist am zunehmen, sowohl online als auch in der Gesellschaft und in Städten. Das wiederum wird zu stärkeren Gegensätzen führen, bei denen es nur ums Dagegen-Sein geht.
8. Was nötig ist, wird eine biblische Sicht von Nationen und der Demokratie sein. Diese sind keine von Menschen geschaffene Einrichtungen, sondern wurzeln im Wesen und Charakter Gottes.
9. Gnade und Respekt sind wichtige Elemente einer biblischen Weltanschauung. Wir müssen lernen, respektvolle Worte zu wählen, auch wenn wir der Meinung der anderen Person vollkommen widersprechen. Zudem müssen wir uns bewusst sein, dass nur Gottes Gnade ermöglicht, dass sich Menschen korrigieren lassen. 
10. Ich bete für Erweckung, denn nur Erweckungen können langfristige positive Veränderungen in der Gesellschaft bewirken.

Jahreslosung 2013

Wir haben hier keine bleibende Stadt
 
Die Adventszeit hat uns erinnert, dass wir in einer Wartehaltung sind. Wir warten auf etwas. Nicht auf das Ende des Maya-Kalenders, nicht auf einen so genannten Weltuntergang, sondern auf den Moment, den die Bibel die Wiederkunft Jesu Christi nennt. Deshalb sagt uns diese Jahreslosung von 2013 auch, dass unser Ziel nicht von dieser Welt ist. Wir haben hier (auf der Erde) keine bleibende Stadt.
Die Frage ist nun, was ich mit diesem Wissen mache. Glaube ich überhaupt, dass Jesus wieder kommt? Lebe ich danach? Oder ist es mir wichtiger, mich hier einzurichten, es mir gemütlich zu machen und mich auszuruhen?
Nehme ich mir Zeit, jeden Tag zuerst nach Gottes Willen zu fragen und nach Möglichkeiten an diesem Tag zu suchen, diesen Willen auch zu tun? Nehme ich mir Zeit, um anderen Menschen zuzuhören und ihnen auf dem Weg mit Jesus weiterzuhelfen? Nehme ich mir die Zeit, mir und meiner Familie regelmäßig das Evangelium näher zu bringen?
Jesus Christus spricht: „Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden! Darum sollt ihr euch nicht sorgen um den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Jedem Tag genügt seine eigene Plage.“ (Matthäus 6, 33 – 34)